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Musik

16.04.2019

Die russische Seele zum Klingen gebracht

Drei Konzerte gab das Vokalensemble Anima aus St. Petersburg im Landkreis. Unser Foto entstand in der Pfarrkirche Steinheim.
Bild: Xaver Käser

Das Vokalensemble Anima aus St. Petersburg tritt im Landkreis auf. Die Zuhörer kommen ins Staunen

„Sagenhaft, wie fünf Männer einen so großen Raum füllen können“, bemerkte ein begeisterter Zuhörer nach dem Konzert des Vokalensembles Anima aus St. Petersburg. Tatsächlich hätte man bei geschlossenen Augen den Eindruck haben können, einen riesigen Chor vor sich zu haben, wenn sie ins Fortissimo schalteten. Aber in gleicher Intensität schafften sie auch das zarteste Pianissimo. Das in Chorfestivals auf der ganzen Welt preisgekrönte Ensemble kam zum wiederholten Male in den Landkreis. Dreimal hatten diesmal Musikfreunde Gelegenheit, sich von der hohen Kunst des russischen Chorgesangs zu überzeugen, in der Pfarrkirche St. Ulrich in Dillingen, in der Pfarrkirche in Steinheim und in der Alten Synagoge in Binswangen.

Viktor Smirnov, der künstlerische Leiter des Ensembles, hatte für die Passionszeit Chorwerke aus fünf Jahrhunderten zusammengestellt und für fünf Stimmen bearbeitet. Er führte auch selber durch das Programm und gab Informationen zu den Komponisten und zur Verwendung ihrer Stücke in der orthodoxen Liturgie. Mit Mikhail Rechkunovs „Der eingeborene Sohn“ konnte das Ensemble ihren geschlossenen Chorklang zur Eröffnung vorstellen, ehe in einem „Gebet zur Fastenzeit“ aus dem 15. Jahrhundert Viktor Smirnovs wohlklingende Tenorstimme solistisch den fülligen musikalischen Unterbau der anderen überstrahlen konnte.

Dimitri Bortnyasky, der bei uns nur als Komponist von „Ich bete an die Macht der Liebe“ bekannt ist, zeigte in seinem „Te Deum“ barocke Fülle und Alexei Lvov, der Komponist der früheren Zarenhymne, entfaltete im „Abendmahl“ die geistliche Spannung des Gründonnerstags. Aus der Chrysostomos-Liturgie von Peter Tschaikovski erklangen Kyrie-Rufe und das Vaterunser. Breiten Raum nahmen drei biblische Lieder von Georgi Sviridov ein, der die russische geistliche Musik des 20. Jahrunderts maßgeblich prägte. Im Lied „Vom Zöllner und Pharisäer“ konnte der Bariton Alexej Buzakin den Pharisäer ausdrucksstark zu Wort kommen lassen, während im „Gebet des Blinden“ der Counter-Tenor Egor Nikolaev sich in atemberaubende Höhen schwang. Von Pavel Tschesnokov stammten zwei Kompositionen, ein inniges „Marienlied“, mit dem der Counter-Tenor noch einmal glänzen konnte, und ein fröhliches Osterlied „Steh auf, denn du herrschst in Ewigkeit“. Mit „Lobet den Herrn“ eines anonymen Komponisten des 20. Jahrhunderts klang der geistliche Teil aus.

Zum Abschluss brachte Anima noch einige russische Volksweisen in ansprechender Bearbeitung. Tosender Beifall machte einige Zugaben nötig. Neben aktuellen CDs konnten die Zuhörer noch Ostereier mitnehmen, handbemalt von Mönchen des Alexander-Nevsky-Klosters in St. Petersburg, in dem Viktor Smirnov als Dirigent und Kantor tätig ist.

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