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17.09.2007

Die Schwester hat an der Krankenpflegeschule ausgedient

Vormittags wurde noch mündlich abgefragt, mittags das Prüfungsergebnis bekannt gegeben und abends richtig gefeiert: der vergangene Freitag sollte ein glücklicher Tag für die Absolventen am Wertinger Krankenhaus werden. "Das Staatsexamen haben alle bestanden", verkündete Hans-Peter Maier, Geschäftsführer der Kreiskliniken gGmbH.

Wertingen (bäs) - Vormittags wurde noch mündlich abgefragt, mittags das Prüfungsergebnis bekannt gegeben und abends richtig gefeiert: der vergangene Freitag sollte ein glücklicher Tag für die Absolventen am Wertinger Krankenhaus werden. "Das Staatsexamen haben alle bestanden", verkündete Hans-Peter Maier, der Geschäftsführer der Kreiskliniken gGmbH, in einer Feierstunde vor Eltern und Ehrengästen. Sogar die Noten seien besser als in den letzten Jahren. "Damit haben sie zum guten Ruf unserer Klinik beigetragen", lobte Maier die Prüflinge. In der Region habe sich mittlerweile die gute Ausbildung herumgesprochen, denn "alle haben einen Arbeitsplatz". Keine Frage, auch die Schüler hätten in den vergangenen drei Lehrjahren Höhen und Tiefen des Krankenhausalltags kennen gelernt. "Wertingen hat aber eine klare Zukunft", betonte Maier allen Unkenrufen zum Trotz. Beim Leistungsangebot sei man dabei auszubauen, die Planung für den Neubau laufe auf Hochtouren.

Wie wichtig die Krankenpflegeschule, die 1954 gegründet wurde und insgesamt 48 Prüfungsjahrgänge durchgeschleust hat, für die Stadt Wertingen sei, stellte Bürgermeister Willy Lehmeier heraus: "Die Schule prägt Wertingen und ist von überregionaler Bedeutung." Mit der Berufsausbildung stehe den Schülern "die Welt offen" und sie hätten Chancen, in die Elite aufzusteigen, indem sie Verantwortung auch für andere Menschen übernehmen könnten.

Professionelle Pflege sei auch in einer von Ökonomie geprägten Welt notwendiger denn je, sagte Veronika Brzeski, Leiterin der Schule. Sie sehe sogar ein Aufweichen wirtschaftlicher Zwänge, die zur Minutenpflege geführt habe. Erstmals hat nach drei Jahren ein Jahrgang die Prüfung nach dem neuen Pflegegesetz abgelegt. 500 Stunden mehr Theorie waren zu bewältigen, mehr Praxiseinsätze, auch außerhalb der Klinik sowie drei statt zwei Prüfungstage zu absolvieren. Die 15 Absolventen lösen jetzt die alte Berufsbezeichnung der "Krankenschwester" und "Krankenpfleger" ab. Sie heißen ab sofort "Gesundheits- und Krankenpfleger(in)" und sind kurativ, palliativ, rehabilitativ und präventiv einsetzbar, stationär wie ambulant. Indem der Landkreis Dillingen über den Bedarf hinaus ausbilde, zeige er selbst Verantwortung gegenüber jungen Menschen. Landrat Leo Schrell: "Wir können zwar nicht alle Absolventen übernehmen. Aber mit der Ausbildung haben sie gute Perspektiven." In der Vergangenheit habe es sich immer wieder gezeigt, dass Krankenschwestern und -pfleger spätestens bis Weihnachten eine feste Stelle gefunden haben. In diesem Jahr sei mit der Übernahme von drei Prüflingen in Wertingen - wenn auch nur befristet - erstmals ein positiver Trend zu verzeichnen.

Für den Erhalt der Wertinger Klinik konnte der Landrat allerdings noch kein endgültig grünes Licht geben. Die finanzielle Situation sei nach wie vor angespannt. "Die nächsten Wochen und Monate werden schwierig."

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