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17.07.2010

Die echte Alternative fehlt

Die echte Alternative fehlt

Eigentlich versprach die Tagesordnung der gestrigen Kreistagssitzung eine hitzige Debatte. Waren doch im vergangenen Jahr die Emotionen hochgekocht, als das Defizit 2008 der Kreiskliniken auf rund vier Millionen Euro explodierte. Die einen forderten die Privatisierung der Krankenhäuser, die anderen rollende Köpfe. Am Ende musste der bisherige Geschäftsführer gehen. Uli-Gerd Prillinger übernahm das Ruder. Und die Zahlen wurden besser. So könnte das Defizit 2010 nun nur noch ein Viertel so groß sein wie das von 2008.

Umso leichter fiel es gestern selbst den größten Kritikern, dem Vorschlag zuzustimmen, dass der Landkreis auch künftig das von den Kreiskliniken erwirtschaftete Minus übernimmt. Und das, obwohl eigentlich im Jahr 2007 beschlossen wurde, dass ab diesem Jahr nicht mehr gezahlt wird. Doch was hätten die Politiker gestern auch anderes beschließen sollen?

Denn zur Übernahme der Defizite gibt es nur eine echte Alternative: Investoren mit ins Boot zu holen. Und wie heißt es so schön: "Wer zahlt, schafft an." Es ist eher unwahrscheinlich, dass Investoren Jahr um Jahr zuschauen würden, wie die Kliniken Defizite erwirtschaften. Denn wer Geld investiert, will dafür eine Rendite haben.

Ganz ohne Defizite wird es wohl auch in den kommenden Jahren nicht gehen, wie Prillinger in seinem Vortrag andeutete. Zu hoch sind die Pachtzahlungen - ein Erbe aus der Pleite des Deutschen Ordens -, zu hoch beispielsweise das Minus der Geburtshilfe in Wertingen. Wobei: Das muss die Zusamstadt zu 75 Prozent selber bezahlen, rund 230 000 Euro pro Jahr. Es bleibt abzuwarten, wie lange sich Wertingen eine eigene Geburtshilfestation leisten will und kann.

Dass sich der Kreis für seine Krankenhäuser finanziell engagiert, ist richtig. Denn gerade für eine immer älter werdende Gesellschaft ist eine medizinische Versorgung vor Ort immens wichtig.

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