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Kunst

12.10.2015

Ein Augen- und Ohrenschmaus

Das Aquarell „Eppisburger Tal“ von Ernst Andrae
3 Bilder
Das Aquarell „Eppisburger Tal“ von Ernst Andrae

Im Höchstädter Schloss ist eine Ausstellung mit Arbeiten von Ernst Andrae und J. Paul Menz eröffnet worden. Warum dies ein Höhepunkt im Programm der Dillinger Kulturtage ist

„In der Ausstellung ‘Farbige Welten’ werden Gegensätze zusammengeführt.“ Diese Erklärung verwies schon zum Auftakt der jüngsten Werkschau im Höchstädter Schloss auf die kontrastierenden Kunstauffassungen von Ernst Andrae und J. Paul Menz.

Die Exponate dokumentieren tatsächlich eine Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten zeitgenössischer Kunst. J. Paul Menz vermittelte in seiner Einführung zur Vernissage einen Überblick über unterschiedliche Standpunkte berühmter Maler. Paul Klee sei es darum gegangen, „Unsichtbares sichtbar zu machen“, Anselm Kiefer habe im Malprozess eine geheimnisvolle Verbindung von Materie und Geist gesehen, Paul Klee habe der künstlerischen Tätigkeit eine magische Kraft zugeordnet und Joseph Beuys habe die Arbeit des Künstlers als „Begleitung“ eines entstehenden Kunstwerks verstanden.

An eine einschränkende Kunsttheorie fühlen sich der Lauinger J. Paul Menz und der Gundelfinger Ernst Andrae nicht gebunden. Mit den Bildern dieser Ausstellung demonstrieren sie ihre künstlerische Freiheit und zugleich ihre Verbindung mit Europas Kunsttradition. Die Ölgemälde Ernst Andraes verstehen sich einerseits als farbenprächtige Lobgesänge auf die Schönheit der Landschaft, auf der anderen Seite aber auch als ironische Enthüllungen absurder Entwicklungen. Seine expressive Malweise verbindet mit sensibler Kraft Abstraktion und Gegenständlichkeit. Dadurch erhalten seine Bilder eine unverwechselbare Handschrift.

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J. Paul Menz beweist mit den Höchstädter Exponaten erneut seine künstlerische Pluralität. Die Acrylkreationen verknüpfen figurativ und symbolhaft Realität und Surrealität, Vision und Naturbetrachtung, Klage und Zustimmung. Seine Glasarbeiten verdichten sich – beispielsweise in einem modernen „Kreuzweg“ – zu Botschaften zeitgenössischer Sozialkritik. Ein schönes Beispiel für diesen Aktualitätsbezug ist das Bild „Aufbruch oder das Echo“.

Bürgermeister Stefan Lenz drückte in seinem Grußwort bei der Vernissage die Freude darüber aus, dass Höchstädt sich mit dieser Ausstellung erneut als kulturelles Zentrum im unteren Landkreis profiliere. Anton Kapfer, Vorsitzender der Initiative „Kultur und Wir“, bezeichnete die Vernissage als einen besonderen Höhepunkt im Programm der diesjährigen „Kulturtage“.

Dass dieser Höhepunkt einer Reihe von Unterstützern zu verdanken ist, unterstrich J. Paul Menz: Die beiden Künstler seien von der Stadt Höchstädt, von der Aktion „Kultur und Wir“, von Schlosskastellan Anton Wiedemann, von Gretl und Werner Büttner sowie von Alfred Schnalzger bei der Realisierung der Werkschau tatkräftig unterstützt worden. Und mit gutem Grund bezeichnete J. Paul Menz die Vernissage nicht nur als einen Augen-, sondern auch als einen Ohrenschmaus: Das Andy Weiss Trio umrahmte die Veranstaltung mit rhythmischer Delikatesse. Wolfgang Düthorn, Peter Stenzel und Andy Weiss sicherten schwungvollen Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert nicht nur musikalischen Schwung, sondern auch instrumentale Pointierung.

ist bis 25. Oktober jeweils samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr oder nach vorheriger Terminabsprache über Telefon 09072/3175 zugänglich.

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