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Landfrauen

02.02.2017

Duell um das Amt der Kreisbäuerin

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Zwei Kandidatinnen, aber nur ein Amt: Annett Jung und Ingrid Kratzer (Foto)  wollen heute Abend bei der Versammlung der Ortsbäuerinnen im Dillinger Landratsamt zur Kreisbäuerin gewählt werden.
Bild: Jung/Schoen

Ingrid Kratzer aus Hirschbach will heute gewählt werden, Annett Jung aus Sonderheim ebenfalls. Hannelore Schmid darf aus Altersgründen nicht mehr antreten.

Ein bisschen wehmütig ist Kreisbäuerin Hannelore Schmid schon. Für die Göllingerin geht eine schöne Zeit zu Ende. Im Dillinger Landratsamt werden die Ortsbäuerinnen am heutigen Donnerstag eine neue Kreisbäuerin wählen. Hannelore Schmid hatte dieses Amt zehn Jahre lang inne. „Und ich war Kreisbäuerin mit Leib und Seele“, sagt die Kesseltalerin, die auch gerne noch einmal angetreten wäre. Die Satzung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) sieht aber vor, dass eine Kreisbäuerin am Wahltag jünger als 65 Jahre sein muss. Und Hannelore Schmid, man sieht es ihr nicht an, ist bereits 66.

Die Göllingerin schwärmt von der „tollen Zusammenarbeit und dem Zusammenhalt“ der Ortsbäuerinnen in den vergangenen Jahren – etwa bei den Auftritten auf der Messe WIR in Dillingen oder dem Plätzchenbacken für unser Leserhilfswerk Kartei der Not. „Die Aufklärung der Verbraucher lag mir am Herzen“, sagt Schmid. Bei den Kindertagen auf dem Bauernhof sei der Dillinger BBV-Kreisverband führend. „Wir wollen den Buben und Mädchen zeigen, was moderne Landwirtschaft ist“, sagt die Kreisbäuerin. Landfrauen hätten im Übrigen 95000 Unterschriften gesammelt, dass Alltags- und Lebensökonomie im Unterricht wieder eine Rolle spielen soll. Dazu gehörten Kompetenzen wie Kochen, gesunde Ernährung und der Umgang mit dem Geld.

Für das Amt der Kreisbäuerin gibt es zwei Kandidatinnen: die stellvertretende Kreisbäuerin Ingrid Kratzer aus dem Wertinger Stadtteil Hirschbach und Annett Jung aus dem Höchstädter Stadtteil Sonderheim. 75 Ortsbäuerinnen und sechs Ortsobmänner (BBV-Ortsverbände, in denen es keine Ortsbäuerin gibt) haben die Wahl. Ingrid Kratzer sagt: „Ich trete auf jeden Fall an.“ Seit fünf Jahren ist die Hirschbacherin, die mit ihrem Mann eine Landwirtschaft im Nebenerwerb betreibt, stellvertretende Kreisbäuerin und seit zehn Jahren Mitglied im BBV-Kreisvorstand. Die Öffentlichkeitsarbeit und die Aufklärung der Verbraucher stünden für sie an oberster Stelle, sagt Kratzer. „Die Landwirtschaft muss wieder in das richtige Licht gerückt werden“, betont die 54-Jährige. Denn in der Öffentlichkeit existiere mitunter ein völlig unrealistisches Bild.

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Annett Jung sagt ebenfalls: „Ich werde auf jeden Fall antreten.“ Die Sonderheimerin ist seit zehn Jahren Ortsbäuerin und seit fünf Jahren Mitglied im BBV-Kreisvorstand. Dort hat sie die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Die 46-Jährige, die mit ihrem Mann einen Hof (Ackerbau und Viehzucht) und ein Gästehaus betreibt, sagt: „Ich lebe die moderne Landwirtschaft.“ Und sie sei auch durch ihren Wohnort Sonderheim in allen wichtigen Themen drin – von der B16 neu in Höchstädt bis zur Debatte um die Flutpolder.

Hannelore Schmid hält sich gegenüber unserer Zeitung aus der Debatte um ihre Nachfolgerin heraus. Ebenso der BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer. Es verbiete sich, eine Empfehlung für eine Kandidatin abzugeben. Der Bauernverband habe dafür zu sorgen, dass die Wahl ordnungsgemäß durchgeführt wird. Und es sei doch ein gutes Zeichen, „dass zwei Kandidatinnen da sind, die dieses wichtige Amt wahrnehmen wollen“, sagt der Kreisgeschäftsführer.

Im Landkreis Dillingen gibt es 27 Kommunen. Der BBV hat dagegen 81 Ortsverbände – also rein rechnerisch in jeder Kommune drei. Das Amt der Kreisbäuerin habe auch die Karriere einiger Politikerinnen befördert, sagt Bayer. Im Landkreis Dillingen ist Angela Rieder dafür ein Beispiel. Die Warnhofener CSU-Politikerin wurde damals Vize-Landrätin im Landkreis Dillingen.

Kreisgeschäftsführer Bayer hält sich erwartungsgemäß auch mit einer Prognose zurück, wie die Wahl ausgehen wird. Nur eines könne er sagen, merkt Bayer an. „Das wird spannend.“

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