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Asyl im Landkreis Dillingen

19.06.2020

Ehrenamtliche Asylhelfer gesucht: Jetzt wird auch die Wirtschaft gefragt

Die Integrationslotsin des Landkreises Dillingen, Andrea Bronnhuber, möchte, dass sich die Organisation der Deutschkurse verbessern.
Bild: Bernd Wüstneck (Symbol)

Plus Ehrenamtliche werden auch im Landkreis Dillingen händeringend gesucht. Die Integrationslotsin wünscht sich mehr Ansprechpartner in den Gemeinden.

Seit Oktober 2018 gibt es im Landkreis Dillingen eine hauptamtliche Integrationslotsin. Andrea Bronnhuber stellte ihre Arbeit im Sozialbeirat des Dillinger Landkreises am Montag vor. Dabei betonte sie den Unterschied zwischen ehrenamtlichen Helfern und ihrer Tätigkeit, die an die sogenannte Beratungs- und Integrationsrichtlinie (BIR) gebunden ist. Daraus wiederum entspringen ihre Aufgaben wie etwa zentraler Ansprechpartner für Ehrenamtliche, diese und Flüchtlinge informieren, praxisbezogen unterstützen, Transparenz herstellen über vor Ort tätige Akteure und Unterstützungsangebote oder auch die Gewinnung von Integrationsbegleitern. Die Motivation der ehrenamtlichen Helfer wurde bei einem gemeinsamen Ausflug zum Bayerischen Landtag, durch Weihnachts- und Sommerfeste gepflegt. Außerdem gab es vor Corona regelmäßige Netzwerktreffen und einen mehrtägigen Kurs über „Engagement stärken, Haltung zeigen“ für Ehrenamtliche sowie für erfolgreiches Nein-Sagen.

Bronnhuber will verstärkt auf die Wirtschaft zugehen

Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller erkundigte sich, ob es noch das Angebot für Flüchtlinge gibt, sich über einen Kurs über das Thema Miete zu informieren. Dieses Projekt nach dem Neusässer Konzept soll Flüchtlinge über die Wohnungssuche, Heizen, Lüften, Mülltrennung und mehr informieren. Der Kurs endet mit einem Zertifikat. Laut Wohnungslotsin Katja Müller sei das Zertifikat bei der Vermittlung eines eigenen Zuhauses sehr hilfreich. Problem: „Ich darf den Kurs nicht anbieten, ich kann nur jemanden anlernen, ihn zu vermitteln“, erklärte Andrea Bronnhuber. Ehrenamtliche Helfer würden sich aber schwerpunktmäßig um ihre Flüchtlinge kümmern. Für Projektarbeit mit mehreren seien sie in der Regel schwerer zu begeistern. Insgesamt 200 Helfer gibt es im Landkreis Dillingen, darunter die meisten ohne Migrationshintergrund. Dabei, so die Integrationslotsin, würden weniger Helfer gebraucht, wenn mehr Projektarbeit möglich wäre. Und Ehrenamtliche fehlen. Zum einen seien viele älter und gehören damit zur Corona-Risikogruppe. Andere würden genau diese Zeit des Abstandhaltens nützen, um sich von der Aufgabe zu trennen. Bronnhuber will deswegen nun verstärkt auf die Wirtschaft zugehen, und dort nach Unterstützern suchen. Doch für ein Projekt wie die Mieterqualifizierung müsste man auf eine weitere Lockerung der Corona-Regeln warten. Eine Videokonferenz sei da wenig sinnvoll.

Integrationslotsin wünscht sich mehr Ansprechpartner in Gemeinden

Die Integrationslotsin führte weitere Schwierigkeiten auf, wie geteilte Zuständigkeiten bei Sprachkursen, ein fehlendes Integrationskonzept und ein fehlender Ort der Begegnung. Außerdem beklagt sie eine fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung und mangelnde Unterstützung seitens der Gemeinden. An dieser Stelle hakte Bürgermeisterin Müller nochmals nach. „Wie ist das gemeint?“ Bronnhuber wünscht sich in jeder Gemeinde einen Ansprechpartner für die Flüchtlinge in den Gemeinden. „Es ist viel leichter, wenn vor Ort jemand ist, bevor der Suchende erst nach Dillingen fahren muss. Manche Gemeinden haben auch schon jemanden in der Verwaltung, der bei Asylthemen hilft, es wird besser“, lenkte Bronnhuber ein.

Ehrenamtliche Asylhelfer gesucht: Jetzt wird auch die Wirtschaft gefragt

Erfolgreich wurde dagegen die App „Integreat“ eingeführt, die Flüchtlinge in verschiedenen Sprachen auch über die aktuellen Corona-Regeln informiert. In diesem Zusammenhang fragte Susanne Gruber (die Grünen/die Linke) nach, wie oft sich die Quartiersmanager treffen. In ihrer Heimatgemeinde sei niemand erreichbar gewesen, gerade als Schüler in der Unterkunft ihre Hausaufgaben ausdrucken wollten. Sie hatten keinen Drucker. Und dann brach auch noch das WLAN zusammen. Landrat Leo Schrell erklärte, die Manager seien wie Hausmeister für die Gemeinschaftsunterkünfte zuständig. Mit ihrer Arbeit sei man sehr zufrieden. Doch jetzt wären wegen des Coronavirus die Besuche in den Unterkünften sehr eingeschränkt. Auch die regelmäßigen Treffen der Quartiersmanager finden derzeit nicht statt, ergänzte Oberregierungsrat Peter Alefeld. Dennoch dankte Schrell für den Hinweis, dem wolle man nachgehen.

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