Newsticker

Corona-Neuinfektionen mit 23.449 Fällen leicht über Vorwochenniveau
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Drei Powerfrauen in Dillingen zusammen auf der Bühne

Dillingen

20.11.2018

Drei Powerfrauen in Dillingen zusammen auf der Bühne

Sie waren zusammen auf der Bühne im Dillinger Stadtsaal (von links): Inka Kuchler, Irene Schindele und Sarah Straub. Während ihres Auftritts schlugen sie immer wieder kritische Töne an.

Sarah Straub und Vivid Curls begeistern als eingespieltes Team im Dillinger Stadtsaal. Sie schlagen auch kritische Töne an.

Auf der Bühne stehen kaum mehr als drei Mikrofone und ein Keyboard. Viel mehr brauchen Sarah Straub und die Vivid Curls auch gar nicht, um diesen Abend zu füllen und die circa 240 Zuhörer im Dillinger Stadtsaal zu begeistern. Die Mischung aus leisen und lauteren, kraftvollen Pop-Stücken sowie Allgäu-Folk ist abwechslungsreich und geht ins Ohr. Seit mittlerweile drei Jahren treten das Schwesternduo aus dem Allgäu, Inka Kuchler und Irene Schindele, und die Sängerin Sarah Straub immer wieder zusammen auf. Die Harmonie zwischen den drei Frauen und die gegenseitige Wertschätzung ist durchgehend zu spüren und zieht sich durch die Veranstaltung wie ein roter Faden.

"Zuhause ist es jedes Mal etwas ganz Besonderes"

Die drei Künstlerinnen treten in ihren gemusterten bodenlangen Kleidern auf die Bühne und eröffnen den Abend mit Straubs „Red“. Für die Gundelfingerin, die im vergangenen Sommer im Vorprogramm von James Blunt und Anastacia gespielt hat, ist das Konzert ein Heimspiel. „Zuhause ist es jedes Mal etwas ganz Besonderes“, sagt Straub. Das Thema Heimat ist den ganzen Abend präsent, die Musikerinnen sind allesamt stolz auf ihre Wurzeln, was sie in einigen Songs verarbeiten. Mit „Allgäu“ liefert das Frauenduo eine Liebeserklärung ans Allgäu. Ihr Dialekt ist immer präsent, in ihren Liedern genauso wie in ihren Ansagen. Charmant und herzlich lassen sie das Publikum immer wieder teilhaben, was sie zu ihren Songs inspiriert. Die Lebensfreude der drei Frauen ist durchweg spür- und hörbar. Mit „Home“ haben sie eine Hymne für alle geschrieben, für die Heimat nicht zwangsläufig an einen Ort geknüpft, sondern ein Gefühl ist. Sarah Straub schließt sich hier an: Ein Lied widmet sie ihren Eltern. Geschrieben hat sie dies kurz vor ihrem 30. Geburtstag. „Die Zahl klingt so erwachsen. Ich wusste, jetzt ist’s dann vorbei mit der Ausrede von jugendlichem Leichtsinn“, scherzt Straub. Ruhigere Töne erklingen beim Lied „Schneeflockennacht“. Dieses durften die Vivid Curls für den letztjährigen Weihnachtsfilm der Augsburger Puppenkiste beisteuern. „Vermutlich ist das unser größter Hit“, überlegen die beiden Frauen und erzählen stolz, dass der Film und damit auch ihr Song bundesweit in Deutschland sowie in Österreich, Frankreich und Belgien lief.

Sie sehen die Presse- und Meinungsfreiheit in Gefahr

Nichtsdestotrotz schlagen die Sängerinnen auch kritische Töne an. Es ist ihnen ein Dorn im Auge, dass so oft die Flüchtlinge als Sündenbock herhalten müssen. Sie sehen unsere Demokratie und die damit verbundene Presse- und Meinungsfreiheit in Gefahr. Das Lied „Großmaul Arnulf“ von den Vivid Curls ist ein Appell beziehungsweise Hilferuf, in dem sie die aktuelle Entwicklung in der Gesellschaft anprangern. „Wir wissen nicht, wie viel wir bewirken können, aber wir wollen nicht still sein.“ Auch das Thema Streaming wird angesprochen: Dies sei der Tod für Künstlerinnen wie sie, da bei Produktionskosten im fünfstelligen Bereich folglich „quasi nichts hängen bleibt“ ohne CD-Verkäufe. Nach einer kurzen Pause geht es nahtlos mit Stücken beider Parteien weiter. Inka Kuchler begleitet zwischendurch an der Pauke, mit dem Tambourin oder der Mundharmonika. Das Trio entdeckt bei der Zusammenarbeit immer mehr Gemeinsamkeiten. Eine davon ist, dass beide Seiten jeweils einen Titel der Oma gewidmet haben. Mit „Reflection loss“ und „All deine Engel“ wird es im Stadtsaal ruhig, bei den Songs handelt es sich um sehr persönliche Balladen.

Fair produzierte T-Shirts im Gepäck

„We heal“, eines der wenigen englischsprachigen Stücke der Allgäuerinnen, singen die Künstlerinnen perfekt dreistimmig und stellen ihr Können einmal mehr unter Beweis. Mit „Pieces“ und „Jäger der Glückseligkeit“ präsentieren Straub, Kuchler und Schindele ihre wohl bekanntesten Songs. Zum Ende hin machen Vivid Curls auf ihre Aktion „Eine Welt“ aufmerksam. Sie haben T-Shirts im Gepäck, die fair produziert wurden, mit denen sie einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten wollen, in der jeder eine Chance bekommt. Mit Straubs Hit „I say goodbye“ verabschieden sich die Sängerinnen nacheinander von der Bühne nach einem gelungenen Abend im Stadtsaal.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren