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Heimatabend

15.10.2016

Die zweitstärkste Feuerwehr im Markt Bissingen

Unterbissinger Floriansjünger feiern das 140-jährige Bestehen. Archivar Helmut Herreiner erzählt viele Anekdoten

„140 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Unterbissingen, das ist schon ein Grund zu feiern und innezuhalten. Wir haben aber nicht nur diesen einen Anlass, sondern insgesamt gleich vier Gründe für diesen Festabend: unser Feuerwehrjubiläum, das auf den heutigen Tag gelegte Dorffest, den ersten Heimatabend in Unterbissingen und einen Geburtstag!“ Mit diesen Worten wandte sich der Zweite Bürgermeister der Marktgemeinde Bissingen, Stephan Herreiner, an die vielen Gäste aus Unterbissingen und Umgebung, die in Dasers Halle gekommen waren und die alle Generationen umfassten.

Ein Geburtstagsständchen und Dankesworte gab es für den Eigentümer der Daser-Halle, Reinhold Mayer, der mit seiner Familie die Lokalität der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft wie so oft schon unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatte. Feuerwehr-Vereinsvorsitzender Andreas Gnugesser hieß neben Pater George mit Gemeindearchivar Helmut Herreiner den Hauptredner des Abends willkommen, dessen familiäre Wurzeln ebenfalls in Unterbissingen liegen. Kommandant Anton Schiele dankte den vielen Helfern und gedachte der Gründung der Ortsfeuerwehr, als deren Gründungsdatum der 11. Mai 1876 verzeichnet ist. Heute umfasst die Wehr des 200-Seelen-Dorfes stolze 50 aktive Mitglieder, darunter seit Kurzem erstmals auch zwei Frauen. „Damit stellen wir nach Bissingen die zweitstärkste Wehr unter den 18 Ortsteilen der Marktgemeinde Bissingen und können auch untertags eine stetige Einsatzbereitschaft gewährleisten“, betonte Schiele.

Dem Wunsch der Vereinsführung, anlässlich des Jubiläums auch das Heimatbewusstsein der Unterbissinger zu stärken und den Abend als Heimatabend zu gestalten, entsprach Archivpfleger Herreiner mit einer Bild- und Textpräsentation zur Ortsgeschichte. Er erinnerte an markante Ereignisse und erläuterte historische Zusammenhänge. Die Landwirtschaft, die Waldbewirtschaftung und die Schäferei prägten das Dorfleben ebenso wie die nahe Kessel, deren Überschwemmungen oft Sorge und Not brachten. Eine Rechnung aus dem Jahre 1835 bewies, dass es damals schon den „langen Steg“ gab, einen wohl annähernd 100 Meter langen Eichenbohlenweg von der Unterbissinger Seite bis an den Hang auf der Nordseite der Kessel in Richtung Bissingen, bei Hochwasser oft die einzige Verbindung in den Nachbarort.

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Schmunzelnd hörten die Besucher auch die Anekdote von den Frauen des Ortes, die einst die Schergen des Landsknechtsführers Schertlin aus dem Dorf gejagt hatten und die deshalb bis heute in der Kirche auf der rechten Seite sitzen dürfen, oder von den Zahlungen der Gemeinde Unterbissingen für die geplante Kesseltalbahn von Ludwig Auer, aus der dann doch nichts wurde. Die wenigsten Zuhörer wussten auch, dass der Weiler Buch oben auf dem Rannenberg nach dem Ersten Weltkrieg der erste Ort im Kesseltal war, in dem es elektrischen Strom gab, noch vor Unterbissingen und Bissingen. Die Leitung wurde damals von Tapfheim und Brachstadt herauf ins Tal gelegt.

Wie wichtig die 1876 gegründete Feuerwehr und der 1910 ins Leben gerufene Feuerwehrverein für das Dorf waren, stellte der Gemeindechronist auch heraus. Bilder, Brandskizzen und Zeitungsausschnitte kündeten von Bränden, aber auch Gewitterstürmen und Hochwässern, bei denen es getreu dem Feuerwehrmotto galt zu retten, zu löschen, zu bergen und zu schützen. In besseren Zeiten engagiert sich der Feuerwehrverein für den Ort, organisiert Feste, das Aufstellen des Maibaums und kümmert sich um die Ausbildung der Jugend.

„Auch wer schon viel über die Ortsgeschichte wusste, hat mit diesem Abend Bilder gesehen, die er noch nicht kannte, und eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen!“ Mit diesen Worten bedankten sich Stephan Herreiner und Andreas Gnugesser bei dem Referenten und leiteten zum ausgiebigen gemütlichen Teil über, den Allroundmusiker Georg Grinbold musikalisch gestaltete. (HER)

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