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19.01.2015

Ein Diakon hinterlässt Spuren

Der Bürgerbrief für Franz Zeller (von links): Jochen Eberhardt, Stefan Lenz, Karlheinz Hitzler, Franz Zeller, Wolfgang Eder und Daniel Ertl.
Bild: Bronnhuber

Franz Zeller geht in den Ruhestand. Zum Abschied erhält er den Höchstädter Bürgerbrief

Er hat die besten Witze erzählt. Immer wieder packte er spontan seine Gitarre aus und spielte etwas vor. Jahrelang bot er Kurse für autogenes Training an. Seine Sketche im Fasching bleiben auch unvergessen. Ebenso seine rasanten Fahrradfahrten durch die Stadt. Franz Zeller hat Spuren in Höch-städt hinterlassen, wie Karlheinz Hitzler, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Sonderheim, betonte. Und damit sprach er am vergangenen Sonntag allen aus der Seele. Nach 35 Jahren verlässt Diakon Zeller die Donaustadt und zieht nach Krailing/Planegg, wo er in der Nähe seines Bruders den Ruhestand verbringen wird. Bei einem feierlichen Gottesdienst und einem Festakt im Pfarrheim St. Josef wurde er gebührend mit zahlreichen Ehrengästen, Geistlichen, Politikern und Freunden verabschiedet. Mehr noch: Er bekam den Bürgerbrief der Stadt Höchstädt verliehen.

Karlheinz Hitzler bedankte sich im Namen aller fünf Pfarreien für das segensreiche Wirken von Franz Zeller und erinnerte auch an dessen Zeit als Religionslehrer in Höch-städt: „Du warst bei allen beliebt, weil Du auch mal ein Auge zugedrückt hast.“ Bis heute würden Erwachsene über die Schulstunden mit Franz Zeller schwärmen – auch über das „phänomenale Namensgedächtnis“. „Du kennst von jedem Schüler noch die Namen“, so Hitzler. Besonders am Herzen lagen Franz Zeller aber immer die schwachen Menschen. Seit seinem Beginn 1979 in der Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt kümmerte er sich aufopfernd um die Menschen in Höchstädt und Umgebung. Sein besonderes Engagement galt dabei hauptsächlich den Benachteiligten: den Armen, Kranken, Alten und Sterbenden – über die Konzessionsgrenzen hinaus, wie evangelischer Pfarrer Jochen Eberhardt betonte. Und weiter: „Danke für die langjährige Zusammenarbeit, die immer sehr angenehm war. Sie war geprägt von Vertrauen und Geschwisterlichkeit. Der Mensch stand immer im Mittelpunkt. Wir werden Sie vermissen.“ Dem stimmte Höchstädts Bürgermeister Stefan Lenz zu. Er überreichte gemeinsam mit seinen Stellvertretern Stephan Karg und Hans Mesch dem langjährigen Diakon den Bürgerbrief der Stadt Höchstädt. „Es ist mir eine große Ehre, Ihnen diese Urkunde heute zu verleihen“, so Lenz. Im Stadtrat habe es keine Diskussionen gegeben, das Gremium habe einstimmig dafür gestimmt. Zeller sei ein fester Bestandteil in Höchstädt gewesen, er habe die Menschen erreicht, berührt, unterstützt und ihnen geholfen. „Sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr“, sagte der Bürgermeister. Dabei sei Franz Zeller immer bescheiden gewesen – darum habe es auch viel Überredungskunst gekostet, dass er den Bürgerbrief überhaupt annehme. „Nach langer Diskussion haben Sie sich dann entschlossen, ihn anzunehmen. Und das ist auch gut so.“ Auch Kirchenpfleger Wolfgang Eder und Höchstädts Stadtpfarrer Daniel Ertl drückten ihren Dank aus und wünschten Zeller nur das Beste für die Zukunft. „Sie haben in unseren Pfarreien segensreich gewirkt. Dafür sind wir sehr dankbar“, so Eder. Daniel Ertl fügte hinzu: „Es geht eine Ära zu Ende. Alle haben dich ins Herz geschlossen und danken dir für diese Zeit.“

Franz Zeller war sichtlich gerührt von den Reden und Geschenken. Viele Menschen waren am Sonntag gekommen, um ihm persönlich Auf Wiedersehen zu sagen. Er sagte, dass er sehr überrascht gewesen sei, über all die schönen Beiträge. Seine Dankbarkeit drückte Zeller in zwei Gedichten aus. „Ich bin ein Fan von Gedichten. Ich kann nichts dafür, mir macht das einfach Spaß“. Spaß hatten die Menschen auch mit dem Diakon – vor allem im Fasching. Als Erinnerung daran trat die „Kolping-Alpensängergruppe Hoch-Gebirgsveilchen“ auf und sang „ihrem Franzl“ ein Abschiedslied – mit Augenzwinkern. Eine Strophe lautete: „Endlich Franzl hast es gschafft, dass die Rente an dir haft. Ja, ja, der Franzl isch a Kerl, der druckt se net, wias andre Gschwerl. Die Seelsorge hats ihm angetan, da war ihm nichts zu weit zum Fahrn. Mitm Klapprad übers ganze Land – so war unser Franzl bekannt.“

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