21.11.2016

Ede, Boris und Donald

Kabarettist Bernd Händel begeisterte am Freitagabend bei seinem Auftritt in der Kim-Halle in Höchstädt. Vor allem seine fiktiven Gespräche verschiedener Prominente brachten das Publikum zum Lachen.
Bild: SPD

Kabarett Bernd Händel holte die Promis in Höchstädt auf die Bühne

Höchstädt Was wünscht sich ein Veranstalter mehr, als dass so viele Besucher kommen, dass die Plätze nicht reichen und zusätzliche Stühle aufgestellt werden dürfen? Dementsprechend gut gelaunt waren die beiden Höchstädter SPD-Ortsvorsitzenden Wolfgang Konle und Jan Waschke am Freitagabend, als sie zur ersten offiziellen Veranstaltung in der neuen Kim-Halle der SSV den Kabarettisten Bernd Händel begrüßen durften. Und Händel, den viele als den Sitzungspräsidenten der „Fastnacht in Franken“ kennen, „rockte“ den Abend.

Mit einer lockeren Mischung aus Parodien verschiedenster bekannter Persönlichkeiten aus Sport, Show und Politik hatte er die Lacher schnell auf seiner Seite. Es ist bemerkenswert, wie er in fiktiven Gesprächen verschiedener Prominenter alle Rollen zum Verwechseln ähnlich sprach und zielsicher die Pointen setzte. Selbst Franz Josef Strauß trat aus dem Jenseits auf und gab vor, kurz vor seinem Ableben in die SPD eingetreten zu sein, damit im Falle seines Todes „nur einer von denen“ stürbe. Händels Repertoire an lustigen Anekdoten und Witzen aller Art, gelegentlich auch unterhalb der Gürtellinie, ließ kein Auge trocken. Boris Becker wird wohl auch im hohen Alter noch an seine Zeugungsfähigkeit in engen Räumen erinnert werden. Und die Stammel-Sätze des bayerischen Alt-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber klangen, wie wenn „Ede“ selbst auf der Bühne stünde. Mit einem hintergründigen Buchstabendreher bekam auch Altbundeskanzler Gerhard „Gaz-Herd“ Schröder sein Fett ab. Seine unbestrittenen Fähigkeiten als Sänger (Bariton) und Gitarrist stellte Händel mit seinen „Mutantenstadel“-Schlagerparodien unter Beweis, in denen er Prominente auf die Schippe nahm, die zu bekannten Melodien „eigene Texte“ vortrugen. Händel schlüpfte in die Rollen seiner langjährigen Kunstfiguren „Silvester Capone“ und „Herbert Hisel“ und demonstrierte knallhart, wie Fränkisch im Original klingt. Franz Beckenbauer wurde sein mit Millionen honoriertes „Ehrenamt“ für den DFB und die FIFA vorgehalten – und Horst Seehofer seine eher mormonische Interpretation der christlich-sozialen Familienpolitik. Dass er auch die Aktualität im Blick hat, bewies Händel mit seinen Anmerkungen zum Abschiedsbesuch Barack Obamas bei Angela Merkel und zur Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten.

Am Ende war nicht alles politisch korrekt, was da zu hören war, doch das störte die amüsierten Zuhörer nicht; und nicht wenige gingen erst mit einem signierten und gewidmeten Buch des Meisters nach Hause. (BJW)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren