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Dillingen

26.04.2018

Dillinger Rathaus: Jetzt geht der Wiederaufbau los

So schaut es derzeit in der Baustelle des ausgebrannten Dillinger Rathauses aus. Unten ist der erste neue Balken zu sehen, der gestern montiert wurde.
Bild: Berthold Veh

Ein dreiviertel Jahr nach dem Brand wird nun der neue Dachstuhl errichtet. In einer feierlichen Zeremonie kommt der erste Balken mit dem Kran nach oben.

Die Szene in der Dillinger Basilikastraße ist an diesem Mittwochvormittag außergewöhnlich. Dort liegt ein knapp 14 Meter langer Balken. Er ist mit Fahnenbändern in den Dillinger Stadtfarben geschmückt. Und auf dem Balken steht mit Buchstaben, die aus Eichenholz geschnitzt sind: „Feuer und Wasser sind zwei gute Diener, aber schlimme Herrn. Gott schütze unser Rathaus, wiederrichtet nach Brand anno 2018“. Stadträte und Mitarbeiter der Dillinger Stadtverwaltung sind beim Balken versammelt, aber auch Schaulustige und Vertreter der Medien. Es ist der Startschuss für den Wiederaufbau des Dillinger Rathauses. Der Altbau ist am 26. Juli des vergangenen Jahres ausgebrannt. Nach dem Rückbau und der statischen Sicherung geht es jetzt an die Wiedererrichtung des Dachstuhls.

"Das ist so ein Moment, der einen berührt"

Einer, für den dieser Termin eine große emotionale Bedeutung hat, ist Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz. „Das ist so ein Moment, der einen berührt“, sagt der Rathauschef. „Denn jetzt geht es nach Rückbauten und Sicherungsarbeiten endlich nach oben.“ Kunz hat selbst vor einem dreiviertel Jahr als Feuerwehrmann beim Löschen geholfen. Er dankt erneut den Einsatzkräften für ihr professionelles Eingreifen, ohne das auch das angrenzende Verwaltungsgebäude abgebrannt wäre. „Da ging es um Minuten“, sagt Kunz. Er sei froh, dass die Feuerwehren und anderen Helfer „die Lage so schnell im Griff hatten“. Die Stadtverwaltung habe bereits am Tag danach die Arbeit wiederaufgenommen. Und es sei kein Tag vergangenen, an dem man nicht angepackt habe, um das historische Rathaus wiederaufzubauen.

Mit einer feierlichen Zeremonie wurde am Mittwoch die Wiedererrichtung des Dachstuhls am ausgebrannten Dillinger Rathaus gestartet.
Bild: Berthold Veh

Der 25. April 2018 sei da eine wichtige Etappe, denn jetzt könne die Stadt mit dem eigentlichen Wiederaufbau beginnen. Bereits Mitte des Jahres soll der neue Dachstuhl fertig sein. Dann können, wie Kunz ankündigt, auch große Teile des Gerüsts wieder abgebaut werden und der Verkehr in der Königstraße nach rund einem Jahr wieder in alle Richtungen fließen. „Ich bin froh, dass der Wiederaufbau unserer Rathauses bisher ohne Verzögerung vorangegangen ist“, sagt der Oberbürgermeister. Der drohte vorübergehend ins Stocken zu geraten, weil die Planung europaweit ausgeschrieben werden muss. Der Dachstuhl darf jetzt aber vorgezogen werden, weil dies aus statischen Gründen erforderlich ist.

Für kurze Zeit schwebte der Balken in der Königstraße.
Bild: Berthold Veh

Bei der Zeremonie dabei sind die Dillinger Stadtpfarrer Manuel Kleiner und Wolfgang Schneck. Kleiner erinnert an die Schrecken des Brandes und die Folgen – einen „Riesenberg“ an Belastung, der auf Oberbürgermeister Kunz und den Mitarbeitern lastete. Schneck sagt, dass Dillingen trotz des Unglücks auch dankbar sein könne – dafür, dass keine Menschen bei dem Brand zu Schaden kamen. Das Archiv, wichtige Verwaltungsräume und das Triptychon hätten gerettet werden können. Zwei Feuerwehrmänner müssen wegen einer Alarmierung, die sich später als Fehlalarm herausstellt, die Versammlung verlassen. Firmenchef Günter Schwertberger, dessen Unternehmen den Dachstuhl errichtet, überreicht OB Kunz ein Holzschild mit dem Dillinger Stadtwappen. Auf der Rückseite stehen die Namen aller Mitarbeiter, die den Dachstuhl aufbauen.

Auch dieses Schild ist auf dem Balken angebracht.
Bild: Berthold Veh

Der geschmückte, erste Balken „schwebt“ schließlich durch die Königstraße. Ein Kran hievt das Holzteil nach oben. Die Höchstädterin Irene Fasel zählt zu den Schaulustigen, die die Szene verfolgen. „Mich interessiert auch als Höch-städterin, dass das Rathaus wiederaufgebaut wird. Es gehört zu Dillingen“, sagt sie. Und vermutet, dass fünf Millionen Euro für den Wiederaufbau des historischen Altbaus nicht reichen werden.

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