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10.10.2009

Ein Fest für das neue Schülerwohnheim

Höchstädt Johann Wolfgang von Goethe stahl gestern dem neuen Schülerwohnheim in Höchstädt ein bisschen die Schau. Denn viele der Redner begannen ihre Ansprache beim Festakt mit einem Ausspruch des deutschen Dichterfürsten. Und spätestens beim dritten Goethe-Zitat sorgte das bei einigen Zuhörern für heiteres Lachen. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um bei der Einweihung des rund neun Millionen Euro teuren Landkreis-Projektes dabei zu sein. 184 Azubis können dort übernachten, es gibt 90 Doppelzimmer und zwei Zimmer für Menschen mit Handicap.

Landrat Leo Schrell erinnerte daran, dass Schülerwohnheime einst ein Notbehelf waren - und für viele junge Menschen oft die einzige Möglichkeit, um sich auf Schule und Beruf vorzubereiten. Das neue Höchstädter Wohnheim ist mit einer Solar- und einer Fotovoltaikanlage ausgestattet und wurde unterhalb des Niedrig-Energie-Standards konzipiert. Jedes Zimmer hat eine Nasszelle und einen Internetanschluss. Schrell dankte nicht nur dem Freistaat für den Zuschuss von 3,37 Millionen Euro sondern neben vielen anderen auch CSU-Landtagsabgeordneten Georg Winter für dessen Unterstützung.

Untergebracht sind im Wohnheim die Azubis, die in Höchstädt die Berufsschule besuchen. Und das sind angehende Gärtner - und zwar mit den Fachrichtungen Garten- und Landschaftsbau sowie Obstbau und Baumschule. Zudem werden künftige Landwirte, Friseure und Hauswirtschafterinnen unterrichtet. Die Festrede bei der Einweihung, bei der die Musikkapelle Lutzingen Blasmusik und Elmar Greck den lustigen Gärtnerblues spielte, hielt der bayerische Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer. Auch er zitierte Goethe - und zwar so: "Den besten Unterricht zieht man aus vollständiger Umgebung." An der Berufsschule in Höchstädt seien die besten Bedingungen geschaffen worden. Pschierer wollte eine Lanze für das bayerische Bildungssystem und die duale Ausbildung brechen. Das System sei durchgängig - Meister können heute auf die Fachhochschule gehen. Zudem sei die Ausbildung ein Exportschlager. Doch die funktioniere nur mit Betrieben, die ausbilden: "Eine hohe Ausbildungsbereitschaft zeigt nicht die Großindustrie sondern gerade der Mittelstand."

Architekt Professor Klaus Meier sagte, das Schülerwohnheim sei ein Gebäude seiner Zeit. Er hofft, dass die Schüler das Leben darin genießen. Höchstädts Bürgermeisterin Hildegard Wanner erinnerte daran, dass die Stadt dem Kreis ein erschlossenes Grundstück zur Verfügung gestellt habe. Das nun entstandene Wohnheim sei eine Bereicherung für Höchstädt und füge sich sehr gut in die Umgebung ein. Der Leiter der Berufsschule, Wolfgang Gall, dankte für den Neubau: "Nur mit einer zeitgemäßen Ausstattung und einem für die Auszubildenden vorbildlichen Werkstatt- und Gartenareal können wir Schulleute weiterhin eine bestmögliche Ausbildung gewährleisten." Der Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern, Ulrich Schäfer, gratulierte zum neuen Gebäude: "Sie können sich auch in Zukunft darauf verlassen, dass die Landschaftsgärtner ihr Haus füllen werden."

Der katholische Stadtpfarrer Roland Bise und sein evangelischer Kollege Jochen Eberhardt segneten anschließend das Gebäude. Und Eberhardt meinte mit einem Augenzwinkern, er habe in der Vorbereitung nicht bei Goethe nachgeschaut - sondern in der Bibel. Doch da sei über Schülerwohnheime nichts gestanden.

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