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Vortrag

21.02.2018

Die Wirtschaft in der Landwirtschaft

Ein Bauer führt ein Unternehmen und muss auch kalkulieren. Darum ging es beim Infoabend mit (von links) Armin Dauser, Matthias Kraus, Ingo Eberhardt, Ulrike Müller, Michael Klotz, Vera Feustle, Rainer Schach, Alexander Jall.
Bild: Johannes Luible

Wie regelt ein Bauer Nachfolge und Altersvorsorge? Tipps gab eine Europaabgeordnete

Der siebte Landwirtschaftsabend der VR-Bank Donau-Mindel lockte Agrarkunden und Mitglieder der Bank ins BVS-Bildungszentrum in Lauingen. Hauptrednerin war Ulrike Müller, Mitglied des Europäischen Parlaments (FW) und aktive Bäuerin. „Ein Bauer muss auch ein Unternehmer sein und kalkulieren“, war die klare Botschaft ihres Vortrages, bei dem Sie über aktuelle Themen und ihre Arbeit im Parlament berichtete.

VR-Bank-Vorstand Alexander Jall begrüßte die Anwesenden und informierte kurz über berufliche Stationen von Müller. Er hob die Bedeutung und den Wert des gemeinschaftlichen Zusammenwirkens hervor und verknüpfte diesen mit dem 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Vordenker der Genossenschaftsidee.

„In der Landwirtschaft arbeiten meist mehrere Generationen zusammen. Die Nachfolge wird geregelt und es ist unumgänglich, schon frühzeitig an die Altersvorsorge zu denken“, mit dieser überleitenden Aussage übergab Jall das Wort an den Vorsorge-Spezialisten der Versicherung R+V, Rainer Schach. Dieser zeichnete in einem Kurzvortrag die Tücken der landwirtschaftlichen Altersvorsorge auf. Zugleich informierte er über Möglichkeiten einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung für Bauernverbands-Mitglieder. Schach zitierte das chinesische Sprichwort: „Grabe den Brunnen bevor du Durst hast.“ Dementsprechend empfahl er individuelle Beratungen.

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Anschließend eröffnete Ulrike Müller ihren Vortrag mit den Worten: „Ich bin mit Freude aktive Bäuerin und wollte nie in die Politik.“ Dennoch ist sie Europaabgeordnete. Unter dem Leitgedanken „Starkes Bayern im Herzen eines Europas der Regionen“, gab die Rednerin Einblicke in ihre parlamentarische Arbeit. Mehrfach betonte sie ihre aktive Tätigkeit als Bäuerin in ihrem Familienbetrieb im Oberallgäu und damit den praktischen Bezug zur Landwirtschaft. „Ich kenne die Anforderungen und Probleme, die täglich bei unserer Arbeit auftreten. Bei meinen parlamentarischen Aufgaben kann ich diese Themen optimal im Interesse der Landwirtschaft aufzeigen und verhandeln“, versicherte Müller. Sie hob dabei die Wichtigkeit Europas in der Gemeinschaft und die Individualität Deutschlands in der Agrarpolitik hervor. „Deutschland lebt vom Handel und der Wirtschaft“, betonte Müller. Sie bemängelte aber, dass in Deutschland oft über die Vorgaben aus Brüssel hinaus strengere Umsetzungen vollzogen würden. „Bei der Bevölkerung steht dadurch immer Brüssel am Pranger.“ Zum Thema Tierwohl traf Müller die überzeugende Aussage: „Egal ob Bienen, Fischzucht, Schafe, Ziegen oder die Bekämpfung des Wolfes – Europa muss mehr hinschauen.“ Viele Tiertransporte seien nicht mehr zeitgemäß. „Wir müssen aus tierethischer Sicht viel mehr erreichen“, sagte Müller. Auch beim Breitbandausbau „müsse Bayern noch kräftig nachlegen und den ländlichen Raum stärken“.

Die Landwirtschaft ernähre die Menschen, schütze die Umwelt, verbessere das Tierwohl und schaffe Arbeitsplätze – und das in der gesamten Europäischen Union. Mit diesen Gedanken lud Müller alle Interessierten zu einer Veranstaltung am 23. März in Herrsching mit dem Titel „Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik“ ein. (pm)

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