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Dillingen

18.06.2019

Dillinger Organist veröffentlicht Doktorarbeit über Karl Höller

Axel Flierl ist Organist der Dillinger Basilika.
Bild: Brigitte Bunk (Archiv)

Der Dillinger Basilika-Organist Axel Flierl hat nun einen Doktortitel. Seine Dissertation entwirft ein differenziertes Bild des Komponisten Karl Höller.

Die Dissertation, auf deren Grundlage der Dillinger Basilika-Organist Axel Flierl zum Dr. phil. promoviert wurde, ist jetzt als repräsentativer Band erschienen. Der Inhalt behandelt Leben, Werk und Wirkung des Komponisten, Organisten, Dirigenten und Hochschullehrers Karl Höller (1907-1987).

Ein Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf der Analyse choralgebundener Orgelmusik in Deutschland in den Jahren zwischen 1929 und 1949. Axel Flierl erinnert mit umfangreichem Sachwissen an die Leistung des Kirchenmusikers Karl Höller, der – wie es in der „Einführung“ heißt – in deutschen Konzertsälen einst zu den meistgespielten Komponisten zählte,

Seit Axel Flierl als Basilika-Organist und Dirigent tätig ist, hat er Werke des Komponisten Karl Höller in Dillingen aufgeführt. Das Archivfoto entstand im Jahre 2007, kurz vor Flierls offiziellem Amtsantritt in Dillingen.
Bild: Erich Pawlu

inzwischen aber nicht einmal in Konzertführern erwähnt wird. Die Inhalte der Dissertation sollen darüber hinaus „eine klaffende Lücke in der Historiografie der relevanten deutschen Beiträge zur Orgelmusik des 20. Jahrhunderts schließen“.

Als Basilika-Organist führte Axel Flierl die Orgelwerke Karl Höllers auf

Um sich dieser Aufgabe zu stellen, konnte Axel Flierl auf optimale Voraussetzungen zurückgreifen. Der gebürtige Nürnberger studierte In München und Paris Orgel, Orgelimprovisation und Katholische Kirchenmusik sowie Musikwissenschaft in Karlsruhe. In mehreren Veröffentlichungen verdeutlichte er schon vor seiner Doktorarbeit die Bedeutung Karl Höllers für die Entwicklung zeitgenössischer Orgelmusik. In seiner 2008 übernommenen Funktion als Basilika-Organist und Dirigent führte Axel Flierl die Orgelwerke Karl Höllers in Dillingen auf.

Dr. Axel Flierls Dissertation über Werk und Leben des Komponisten Karl Höller ist nun als repräsentatives Buch erschienen. Das Foto zeigt die Titelseite.
Bild: Erich Pawlu

Kontakte zu Hinterbliebenen half
en bei der Arbeit

Die vielen mitgeteilten Details zur Biografie Karl Höllers verdankt Flierl auch Kontakten zu den Hinterbliebenen Karl Höllers. Besonders differenziert wird im Abschnitt „Die Rolle Höllers im Dritten Reich“ bewertet: „Höller versuchte (...) zwischen 1933 und 1945, wie zahllose seiner künstlerischen Zeitgenossen, politisch so unauffällig wie möglich zu bleiben und nur in dem Maß gefällig zu agieren, wie unbedingt nötig.“

Einen Schwerpunkt setzt die Dissertation jedoch auf die Auflistung und Charakterisierung der choralgebundenen Orgelwerke Karl Höllers. Die Arbeit vermittelt nicht nur eine Vorstellung von der Vielfalt, Zeitbedingtheit und künstlerischen Originalität dieser Kompositionen, sondern auch von der persönlichen Arbeitseinstellung ihres Schöpfers. In einer Bemerkung zu seiner ersten Symphonie schreibt Höller: „…jede Note ist zutiefst empfunden, vielleicht ein Bekenntnis zur inneren und äußeren Schönheit, daher wenig Experimentales. Klare Thematik, schöne Klangwirkungen (...) keine artistische Kaltschnäuzigkeit.“

„Karl Höller und die choralgebundene Orgelmusik in Deutschland 1929-1949“, Verlag Dohr Köln, 488 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover.

Lesen Sie dazu auch: Der Orgelsommer kehrt in die Dillinger Basilika zurück

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