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Glött

05.02.2020

Drei G's halfen Kurt Schmidt, 100 Jahre alt zu werden

Kurt Schmidt feiert am Mittwoch seinen 100. Geburtstag. Links seine Frau Erna, rechts Tochter Annemarie Schmid.
Bild: Rogler

Plus Kurt Schmidt aus Glött wird am Mittwoch 100 Jahre alt. Früher fuhr er mit dem Rad zur Arbeit – nach Augsburg.

Wenn man ihn so ansieht, würde man ihn für einen älteren Herrn zwischen 70 und 80 Jahren halten. Doch weit gefehlt, Kurt Schmidt gehört zu den ältesten Bürgern in Glött: Am Mittwoch feiert er seinen 100. Geburtstag. Seine Frau Erna und seine Tochter Annemarie Schmid erzählen aus seinem bisweilen harten Leben.

Als ältestes von sieben Kindern wurde Kurt Schmidt im niederschlesischen Auras an der Oder geboren. Der ausgebildete Möbelschreiner wurde 1939 zum Kriegsdienst eingezogen und kam im Januar 1945 schwer verwundet aus dem Russlandfeldzug ins Lazarett im Kloster in Glött. „Das war sein Glück, sonst wäre er womöglich nicht mehr zurückgekommen“, sagt Erna Schmidt. Er lernte seine erste Frau Cecilia kennen und blieb in Glött. Cecilia, selbst verwitwet, brachte den 1941 geborenen Ludwig mit in die Ehe, 1949 wurde die gemeinsame Tochter Annemarie geboren.

Mit dem Fahrrad ging es zu den Amerikanern nach Augsburg

Der Jubilar arbeitete nach Kriegsende unter anderem als Möbelschreiner in einer Kaserne der US-Army in Augsburg, im Tiefbau und in einem Sägewerk, zuletzt wieder in einer Schreinerei in Glött. „In Augsburg bei den Amerikanern war er die ganze Woche lang, nur am Wochenende kam er heim. Und die Strecke legte er immer mit dem Fahrrad zurück“, erinnert sich Annemarie. Ende der 70er-Jahre ging Kurt Schmidt mit fast 60 Jahren in den Ruhestand. Wenige Jahre zuvor ereilte ihn ein weiteres Schicksal: 1971 starb Cecilia mit Anfang 50 nach längerer, schwerer Krankheit. „Es war schon hart, die Mutter so leiden zu sehen. Der Verlust war unermesslich, zudem hatte ich dann drei Männer zu versorgen“, sagt Tochter Annemarie, verheiratete Schmid. „Aber es formt und stärkt für das Leben.“

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Über den Fischereiverein lernte ihr Vater seine zweite Frau Erna kennen. Auch sie war damals verwitwet. „Im Mai 1972 haben wir uns kennengelernt und im September geheiratet.

Kurt Schmidt war sehr lange sehr aktiv

"Die Vereinskameraden haben uns förmlich verkuppelt“, sagt die 88-Jährige und lacht. Kurt Schmidt war eng ins Vereinsleben von Glött integriert, besonders um den SSV machte er sich verdient. „Er hat ja beim Bau des Vereinsheims kräftig angepackt, war zeitweilig Zweiter Vorsitzender und eigentlich der erste Wirt im Vereinslokal“, berichtet Gerhard Konle, 52, Schmidts Enkel von Ziehsohn Ludwig. Neben dem Sportverein und dem Fischen war das Gärtnern seine große Leidenschaft. „Bis vor zwei Jahren hat er den Garten gepflegt, vor wenigen Jahren stieg er sogar noch auf die Bäume“, sagt Ehefrau Erna. Und das trotz mehrerer Hüft- und Knieoperationen. Mit 96 gab ihr Mann seinen Führerschein ab.

Inzwischen ist der Jubilar mit einem Rollator unterwegs. "Ich höre fast nichts mehr, ich sehe fast nichts mehr, aber sonst geht es mir noch ganz gut“, sagt Kurt Schmidt. Wie man so alt wird wie er? Gesunde Ernährung, gute Gene (seine Geschwister sind auch sehr alt beziehungsweise alt geworden), und Glück. Erna Schmidt erinnert sich an einen Ausspruch des Hausarztes: „Wenn man mal vier Jahre Russland überlebt hat, dann wird man auf jeden Fall sehr alt.“

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