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Bächingen

14.09.2018

Dogdancing: Die mit den Hunden tanzen

Petra Moj aus Bachhagel „tanzt“ mit ihrer Mischlingshündin Amy. Beim Dogdancing versuchen Halter und Hund, sich gemeinsam rhythmisch zu bewegen.
Bild: Andreas Schopf

Bei den Hundefreunden Unteres Brenztal in Bächingen lernen Halter, wie sie sich mit ihrem Vierbeiner rhythmisch zur Musik bewegen. Doch bis das klappt, braucht es viel Geduld.

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, sagt man. Kein Wunder, dass die Vierbeiner nach der Katze das beliebteste Haustier Deutschlands sind. Auch im Landkreis gibt es zahlreiche Hundefans. In unserer Serie beschäftigen wir uns mit allem, was Hund und Halter bewegt. Heute geht es um das Dogdancing.

Emil soll „rückwärts einparken“. Der Mischlingshund geht auf sein Frauchen zu, erst noch etwas unsicher, dann aber bestimmter. Kurz vor Waltraud Schilling dreht er sich auf der Stelle um. Die Peterswörtherin gibt das Kommando „back“. Langsam tappst Emil rückwärts durch die Beine des Frauchens und dreht eine Schleife um die Waden. Dann kommt das nächste Kommando: „K.O.“ Prompt lässt sich Emil auf den Boden fallen und streckt alle Viere von sich.

Anja Sprengart, ebenfalls aus Peterswörth, steht daneben und schaut sich genau an, was ihre Schützlinge anstellen. Sprengart ist Übungsleiterin bei den Hundefreunden Unteres Brenztal in Bächingen und unter anderem zuständig für den Bereich „Dogdance“ – Hundetanz also. Eine Disziplin, bei der Mensch und Hund sich rhythmisch zur Musik bewegen. Zum Teil miteinander, zum Teil gegeneinander, aber immer als harmonische Einheit, quasi als Tanzpaar.

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Dogdancing in Bächingen: Ein Trick auf Kommando

Das zumindest ist das Ziel. Bis das so klappt, braucht es viel Geduld. Und noch mehr Training. „Ein Hund braucht bis zu 2000 Wiederholungen, bis er einen Trick auf Kommando beherrscht“, sagt Sprengart. Zum Training der Hundefreunde an diesem Abend sind vier Frauen mit ihren Hunden auf den Übungsplatz in Bächingen gekommen. Die Gruppe hat vor etwa eineinhalb Jahren mit dem Dogdancing begonnen. Die Teilnehmer treffen sich von Frühling bis Herbst etwa alle zwei bis drei Wochen, dazu kommt das Training zuhause. Doch an ein richtiges „Tanzen“, an eine Choreografie mit Musik, ist noch nicht wirklich zu denken. Die Teilnehmer üben einzelne Tricks. Erst wenn die perfekt sitzen, können sie die Elemente zu einer Choreografie zusammenführen. Ein gemeinsames Tanzen in der Gruppe ist schwierig. „Jeder Hund hat ein anderes Tempo“, sagt Sprengart. Dass sich alle zusammen im gleichen Takt zur Musik bewegen, ist kaum machbar. Zumal die Hunde alle auf einem verschiedenen Stand sind. Manche müssen noch mit Leckerlis zu jeder Bewegung gelockt werden. Anderen reicht eine Bewegung oder Geste von Frauchen, um zu wissen, was sie machen müssen. Idealerweise genügt ein einzelnes, gerufenes Kommando, und der Vierbeiner weiß, welcher Trick an der Reihe ist. Möglich ist fast alles: Drehungen, Sprünge, abklatschen, rückwärts oder auf zwei Beinen laufen, totstellen, auf dem Boden rollen und vieles mehr. Doch nicht jeder Hund ist für jede Bewegung geeignet. „Ängstliche Hunde haben etwa ein Problem damit, durch Beine zu laufen“, sagt Sprengart.

Ist Dogdancing gut für den Hund?

So mancher mag sich fragen: Ist Dogdancing etwas Natürliches und gut für den Hund? Übungsleiterin Sprengart sagt: „Wir zwingen keinen Hund zu etwas. Wenn das Tier etwas nicht möchte, machen wir es nicht.“ Dazu komme die Gesellschaft und die Bewegung mit anderen Hunden, die den Tieren Spaß mache. Und Sprengart macht deutlich: Dogdancing ist ein mentales Training für die Hunde. Pro Stunde lernen sie mindestens einen neuen Trick. „Sie müssen voll mitdenken und werden mehr gefordert als nur mit ‘Sitz’ und ‘Platz’.“

Petra Moj aus Bachhagel kommt mit ihren beiden Mischlingshunden zum Dogdancing. „Ich habe es erst mit Agility probiert“, erzählt sie. „Aber davon waren meine Hunde nicht begeistert.“ Jetzt, beim Dogdancing, seien ihre beiden Vierbeiner „mit Feuereifer dabei“. „Sie machen gerne Kopfarbeit, werden viel belohnt und freuen sich auf die Stunden“, sagt Moj. Auch zuhause merke sie, mit welchem Eifer ihre Hunde beim „Tanzen“ dabei sind. „Sie sind danach müde und richtig ausgepowert.“

Wettkampf Die Hundefreunde Unteres Brenztal sind am Sonntag, 16. September, Gastgeber der Süddeutschen Meisterschaft in Agility. Beginn ist um 9 Uhr auf dem Übungsplatz in Bächingen.

Weitere Folgen unserer Serie:

Kann man seinen Hund alleine lassen?

Welches Futter kommt am besten in den Napf?

Wann sollte man zum Hunde-Friseur?

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