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Konzert

12.02.2015

Dirigenten-Ära in Landshausen endet spektakulär

Edgar Bürger stand zum letzten Mal auf der Bühne vor dem Kammerorchester aus Giengen und dem Männerchor des Liederkranzes Landshausen.
Bild: Walter

Edgar Bürger stand nach 37 Jahren beim Liederkranz zum letzten Mal am Pult

Als der Operntenor Christian Zenker am Schluss des bemerkenswerten Abschiedskonzertes am vergangenen Sonntagabend für Edgar Bürger „Sag beim Abschied leise Servus“ sang, war ein emotionaler Höhepunkt erreicht. Das begleitende Kammerorchester aus Giengen hatte sich in der Bachhagler Gemeindehalle diese Ehrung ausgedacht.

Der sichtlich bewegte Dirigent dankte seinen instrumentalen Wegbegleitern für das nicht selbstverständliche Engagement, den Gesangssolisten für ihr glanzvolles Mitwirken und „seinem“ Liederkranz Landshausen, den er 37 Jahre leitete, für Bereitschaft, Einsatz und Treue. Franz Lingel kündigte an, Edgar Bürger in einer eigenen Veranstaltung gebührend zu verabschieden. Der Vorsitzende konnte in der ausverkauften Gemeindehalle die Spitzen des Chorverbandes Dillingen Günther Durner, Anton Kapfer, Walter Ernst sowie Bachhagels Bürgermeisterin Ingrid Krämmel und Syrgensteins Zweiten Bürgermeister Norbert Bach begrüßen.

Es ereignete sich ein spektakuläres Chor- und Orchesterkonzert, in dem der Dirigent alle Register seines beachtlichen Könnens zog. Das exzellente Streichorchester mit vorzüglichen Holz- und Blechbläsern blühte richtig auf. Edgar Bürgers Leidenschaft steckte das Orchester an, das schon in der Zigeunerbaron-Ouvertüre von Johann Strauß aufhorchen ließ. Die Spielfreude, gepaart mit respektablem technischem Vermögen, konnte Bürger für die vielfältigen Begleitaufgaben nutzen. Die Präzision und Tonreinheit, die Wandlungsfähigkeit, mit der klassische oder romantische Opern- und Operettenausschnitte präsentiert wurden, war hoch zu rühmen. Wunderschön zum Beispiel das Hörnerquartett im Freischütz-Jägerchor oder die Flöten-, Oboen-, Klarinetten- und Posaunensoli sowie das ausgezeichnete Format der Konzertmeisterin. Auf dieser fundierten Orchesterbasis entfalteten sich die Gesangssolisten bestens. So Stefan Mußack in der Rolle des „Evangelimann“ mit der berührenden Tenorarie „Selig die Verfolgung leiden“. In der Kinderszene ergänzte der Nachwuchschor des Liederkranzes „Lilac light“ tonschön „Denn ihrer ist das Himmelreich“. Edgar Bürgers designierte Nachfolgerin Sabine Seidl hat diesen Beitrag mit einstudiert. In Franz Lehárs Lied und Csardas aus „Zigeunerliebe“ zeigte Seidl gestochen scharfe Spitzentöne in einer temperamentvollen Darbietung. Beim „Vogelhändler“-Potpourri war sie eine fesche „Christl von der Post“; Christian Zenker sang einschmeichelnd „Wie mein Annerl zwanzig Jahr“.

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Bewundernswert das Auftreten der über 50 Sängerinnen und Sänger des Liederkranzes Landshausen. Ihnen gelang eine machtvolle Demonstration im „Chor der Kreuzfahrer“ aus „Die „Lombarden“ von Giuseppe Verdi, eine begeisternde Wiedergabe des „Zigeunerchores“ aus dem „Troubadour“, ein famoser A-cappella-Einsatz in „Schon die Abendglocken klangen“ (C. Kreutzer), eine verklärte Abendstimmung am See im „Chor der Jäger und Hirten“ aus Rossinis „Wilhelm Tell“, ein stimmungsvoller Chor der Landsleute aus „Die verkaufte Braut“ von Friedrich Smetana und ein reizendes, beschwingtes Potpourri aus Leon Jessels „Schwarzwaldmädel“. Der Männerchor glänzte beim „Jägerchor“ („Freischütz“, C.M. von Weber) und im „Weinlied“ aus „Undine“ von A. Lortzing.

Innig und mit Wohllaut erklang vom Frauenchor das Terzett „Bald prangt den Morgen zu verkünden“ aus Mozarts „Zauberflöte“. Der große Beifall galt den sicheren Einsätzen, dem harmonischen Zusammenklang mit dem Orchester, der trefflichen Umsetzung von Edgar Bürgers interpretatorischen Absichten. Die Zuhörer honorierten die Flexibilität des Liederkranzes, mit der er die Stilrichtungen bewältigte. Mit Applaus wurde zu Recht die fachkundige Moderation der Musikstudentin Julia Schmid belohnt. Die Veranstaltung war gewiss eine Sternstunde in der Geschichte des Landshausener Gesangvereins.

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