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Dillingen

21.11.2017

Die Stadtkapelle demonstriert hohe Musikkultur

Ein künstlerisches Aushängeschild: Die Stadtkapelle Dillingen demonstrierte beim Jahreskonzert im Stadtsaal ihr hohes künstlerisches Niveau.
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Ein künstlerisches Aushängeschild: Die Stadtkapelle Dillingen demonstrierte beim Jahreskonzert im Stadtsaal ihr hohes künstlerisches Niveau.
Bild: Erich Pawlu

Zahlreiche Besucher beim erfolgreichen Jahreskonzert im Dillinger Stadtsaal.

Beim Jahreskonzert bewies die Stadtkapelle Dillingen mit Schwung, Präzision und Stilsicherheit, dass sie alle Varianten der Blasmusikliteratur in Klangerlebnisse umzusetzen versteht. Die Besucher feierten die Demonstration musikalischer Souveränität mit begeistertem Beifall.

Das anspruchsvolle Programm orientierte sich in erster Linie an aktuellen, zumeist amerikanischen Entwicklungen orchestraler Blasmusik. Erst mit zwei Zugaben verdeutlichte Dirigentin Marie-Sophie Schweizer, dass ihr Ensemble auch bei der Gestaltung von Kompositionen aus dem traditionellen Bereich mitteleuropäischer Blasmusik zu Spitzenleistungen fähig ist. Mit der „Brauhaus-Polka“ von Lukas Bruckmeyer unterstrich die Stadtkapelle den Reiz der in Böhmen beliebten Terzenharmonie und das Volkslied „Wahre Freundschaft“ zeigte die Kompetenz für romantisierende Bläserkunst.

Im Mittelpunkt aber stand eine Auswahl von Kompositionen, die sich fast ausnahmslos durch einen hohen Schwierigkeitsgrad charakterisieren. Schon im Auftakt mit „Make a Joyful Noise“ („Mach fröhlichen Krach“) des US-Amerikaners James Swearingen erlebten die Zuhörer im nahezu ausverkauften Saal die kunstvolle Verknüpfung der Instrumentalgruppen, die Umsetzung moderner Rhythmen auf der Grundlage traditionellen Harmoniegesetze und die Gestaltung der dialogisierenden Kompositionsstruktur zu einer Botschaft der Fröhlichkeit.

Dass die Stadtkapelle einen guten Ruf genießt, zeigte sich auch an der großen Zahl der Ehrengäste, die Vorsitzender Harald Winter begrüßte. Im Programm des Jahreskonzerts, so betonte Winter, spiegele sich das in 40 Jahren erarbeitete Leistungsspektrum der Stadtkapelle Dillingen. Marie-Luise Stuhler verknüpfte ihre charmante Moderation mit Hinweisen auf bisherigen Erfolge und geplante Projekte sowie mit der Vorstellung neuer aktiver Mitglieder, die zusammen mit den Stammmusikern optimale Grundlagen für künftige Erfolge sichern. Die Voraussetzungen dafür spiegelten sich in der weiteren Vortragsfolge.

Der „Veteranen-Marsch“ des Tschechen Frank Pleyer erwies sich im Arrangement von Ernst Mosch und aufgrund der klassischen Marschstruktur als schmetternde Dynamik mit verspielter Klarinettenverzierung. Crossroads“, komponiert vom Niederländer Carl Wittrock, erklang als musikalische Erzählung in kontrastierenden Abschnitten, wobei den Posaunen eine kontrapunktische, den Querflöten eine bukolische Melodienführung zugeordnet wird. Eindrucksvoll bewies die Stadtkapelle mit diesem Stück, dass sich Blasmusik, weit entfernt von Bier- und Festzeltfröhlichkeit, zu symphonischem Glanz steigern kann.

Ein Beispiel für Programmmusik war „The Great Locomotive Chase“ des Amerikaners Robert Winston Smith. Die mühselige Anfahrt einer Lokomotive an der Spitze eines Zuges, die Temposteigerungen, die maschinelle Rasanz und schließlich das Ablassen des Dampfes wurden zum spaßigen Hörspiel. Die berühmte „Annen-Polka“ von Johann Strauß blieb auch in der Blasmusik-Variante die geistreiche wienerische Verklärung einer beschwipsten „Fledermaus“-Figur.

Marie-Luise Stuhler verriet, dass sich das Stück „Concert-Prelude“ des Briten Philip Sparke wegen der kompositorischen Tücken die „Hassliebe“ der Musiker zugezogen habe. Dennoch gelangt die Gestaltung mit Pathos und ständigem Taktwechsel in bewundernswerter Perfektion. Das galt auch für „Mount Everest“ des Amerikaners Rossano Galante: Anschaulich wurde der mühevolle, schließlich siegreiche Aufstieg einer Bergsteigergruppe in Tonsätzen als vorwärtsstrebende Willensleistung und schließlich als Triumph dargestellt. Das „Jackson 5 Medley“, arrangiert vom Japaner Takashi Hoshide, gilt zwar als Beispiel amerikanischer Popkultur, aber in dieser Fassung imponierten auch die zarten Flötenklänge, die kunstvoll verflochtenen Melodienstränge und die markanten Posaunenakzente.

Besonderen Anklang fand „Amazing Grace“, dirigiert von Annelena Schneider. Sie sicherte der Komposition mit klarer Zeichengebung die melodiöse Äußerung einer dankbaren Seele. Die Bandbreite und Qualität dieses Jahreskonzerts unterstrich erneut den hohen Rang der Dillinger Blasmusik. Oberbürgermeister Frank Kunz fasste dieses Resümee in die Worte: „Die Stadtkapelle ist ein künstlerisches Aushängeschild der Stadt Dillingen.“

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