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Ein Ausweg aus dem Teufelskreis

Ein Ausweg aus dem Teufelskreis
Kommentar Von Benjamin Reif
03.01.2020

Man sollte wegen des Umweltschutzes einmal seinem Abgeordneten schreiben.

Jeder muss vor seiner eigenen Haustüre kehren, wenn es um einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geht. Nur mit dem Finger auf andere zu zeigen mit dem Hinweis, dass es in den USA oder Russland noch viel schlechter um die Nachhaltigkeit bestellt ist, das zählt nicht mehr. Gerade wir Deutschen, die so weit über die Verhältnisse unserer natürlichen Ressourcen leben, müssen umdenken.

Schön, dass auch in unserem Landkreis nun Bewegung in die Sache gekommen ist – wenn auch noch recht zaghaft. Die Solarenergie ist im Kreis deutlich im Kommen, und das ist die wohl beste Nachricht in dieser Hinsicht. Es ist eine schöne Vorstellung, dass eines Tages jeder Bürger seinen Strom direkt auf dem Dach produzieren und dank ausgereifter Technik auch bis in die Nachtstunden speichern kann. Geheizt wird sein Haus mit Pellets oder Nahwärme aus einer nahen Biogasanlage. Lädt der Hausbesitzer dann noch sein Elektroauto mit diesem Ökostrom direkt auf, lebt er nicht mehr auf Kosten seiner Nachkommen, ist mobil, unabhängig und finanziert nicht indirekt Krieg und Terrorismus, da kein Öl mehr für sein Auto und seine Heizung fließen muss.

Wer nachhaltig lebt, der lebt unabhängig

Bis zur völligen Nachhaltigkeit ist es natürlich noch ein weiter Weg. Die Akzeptanz für Windkraft beispielsweise ist im Landkreis, um es vorsichtig zu sagen, ausbaufähig. Ebenso ist die Region von konventioneller Landwirtschaft geprägt, trotz des Zuwachses ist nur eine kleine Minderheit von etwa drei Prozent der Betriebe auf ökologische Bewirtschaftung ausgerichtet. Ein Wandel muss hier aber bei uns Bürgern beginnen, und nicht bei den Landwirten. Wenn wir wirklich Schutz für Insekten und die Tierwelt wollen, dann müssen wir Produkte kaufen, für deren Herstellung keine Pestizide verwendet wurden – sprich: Bioprodukte.

Ein Ausweg aus dem Teufelskreis

Doch leider zeigen sich hier die Grenzen der eigenen Bemühungen auf. Man fragt sich, warum man Bio-Produkte kaufen sollte, wenn diese so viel mehr kosten als die konventionelle Ware. Und die Landwirte fragen sich somit völlig zu Recht, warum sie ihre Betriebe auf „Bio“ umstellen sollen, wenn keine ausreichende Nachfrage für ihre Produkte da ist. Es ist ein Teufelskreis.

Die Politik muss umweltfreundlich produzierte Waren fördern, zum Beispiel durch Ermäßigungen bei der Mehrwertsteuer. Doch so etwas ist Bundespolitik, keine Landkreispolitik. Wer persönlich nachhaltiger leben möchte, der kauft zum einen regional ein – und schreibt seinem Abgeordneten, in unserem Fall Ulrich Lange. Dass man ein bisschen Hilfe dabei vertragen könnte, den eigenen Landkreis nachhaltiger zu machen, bitteschön.

Lesen Sie den dazugehörigen Artikel: Wird der Landkreis nachhaltiger?

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07.01.2020

Wenn Sie mal googeln würden, Herr Reif, und nachlesen wie Lithium, für die Batterien der E-Autos unerlässlich, gewonnen wird... müssten Sie ihren Kommentar gewaltig umschreiben... Teufelskreis halt!

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07.01.2020

Es ist eine Unsitte, die Energiewende und den Umweltschutz mit Aufblähung von einzelnen Problemen schlecht machen zu wollen.

Die Gewinnung von Lithium kann umweltfreundlich erfolgen. https://edison.media/erklaeren/lithium-aus-lateinamerika-umweltfreundlicher-als-gedacht/24022826.html
Und bedenken: Die Gewinnung von Aluminium kann umweltschädlich erfolgen. Die Gewinnung von Eisenerz und die Stahlherstellung kann sehr umweltschädlich sein. Die Förderung und der Transport wie die Verarbeitung von Öl ist immer umweltschädlich und der Klimaschaden bei der Verbrennung von Öl ist außerordentlich bedrohlich.
Der Abbau von Uranerzen, die Weiterverarbeitung zu Spaltstoff und die Produktion von Atomstrom- und damit auch Atommüll ist immer extrem umweltschädlich.

Der Kommentator Benjamin Reif hat recht, wir können und sollten persönlich beim Einkaufen und Konsumieren auf den Umweltschutz achten und wir können und sollten uns politisch für Regeln einsetzen, dass der Umweltschutz im notwendigen Maße Vorschrift wird.

Raimund Kamm

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