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Dillingen

05.04.2017

Dillingen macht den Weg frei fürs neue Wasserwerk

Die Technik im Dillinger Wasserwerk ist veraltet. Die Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen haben sich deshalb zu einem Neubau entschlossen. Er entsteht beim Verwaltungsgebäude an der Regens-Wagner-Straße.
Bild: Berthold Veh

Die Donau-Stadtwerke investieren 6,5 Millionen Euro. Das Wasser in der Kreisstadt hat eine Top-Qualität. Einer fragt aber, warum es nicht entkalkt wird.

Es ist das nächste Millionen-Projekt der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen (DSDL). Beim Verwaltungsgebäude an der Regens-Wagner-Straße in Dillingen wird ein neues Wasserwerk gebaut. 6,5 Millionen Euro werden die DSDL investieren, erläuterte Werkleiter Wolfgang Behringer. Und der Dillinger Stadtrat erteilte in seiner Sitzung am Montagabend erwartungsgemäß das gemeindliche Einvernehmen. Doch Diskussionsbedarf gab es dennoch, denn es kam die Frage auf, ob das Wasser nicht doch entkalkt werden sollte.

Behringer hatte zu Beginn die Qualität des Dillinger Wassers in höchsten Tönen gelobt. Es komme aus den Tiefbrunnen im Auwald, sei Millionen von Jahren alt und habe deshalb so gut wie gar keine Nitratbelastung. Im Dillinger Wasserwerk müsse das Wasser vom Eisen und Mangan befreit werden, informierte Behringer. Die bestehende Anlage aus den 60er Jahren sei inzwischen veraltet (wir berichteten). Das Dillinger Wasser hat allerdings einen vergleichsweise hohen Kalkgehalt von 16 Grad deutscher Härte, informierte der Werkleiter. In der Kaffeemaschine gebe es da „ein bissle“ Kalkablagerungen. Die DSDL hätten sich deshalb gefragt, ob es Sinn mache, das Wasser zu entkalken, sich aber dagegen entschieden, sagte Behringer.

Gewichtige Argumente sprächen dagegen. „Das wäre ein riesiger Aufwand“, betonte der Werkleiter. Der Wasserpreis würde um 50 Cent pro Kubikmeter steigen. „Zudem schmeckt das harte Wasser viel besser“, erklärte Behringer. Bei weichem Wasser müsse man möglicherweise Mineralstoffe zusetzen.

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Zweiter Bürgermeister Franz Jall stellte in der Debatte aber dennoch die Frage, warum keine Entkalkung installiert werde. Und ob es Werte gebe, ab denen die Entkalkung empfohlen werde. Behringer informierte, dass dies bei deutlich mehr als 20 Grad deutscher Härte der Fall sei. Und da liege Dillingen darunter. „Viele Bürger sagen, dass ihnen das harte Wasser nichts ausmacht“, teilte Behringer mit. Und es entstehe ja auch die Frage, wie weit enthärtet wird – auf vier, fünf oder elf Grad. Die Rieswasserversorgung enthärte das Wasser von 23 auf 13 Grad, hieß es. Vor allem wegen des drohenden Anstiegs des Wasserpreises hätten sich die DSDL entschieden, das Dillinger Wasser nicht zu entkalken, so Behringer.

Die Bauarbeiten für das neue Wasserwerk sollen in wenigen Wochen beginnen. Vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen. Dritter Bürgermeister Peter Graf (CSU) begrüßte das Projekt. Wichtig sei, dass die Wasserversorgung in Dillingen und Lauingen in kommunaler Hand bleibe. „Wir müssen Herr im eigenen Haus sein“, sagte Graf. So sah es auch Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU): „Wir bleiben mit unserer Wasserversorgung selbstständig.“ Die DSDL haben in den vergangenen Jahren in Lauingen und Dillingen 13 Millionen Euro in Wasserversorgungsanlagen investiert. Dies sei im Rahmen der Daseinsvorsorge „gut investiertes Geld für die Bürger“, sagte Kunz. Fenster in der Fassade sollen es möglich machen, dass Bürger von außen einen Blick ins neue Wasserwerk werfen können. Walter Fuchsluger (SPD) störte sich an der weißen Farbe des Gebäudes und forderte, ob es nicht die Farbe sienabraun wie das angrenzende historische Stadtwerkegebäude erhalten könne. Wolfgang Düthorn (CSU) fand den Entwurf, auch was die Farbe betrifft, städtebaulich gelungen. Der nicht weit entfernte Stadtsaal sei ebenfalls in einem Weißton gehalten, sagte Behringer. Es werde empfohlen, dass sich das neue Gebäude farblich vom Bestand abhebe. Der Rat stimmte der Wasserwerks-Planung am Ende einstimmig zu.

Hermann Balletshofer (Umlandfraktion) fragte, was denn mit dem denkmalgeschützten Wasserturm passiere. Werkleiter Behringer erklärte, dass er nicht mehr für die Wasserversorgung gebraucht werde. Bürger hätten schon die Idee geäußert, oben im Wasserturm ein Café einzurichten. Aber es gebe keinen vernünftigen Aufgang, erläuterte Behringer. Der Weg nach oben führt innen über eine Leiter.

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