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Ein Hund ist mehr wert als ein Kühlschrank

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Kommentar Von Jakob Stadler
22.04.2018

Vor dem Gesetz gilt ein Hund als Sache. Nach dem Vorfall in Wolpertstetten wirkt das zynisch und kalt.

Wenn ein Haustier stirbt, ist das immer eine emotional belastende Situation. Wenn ein Familienhund auf so brutale Art und Weise aus dem Leben gerissen wird wie in Wolpertstetten, ist das zusätzlich belastend. Der Fall zeigt exemplarisch, dass Gesetze kalt und zynisch sein können, wenn sie nicht an der richtigen Stelle ansetzen.

Dass es sich in diesem Fall um eine „Sachbeschädigung“ handelt, mag juristisch richtig sein. Es ist aber ein Schlag ins Gesicht einer Familie, deren Kinder gerade mit dem Tod eines für sie sehr wichtigen Lebewesens konfrontiert werden. Wie sollen Eltern dem Nachwuchs beibringen, was Gerechtigkeit, was der Wert des Lebens ist, wenn ihr Haustier rechtlich mit dem Kühlschrank gleichgestellt ist?

Zudem zeigt der Fall: Auch wenn eine Situation rechtlich im Griff scheint, ist sie das nicht unbedingt in der Realität. Möglicherweise ist der Hundehalterin überhaupt nichts vorzuwerfen. Schließlich wird noch geprüft, ob der Hund im juristischen Sinne ausreichend gesichert war. War er das, handelt es sich schlicht um einen Unfall, für den niemand verantwortlich ist. Sicher ist, dass kein Hundehalter möchte, dass sein Hund so etwas anrichtet. Anschuldigungen ohne konstruktiven Ansatz sind sicherlich nicht der richtige Weg. Das gilt für den Umgang mit Haltern schwieriger Hunde über den Fall in Wolpertstetten hinaus.

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Konstruktiv wäre allerdings ein Ansatz, gemeinsam mit Hundehaltern dafür zu sorgen, dass nicht nur die Umgebung des Hundes, sondern der Hund selbst so weit wie möglich geändert wird. Wie Achim Oelkuch mitteilt, ist es mittlerweile möglich, den Besuch einer Hundeschule anzuordnen. Sicher sind einige Hunde schwieriger zu halten als andere. Doch das Problem sitzt immer auch am anderen Ende der Leine. Ein professionelles Training kann deshalb mehr bewirken als ein hoher Zaun.

Die Hundeschule ist auch dann zu empfehlen, wenn es noch keinen Vorfall gab. Wer einen Hund hält, hat eine Verantwortung. Selbst einen nicht aggressiven Hund sollte der Halter im Griff haben.

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