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11.03.2009

"Die Schönheit Mörslingens zerstört"

Mörslingen Altbürgermeister Ignaz Kling ist schockiert. "So etwas darf man nicht machen", sagt der 87-Jährige und meint damit die Fällung der Bergahorne in der Mörslinger Ringstraße. "Man zerstört die Schönheit Mörslingens", klagt Kling. Vor 31 Jahren wurden die Bäume bei der Dorferneuerung gepflanzt. Gestern Morgen begann die Abholzung der Allee. Die Wurzeln der Bäume seien zu tief ins Erdreich gegangen, sagt Bürgermeister Klaus Friegel. Wasserleitungen hätten bereits zwei Mal Schaden genommen, die Rieswasserversorgung habe die Gemeinde abgemahnt, teilt der Bürgermeister mit. Bei einem weiteren Schaden werde die Kommune in die Verantwortung genommen. "Das könnte die Gemeinde viel Geld kosten", sagt Friegel.

Auch Gehwege seien durch das Wurzelwerk beschädigt worden, und die 19 Bäume seien zuletzt so hoch gewesen, dass das Licht der Straßenlaternen nicht mehr hindurchscheine. Fußgänger seien fast im Dunkeln unterwegs gewesen.

Anlieger erleichtert

Anlieger sind ebenso wie der Finninger Gemeinderat von der Richtigkeit der Fällaktion überzeugt. "Die Bäume sind zu hoch geworden, wir mussten schubkarrenweise das Laub wegfahren", sagt eine Mörslingerin. Bürgermeister Friegel: "Im ganzen Dorf hat außer Ignaz Kling niemand etwas dagegen, dass die Bäume gefällt werden." Die Gemeinde werde neue Bäume pflanzen und stehe dabei in Kontakt mit Kreisfachberater Manfred Herian vom Landratsamt. Außerdem schaffe die Kommune einen ökologischen Ausgleich und pflanze zusätzlich zwölf neue Bäume. Es sei falsch gewesen, im Ort eine Allee mit großen Bergahornen anzulegen, sagt Friegel. Die Kreisgruppe Dillingen des Bundes Naturschutz (BN) hat gestern gegen das Fällen der Bäume protestiert und einen Ortstermin gefordert. Dies kam allerdings zu spät. Gegen Mittag waren fast alle Ahorne der Säge zum Opfer gefallen. Nach einem Anruf der Unteren Naturschutzbehörde, die zunächst zugestimmt hatte, gebot Friegel den Motorsägen Einhalt. Jetzt stehen noch zwei Bäume.

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BN-Kreisvorsitzender Dieter Leippert lässt Argumente wie Beschädigung der Wasserleitungen, anfallendes Laub und übermäßige Beschattung nicht gelten. Die Bergahorne im Mörslinger Ortskern seien nicht unbedeutend für den Naturhaushalt, sagt Leippert: "So beobachtete ich bei einer Untersuchung vor drei Jahren, dass zahlreiche Fledermäuse die Allee als Jagdhabitat nutzen." Es sei nicht auszuschließen, dass das Fällen die umliegenden Fledermauspopulationen in ihrem Jagderfolg nachhaltig negativ beeinträchtige, so Leippert: "Somit verstößt die Maßnahme, ohne vorhergehende Prüfung der Auswirkungen auf den Naturhaushalt, gegen geltendes Naturschutzrecht."

Der BN-Kreisvorsitzende ist der Meinung, dass es sich bei der Pflanzung der Bergahorne bei der Dorferneuerung "mit Sicherheit" um eine staatlich finanzierte Naturschutzmaßnahme gehandelt habe. "Somit wird mit dem Fällen der Bäume vermutlich ein staatlich finanzierter Naturwert unwiederbringlich zerstört", bedauert Leippert. Er spricht von Veruntreuung staatlicher Gelder. "Kommentar

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