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Dillingen

12.10.2018

Die Wahl beschäftigt 55 Mitarbeiter im Landratsamt

Wahlsachbearbeiterin Elisabeth Girsig vom Dillinger Landratsamt.
Bild: Girsig

Wie hoch der Arbeitsaufwand ist, weiß Elisabeth Girsig vom Dillinger Landratsamt. Sie erklärt, was die 50 mit dem Wahlgeheimnis zu tun hat.

Wenn der Wahlkampf vorbei ist, wenn die Kreuzchen gemacht sind, dann fängt die Arbeit für die vielen ehrenamtlichen Helfer erst richtig an: Sie zählen aus und geben die Ergebnisse weiter. Danach geht es im Landratsamt rund: Ab Montag werden die Zahlen kontrolliert: 55 Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen des Landratsamtes werden drei Tage lang die Unterlagen prüfen. Elisabeth Girsig, Wahlsachbearbeiterin am Landratsamt, weist sie ein. Auch für sie ist es eine besondere Landtags- und Bezirkstagswahl. „2013 hat das noch mein Vorgänger gemacht. Diese ist meine erste Wahl in voller Verantwortung.“ Von den übergeordneten Wahlen sei die Landtagswahl mit Erst- und Zweitstimme die aufwendigste. Die Kommunalwahl sei dagegen besonders arbeitsintensiv.

17 Paletten voller Stimmzettel kamen im Landratsamt an

Auch vor der Wahl hat Elisabeth Girsig gut zu tun. Sie und ihre Kollegen sind Vermittler zwischen der Landeswahlleitung und den Gemeinden. Zur Wahlvorbereitung gehört zum Beispiel die Ermittlung des Stimmzettelbedarfs. 17 Paletten davon wurden im Landratsamt angeliefert. „Wir sorgen dafür, dass jede Gemeinde ihr Kontingent nach dem von ihr gemeldeten Bedarf erhält.“ Auch bei der EDV laufen vor der Wahl Tests, ob etwa die Datenübertragung klappt. Die Wahlsachbearbeiterin hilft bei Rechtsfragen und legt die Meldewege fest. Am Wahlsonntag ist einer ihrer Kollegen bereits vor 8 Uhr da. Ab 18 Uhr ist das Team zu zwölft im Amt, etwa um Schnellmeldungen entgegenzunehmen und im Internet zu präsentieren. „Wir bilden ein vorläufiges Ergebnis und melden es dem Landeswahlleiter.“

Alle Auffälligkeiten werden im Stimmkreisausschuss besprochen

Am Tag nach der Wahl werden die Wahlunterlagen aus dem Stimmbezirk ins Landratsamt gebracht und dort auf Vollzähligkeit, Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit überprüft. Ist die Zählliste richtig ausgewertet worden, sind die Zahlen richtig übertragen worden? Am Donnerstag tagt der Stimmkreisausschuss. Er geht alle gefunden Auffälligkeiten durch und beschließt das Wahlergebnis. In Umzugskartons verpackt landen die Unterlagen schließlich beim Landeswahlleiter. Am Wochenende nach der Wahl steht das Dillinger Landratsamt für Fragen von dieser Seite zur Verfügung. Für die Prüfung der Bezirkswahlunterlagen ist etwas mehr Zeit, bevor sie an die Regierung von Schwaben weitergehen. „Das klingt alles sehr arbeitsintensiv“, sagt Girsig und lacht: „Das ist es auch.“ Man müsse sehr gründlich arbeiten.

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Die Tendenz geht eindeutig zur Briefwahl

Auch nach der Bürgermeisterwahl in Lauingen nimmt das Landratsamt die Wahlprüfung vor. „Ich schaue mir das an, aber wir fragen das Wahlergebnis nicht ab und erfassen es auch nicht, sondern verweisen auf das Internetangebot der Stadt.“ Dass die Lauinger zusammen mit der Landtagswahl auch ihren neuen Bürgermeister wählen dürfen, sei an gewisse Auflagen gebunden. So muss bei den Unterlagen farblich ersichtlich sein, um welche Wahl es geht. Und erst, wenn die anderen Wahlen ausgezählt sind, darf die Bürgermeisterwahl ausgezählt werden. Von den insgesamt 230 Stimmbezirken in unserem Stimmkreis sind 170 Wahllokale, dazu gibt es 69 Briefwahlvorstände. Im Wahllokal wird ab 18 Uhr ausgezählt, was in der Urne gelandet ist. Die Briefwahlunterlagen werden auf die Briefwahlvorstände aufgeteilt, die ebenfalls um 18 Uhr anfangen.

Personell besetzt sind alle Teams gleich, egal, ob sie im Wahllokal oder im Rathaus sitzen. Die Gemeinden hätten teils viel Arbeit damit, um Wahlhelfer zu finden und seien froh über jeden Freiwilligen. Bei der letzten Landtagswahl waren es 59 Briefwahlvorstände. „Die Tendenz geht nach oben. Wahllokale werden zugunsten von Briefwahlvorständen eingespart“, weiß Elisabeth Girsig. Das hat einen bestimmten Grund: Es müssen mindestens 50 Stimmzettel ausgewertet werden, damit das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt, erklärt die Expertin. Während es früher Bedenken gab, ob es überhaupt so viele Briefwähler gibt, stellt sich die Frage inzwischen bei den Urnenwählern. „Wir müssen das im Blick haben und unter Umständen die Stimmen zweier Wahllokale zusammenlegen und zusammen auszählen.“ Könnten wir nicht einfach über das Internet unsere Stimme abgeben? Nein, sagt Girsig. Die Wahl sei an Papier gebunden.

Wenn der Korrekturmarathon vorbei ist, wird sich die Wahlsachbearbeiterin ein paar Tage frei nehmen. Dann steht schon die nächste Wahl ins Haus. Die junge Frau weiß es auswendig: 2019 die Europawahl, 2020 die Kommunalwahlen, 2021 die Bundestagswahl, 2022 die Landratswahl und 2023 wieder die Landtagswahl.

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