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Wirtschaft

13.02.2021

Ein Brot für besseren Boden

Das Bodenbrot besteht aus Emmer- und Dinkelmehl.
Foto: Lenzer

Was hinter der Aktion „Bodenbrot“ steckt

Mit einer Aktion will der Verein Die Freien Bäcker das Bewusstsein bei Verbrauchern und Auszubildenden im Bäcker- und Konditorenhandwerk zum Thema Boden schärfen. Unter dem Stichwort „Bodenbrot“ soll das Projekt auf die Bedeutung der Bodenqualität aufmerksam machen. 43 Handwerksbäckereien aus ganz Deutschland machen bei der Aktion mit. Aus dem Landkreis beteiligt sich Himmelbäck aus Lauingen. Bäckermeister Jürgen Lenzer bezieht seine Mehle laut einer Pressemitteilung des Bauernverbands von der Mühle Mayershofer in Aislingen und Spezialsorten direkt von einheimischen Landwirten.

Fruchtbare Böden sind die Voraussetzung für Ernährungssicherheit und der Garant dafür, dass schließlich auch gesundes Brot aus regionalen Rohstoffen gebacken werden kann. Die Versiegelung fruchtbarer Böden durch Umwandlung in Siedlungs-, Gewerbe- oder Verkehrsflächen führt zur Verknappung. Wie sieht die Landwirtschaft diese Entwicklung? Kreisbäuerin Annett Jung wird in der Pressemitteilung wie folgt zitiert: „In der Ausbildung der Landwirte spielt das Thema Bodenaufbau, -beschaffenheit, -gesundheit eine grundlegende Rolle. In der Vielfalt unserer bayerischen Betriebe werden gesunde Lebensmittel erzeugt, die so sicher sind wie nie zuvor. Dabei sinkt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seit Jahren.“ Zu den Herausforderungen der landwirtschaftlichen Betriebe gehört beim Thema Boden auch die Verknappung des Bodens als Anlageprodukt und Spekulationsobjekt von Investoren.

Die Aktion „Bodenbrot“ sei ein schönes Beispiel für Regionalität. Landwirte säßen mit den Bäckern und Metzgern in einem Boot und zeigten mit solchen Aktionen Gesicht. Ein Blick auf die Zutaten-Liste des Bodenbrotes zeigt die Bandbreite der Landwirtschaft: auch für ein gutes Brot braucht es Milcherzeuger, die wiederum Grünland in hochwertige Nahrungsmittel verwandeln. Lenzer sagt: „Die meisten Kunden wissen auch nichts darüber, dass die Wertschöpfungskette mit dem Boden und der Arbeit der Bauern anfängt. Wichtig ist mir, dass die regionalen Strukturen vom Landwirt über die Mühle zum Bäcker und Verbraucher erhalten bleiben.“

Lenzer beteiligt sich an der Aktion, die bis 27. Februar geht, mit einem Brot aus Emmer- und Dinkelmehl. Beide stammen von Landwirten aus dem Landkreis. Pro gekauften Bodenbrot geht ein Euro an die in Gründung befindliche gemeinnützige Bildungsorganisation Atelier Ernährungswende, die interessierte Menschen zu „Boden-Botschaftern“ ausbildet. (mayjo, pm)

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