Serie

29.08.2018

Doch nicht „arm“

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2 Bilder
Die Kasarmen-Straße hat eine lange Geschichte.
Bild: Silva Metschl

Soldaten gaben einer Straße in Wittislingen ihren ungewöhnlichen Namen

„Straßen und ihre Namen“ heißt eine Serie unserer Zeitung. Dabei spüren wir der Geschichte von Straßen in unserem Landkreis nach.

Direkt am kleinen Nebenarm der Egau in Wittislingen verläuft die Straße „Am Bächle.“ Doch eine zweite Straße, die den Fluss auf der anderen Seite begleitet, trägt einen ungewöhnlichen Namen. Dabei ist die Geschichte des „Kasarmen“ eine sehr alte, wie Harald Lemmer, der Archivar des Marktes Wittislingen, erzählt.

Vor dem Bau der ersten Kaserne in Dillingen lagen die Soldatenquartiere des Hochstifts Augsburg rings um die Stadt verteilt. Dies war ungefähr von 1681 bis 1715. Auch in Wittislingen befanden sich solche Casarmen, das heißt Soldatenhäuser. Der Name leitet sich aus dem Italienischen bzw. Lateinischen ab. Casa bedeutet Hütte, arma ist die Waffe. Zusammengesetzt heißt casarma wörtlich Waffenhaus, wird aber als Kaserne übersetzt. Der eingedeutschte Begriff Kasarmen findet sich häufig in Schwaben und Norddeutschland. Im 17. Jahrhundert dienten die Kasarmen während des 30-jährigen Kriegs als Soldatenunterkunft. Im Spanischen Erbfolgekrieg, auch bei der Schlacht in Höchstädt 1704, waren viele verwundete Soldaten in den Kasarmen untergebracht. Der Grundriss dieser Häuser bestand aus einem schmalen Gang in der Mitte mit Schlafräumen auf beiden Seiten. Am Ende bildete der Flur einen kleinen Küchenraum. Die Wittislinger Bürger benutzten die „Kasarmen“ bereits als Ortsbezeichnung, bevor der Name 1955 in das neue Straßenregister aufgenommen wurde.

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