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Historie

14.02.2020

Die Simonsmühle in Blindheim ist endlich gerettet

Die Simonsmühle in Blindheim hat einen neuen Eigentümer. Und der will laut Bürgermeister Jürgen Frank ein modernes Familienhaus daraus gestalten. Die genauen Pläne müssen aber mit vielen Behörden und Ämtern abgestimmt werden. Denn die Simonsmühle ist denkmalgeschützt.
Bild: Simone Bronnhuber

Plus Blindheims Bürgermeister Jürgen Frank spricht von einem „absoluten Glücksfall“. Das alte, ortsprägende Gebäude ist verkauft. Wem es nun gehört.

Das Gerüst steht schon seit Monaten. Seit der Notsanierung ist es nicht weggekommen. Und wahrscheinlich bleibt es auch noch eine Weile stehen. Denn es rührt sich was bei der Simonsmühle. Es kehrt ein wenig Leben ein in die alten Gemäuer. Zumindest wird seit kurzer Zeit immer wieder mal ein Hänger voll mit Schutt oder anderen nicht mehr erhaltenswerten Rempel weggefahren – vom neuen Eigentümer, wie Bürgermeister Jürgen Frank bestätigt. „Ja, die Simonsmühle ist verkauft. Das ist mehr als eine tolle Nachricht. Das ist ein absoluter Glücksfall für alle Beteiligten und wir sind wirklich froh drum“, sagt er. Denn damit ist das geschichtsträchtige Gebäude am Ortseingang nicht nur gerettet.

Simonsmühle: Viele Jahre gab es Streit und Diskussionen

Nach unzähligen Jahren voll mit Diskussionen, Streitigkeiten und Fragezeichen scheint mit dem neuen Eigentümer endlich die ersehnte Dauerlösung gefunden zu sein. Bürgermeister Frank erklärt: „Uns hat auch überrascht, dass es so schnell geklappt hat. Aber wir haben alle ein gutes Gefühl und unterstützen, wo wir können.“

Weil notarielle und andere rechtliche Vorschriften in den nächsten Tagen noch endgültig geklärt werden müssen, könne Blindheims Bürgermeister noch nicht öffentlich den Namen des neuen Eigentümers sagen. Aber seine Pläne kennt er. Aus der alten Simonsmühle soll ein modernes Familienhaus für mehrere Personen entstehen. Der Weg dahin ist laut Jürgen Frank aber nicht ganz so einfach. „Es muss mit allen zuständigen Ämter besprochen werden. Was ist denkmalgeschützt? Was nicht? Was kann raus und was muss erhalten bleiben? Es gibt viele Fragen zu klären, aber wir sind alle guter Dinge“, so Frank.

50.000 Euro muss der neue Eigentümer im Voraus zahlen

Der nächste Schritt sei nun eine umfangreiche Untersuchung. Die beinhaltet nicht nur die Abstimmung darüber, was gebaut werden darf und was nicht. Sondern auch eine konkrete Kostenschätzung für die Pläne des neuen Eigentümers sowie damit verbundene Fördermöglichkeiten. Mindestens ein halbes Jahr, so schätzt der Rathauschef, werden diese Untersuchungen dauern. Und der neue Eigentümer muss mit circa 50000 Euro in Vorleistung gehen. „Dafür gibt es im Anschluss aber einen hohen Fördersatz. Es ist auf jeden Fall mehr als ratsam, bei solch einem Objekt nicht einfach ohne konkrete Kostenschätzung zum bauen anzufangen.“


Die Simonsmühle darf laut Beschluss des Verwaltungsgerichts Augsburg nicht abgebrochen werden.
Bild: Maria Leistner


Denn bei der Simonsmühle in Blindheim redet nicht nur der Eigentümer, vor allem auch das Landesamt für Denkmalschutz mit. Eine Tatsache, die in den vergangenen Jahren mit dem ehemaligen Eigentümer auch Probleme gemacht habe, sagt Blindheims Bürgermeister. Wie die Heimatzeitung immer wieder berichtet hat, konnten der damalige Simonsmühle-Besitzer und vor allem der Förderverein zum Erhalt der Mühle keinen gemeinsamen Nenner finden. Auch Gespräche mit Landratsamt und Gemeinde verliefen teils sehr schwierig. Mit dem Ende: Die Bausubstanz der Simonsmühle wurde von Jahr zu Jahr schlechter, zum Schluss war sie einsturzgefährdet.

Ein erster Durchbruch war im Herbst 2017 der Verkauf der Simonsmühle an den Förderverein. Und dank Johann Mengele, Bauunternehmer und seit jeher großer Liebhaber des alten Gebäudes, konnte die Mühle auch erhalten bleiben. Der Blindheimer Unternehmer hat die Notsanierung übernommen und das Gebäude komplett gesichert. „Klar war aber auch, dass der Verein die Simonsmühle nie sanieren oder Ähnliches kann. Das ist finanziell nicht möglich und auch die Gemeinde kann das nicht leisten“, sagt Frank, der ebenfalls als Zweiter Vorsitzender des Fördervereins fungiert.

Das Gebäude in Blindheim ist denkmalgeschützt

Deshalb wurde nach dem Erwerb und der Notsicherung im Sommer vergangenen Jahres ein Makler engagiert, der sich auf denkmalgeschützte Immobilien spezialisiert hat. Bereits im Sommer seien circa zehn mögliche Interessenten aus ganz Deutschland vor Ort in Blindheim gewesen und hätten sich die Simonsmühle angeschaut. Frank: „Am Ende hat sich dann ein möglicher Käufer herauskristallisiert.“ Und der habe nun zugeschlagen und bringe alle Voraussetzungen mit. Insgesamt hat der neue Eigentümer tausend Quadratmeter Grund gekauft – inklusive Simonsmühle. Für welchen Preis wolle Bürgermeister Frank noch nicht sagen. Nur so viel: unterer fünfstelliger Bereich. „Wir sind alle froh, dass die Simonsmühle erhalten bleibt und wohl endgültig gerettet ist. Das war uns immer allen wichtig. Sie prägt Blindheim.“

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