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01.09.2017

Ein Bissinger geht, ein Bissinger kommt

Ein Bissinger löst einen anderen Bissinger an der Spitze ab: Marijan Peh (links) übernimmt ab heute die Heimleitung, die bisher Michael Gassenmayer hatte.
Bild: Bronnhuber

Michael Gassenmayer war sieben Jahre Heimleiter der Pro-Seniore-Residenz. Der „Neue“ ist kein Neuer

Sechs „Neue“ haben heute in der Pro-Seniore-Residenz in Bissingen ihren ersten Arbeitstag. Eigentlich sieben. Denn das Kesseltaler Pflegeheim startet nicht nur mit Auszubildenden, sondern auch mit einer neuen Heimleitung – und die ist im Haus kein unbekanntes Gesicht. „Darum geht es einfach weiter, ich bin ja schon mittendrin. Aber ich glaube trotzdem, dass die Mitarbeiter und meine Familie etwas vorbereiten“, sagt Marijan Peh und lächelt. Der 37-Jährige ist der neue Heimleiter in der Residenz und hat sich darauf gut vorbereitet. „Irgendwann habe ich entschieden, dass ich mich nach oben weiterentwickeln will.“ Und das mit viel Mühe und Aufwand.

Marijan Peh ist Kroate und hat in seinem Heimatland die Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht. Damals wie heute, erzählt er, würde es in diesem Berufsstand kaum Arbeitsplätze geben. Deshalb ist er 2003 mit 23 Jahren als Fachpersonal nach Deutschland gekommen und hat direkt in Bissingen angefangen. Erst als Hilfskraft, nach einer Schulung wurde seine Ausbildung wieder anerkannt. „Ich konnte nur englisch und kein Wort deutsch. Das erste Jahr hatte ich viel Kopfweh und jetzt kann ich fast alle Dialekte im Kesseltal“, sagt er und lacht. Seit Arbeitsbeginn wohnt und lebt er auch in Bissingen – bis heute. Irgendwann übernahm Peh eine Stationsleitung, hat diverse Weiterbildungen und Schulungen gemacht, wurde stellvertretender Pflegedienstleiter und hat zuletzt an einem Traineeprogramm teilgenommen, bei dem er in Friedberg und in Bissingen die Arbeiten der Heimatleitung genau kennenlernte. Zusätzlich nahm er an einer entsprechenden Fortbildung für Residenzleiter teil. Ab heutigen Freitag gilt es nun. „Es ändert sich nicht viel, da ich nicht neu bin und auch schon eingearbeitet bin. Es geht reibungslos weiter“, sagt er. Sein Augenmerk liegt auf der Ausbildung im Haus, „weil ich will, dass unsere die Besten sind.“ So hat sich das Michael Gassenmayer gewünscht. Er wird von Peh abgelöst. Sieben Jahre war Gassenmayer Heimleiter in Bissingen, nun geht er in Rente. „Ich freue mich, weil ich Perspektiven habe und Zeit für mich und meine Familie habe“, erzählt er. Er gehe aber auch deshalb mit einem guten Gefühl in Rente, weil seine Nachfolge so gut geregelt sei. „Wir haben das gemeinsam erarbeitet und besser könnte es jetzt nicht laufen.“ Mit Marijan Peh sei nun ein Eigengewächs an der Spitze, das alle nötigen Qualifikationen habe und „der Führungsstil ist super“.

Zudem sei das Team in Bissingen, das in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, top. „Ich habe immer sehr viel wert auf die Ausbildung gelegt. Man braucht die richtigen Mitarbeiter und diese müssen gefördert werden.“ Das schlechte Image, das die Bissinger Residenz laut Gassenmayer früher einmal hatte, sei längst vergessen. „Wir haben Kontakte geknüpft und Netzwerke geschaffen. Heute sind wir immer sehr gut ausgelastet“, sagt der 63-Jährige, und: „Ich denke, dass meine kaufmännische Herkunft dazu beigetragen hat.“ Denn der Werdegang von Michael Gassenmayer sieht komplett anders aus als der seines Nachfolgers. Der gelernte Einzelhandelskaufmann startete seine Karriere als Verkäufer beim damaligen Kaufhaus Paul in Dillingen, war zwischenzeitlich Kraftfahrer bei einer Spedition, dann Geschäftsleiter eines Verbrauchermarktes, technischer Betriebsleiter bei einer Gebäudereinigungsfirma, dann Gebietsverkaufsleiter bei der Molkerei Gropper und schließlich unter anderem Spartengeschäftsführer der BayWa AG. In der Pro-Seniore-Residenz Bissingen startete er 2007 als Berater, kurze Zeit später übernahm er die Leitung. „Der Anfang im Pflegebereich war schwer und ich musste mich erst reindenken“, so Gassenmayer.

Jetzt kann er sich entspannt zurücklehnen und beobachten, wie es im Pro Seniore weitergeht. Denn bei allen Unterschieden haben er und Marijan Peh eine große Gemeinsamkeit: Sie wohnen beide mit ihren Familien in Bissingen und keine hundert Meter voneinander entfernt. „Ich werde also schon mal auf einen Kaffee vorbeikommen“, sagt Gassenmayer und Peh fügt hinzu: „Den gibt es dann auch gerne.“

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