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Landkreis Dillingen

08.10.2019

"Donaustones": Das steckt hinter den bunten Kieseln

Franziska Pflaum will mit ihren „Donaustones“ die Welt ein kleines Stückchen bunter machen und außerdem erreichen, dass die Menschen ihrer Umwelt wieder mehr Beachtung schenken. Auch ihr neunjähriger Sohn Tim malt gerne mit.
Bild: Tanja Ferrari

Wer die Augen offen hält, entdeckt vielleicht einen ganz besonderen Stein. Wie eine Dillingerin mit Farbe anderen Menschen ein Lächeln in ihr Gesicht zaubern möchte.

Vor ihr auf dem Tisch liegen rund ein dutzend verschiedene Kieselsteine. Sie sind groß und auch klein – rund oder kantig. Wenn Franziska Pflaum beim Spazierengehen einen besonderen Kiesel entdeckt, dann nimmt sie ihn mit nach Hause. Die Steine haben eine ganz besondere Funktion. Sie sind Hauptbestandteil des neuen Hobbys der 30-Jährigen. Wenn sie mit ihnen fertig ist, dann tauchen sie in neuem Gewand in mehreren Städten im Landkreis wieder auf.

Was es mit den "Donaustones" auf sich hat

Knapp fünfeinhalb Monate ist es her, als Pflaum ihr erstes steinernes Kunstwerk aus der Not heraus kreierte. Weil sie mit einem dreifachen Sprunggelenksbruch ausfällt, suchte sie im Mai verzweifelt nach einer Beschäftigung. Sechs Wochen verbrachte sie im Krankenhaus. Nur mit dem Rollstuhl konnte sie sich in dieser Zeit fortbewegen. Gemeinsam mit ihrem Freund begann sie im Garten nach Steinen zu suchen. Im Krankenbett richtete Pflaum anschließend ihr Malstudio ein und pinselt fleißig Farbe auf die unscheinbaren Kiesel.

Ob „Allersteine“, „Küstensteine“, „Elbstones“ oder „Donaustones“, so wie die 30-Jährige sie nennt – sie alle sollen die Welt ein kleines Stückchen bunter machen und Aufmerksamkeit schaffen. „Dahinter versteckt sich ein gemeinsames Konzept“, erklärt Pflaum. Die Steine werden in der Natur gesammelt und anschließend mit bunten Farben bemalen. Inzwischen hat dieser Trend bereits unzählige Anhänger gefunden, die die Freude am Bemalen der Kiesel teilen. „Im Norden Deutschlands sind die bunten Steine schon deutlich weiter verbreitet“, erklärt sie begeistert.

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Welches Ziel sich hinter der Aktion verbirgt

Die 30-Jährige, die selbst gerne Zeit in der Natur verbringt, verfolgt mit ihrem Hobby ein besonderes Ziel: Die bunten Kiesel sollen anderen eine Freude machen und zum Rausgehen motivieren. Sie sagt: „Die Menschen gehen so vielleicht wieder mit offenen Augen durch die Welt.“ Mit ihren Kiesel-Kunstwerken hofft sie, genau das zu erreichen. Kinder und Menschen allen Alters sollen freiwillig Zeit in der Natur verbringen und jeder dabei gefundene „Donaustone“ könnte ein Lächeln in das Gesicht zaubern.

Wo die "Donaustones" zu finden sind

Was auf einen Stein gemalt wird, entscheidet Pflaum, wenn sie den Kiesel vor sich sieht. Mit Acrylfarbe und Klarlack werden die steinernen Kunstwerke anschließend verziert. Auch für kaputte Steine hat die 30-Jährige eine Verwendung. Sie sagt: „Daraus werden M&Ms.“ Gemeinsam mit einigen Freundinnen bemale sie die Steine. Auch ihr neunjähriger Sohn Tim schwingt ab und zu begeistert den Pinsel. Er sagt: „Es macht richtig Spaß und ist einfach.“ Auf Facebook gibt es sogar eine „Donaustones“ Gruppe mit rund 270 Mitglieder.

„Knapp 30 Steine gibt es in Dillingen, Lauingen, Gundelfingen und Wittislingen zu finden“, sagt Pflaum. Inzwischen kann die 30-Jährige die fertigen Steine schon wieder selbst an vielen öffentlichen Plätzen verteilen. Ganz zu Beginn ihres Projektes habe sie allerdings ihre Mutter mit dem Fahrrad losgeschickt, erinnert sie sich und muss lachen. „Ich konnte ja selbst nicht laufen“, bemerkt sie. Zwischen zehn Minuten und dreieinhalb Stunden braucht sie für jeden Stein. Wer anschließend einen bunten Kiesel entdecke, könne ihn mitnehmen oder einfach ein Bild davon machen und sich darüber freuen. „Das ist wie Geocaching ohne Handy oder Ostereier suchen nur mit Steinen statt Eiern“, sagt die 30-Jährige.

Wer einen „Donaustone“ im Landkreis findet, kann ein Bild von diesem in der gleichnamigen Facebookgruppe posten.

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