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Konzert

18.09.2015

Ein Abend voller Liebe

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließen (von links) Katharina Diana Brandel, Petra Schneider und Iris Lutzmann bei ihrem Konzert in der Cafeteria des Seniorenheims.
Bild: Gernot Walter

Katharina Diana Brandel, Iris Lutzmann und Petra Schneider beeindrucken im Gundelfinger Seniorenheim

Edelbert Reile vom veranstaltenden Kulturforum und Seniorenheimleiter Markus Moll zeigten sich angerührt und begeistert vom Auftreten der einheimischen Künstlerinnen im Seniorenheim. Eine „Nuit d’amour“ hatten Katharina Diana Brandel, Iris Lutzmann und Petra Schneider angekündigt. Das Thema Liebe in all seinen Facetten sollte den Programmablauf bestimmen. Weil die Beiträge aus Oper und Kunstlied in den Originalsprachen gesungen wurden, erhellten die musizierenden Damen den Inhalt mit erfrischenden Moderationen. Barocke Melodien auf englisch (Purcell), Kunstlieder auf deutsch (Schumann, Brahms) und französisch (Fauré), Arien auf italienisch (Carissimi, Rossini), französisch (Bizet, Delibes und Offenbach) und tschechisch (Dvorak) gestalteten die Sängerinnen auf staunenswert sichere wie selbstverständliche Weise. Einzelgesang und Duette in schöner bereichernder Abwechslung ließen die zweistündige Soirée wie im Fluge vergehen.

Die zwei Soprane bewegten sich leicht schwebend, gefühlstief innerhalb der klanglich-affektiven Grenzen. Katharina Diana Brandel und Iris Lutzmann zauberten einen bemerkenswerten Reichtum an atmosphärischen Valeurs und poetischen Stimmungen in den Saal. Volksliedhafte Schlichtheit verband sich mit feinsten Nuancen des lyrischen Ausdrucks bei Robert Schumann und Johannes Brahms. Hier zeigte sich schon die stimmliche und persönliche Harmonie der beiden Sängerinnen, aber auch ein sensibles und klar artikuliertes Verständnis für romantische Literatur. Ebenso in Antonin Dvoraks „Mährischem Duett“ ein gelungenes Changieren zwischen warmem Volkston und poetischer Überhöhung. Parallele Stimmführung bei Henry Purcells barockem Darstellungswillen, der Katharina Diana Brandels goldstrahlenden Sopran und Iris Lutzmanns dunkel timbrierten Mezzo hervortreten ließ.

Zum Höhepunkt im Sologesang wurde Katharina Diana Brandels „Puppenarie“ aus „Hoffmanns Erzählungen“. Die Sopranistin stürzte sich mit überbordender belcantistischer Eloquenz und schauspielerischem Talent in ihre „Olympia“-Rolle und verlieh ihr menschliche Wärme. Mit beweglichem und höhensicher leuchtendem Sopran trumpfte Katharina Diana Brandel in der Arie der Rosina aus dem zweiten Akt von Rossinis „Barbier von Sevilla“ auf. Außerordentliche Eleganz und Noblesse prägten Iris Lutzmanns Darstellung der Kunstlieder Gabriel Faurés. Mit ihrer klangvollen, samtig-weichen Stimme beseelte sie die Arie der Dalila aus Camille Saint-Saens Oper „Samson und Dalila“. Große Momente subtiler Ausdruckskunst kennzeichneten „Habanera“ und „Seguidilla“ aus „Carmen“ von George Bizet. In der „Vittoria“-Arie (Carissimi) zeigt die Mezzosopranistin temperamentvolle Vielseitigkeit.

Von Anfang an war offenkundig, dass Petra Schneider am renovierten 116 Jahre alten Blüthner-Flügel quasi die dritte „Stimme“ war. Als Begleiterin hatte sie maßgeblichen Anteil am Gelingen des musikalischen Abends. Mit präziser Tonsprache, behutsamem Spiel, rhythmischer Fantasie, Einfühlungsvermögen, technische Gewandtheit war sie orchestrales Fundament und antwortende Partnerin zugleich. Ihr Solobeitrag, das Prélude „La fille aux cheveux de lin“ von Claude Debussy, schillerte in impressionistischen Farben.

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