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Kinder auf der Flucht

27.03.2015

„Ein Kennzeichen der Gegenwart“

Bei der Eröffnung der Ausstellung waren auch die Hauptdarsteller, die Flüchtlingskinder, mit dabei. Auf dem Bild (von links) sind auch Dr. Peter Fassl, Bürgermeister Stefan Lenz, Christian Bleier und Stefanie Kautz zu sehen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Am Donnerstag wurde die neue Ausstellung im Schloss Höchstädt offiziell eröffnet

Eine Stimme, die unter die Haut geht. Farhad singt voller Emotionen ein Lied in seiner Muttersprache, das von einem Mann erzählt, der in seinem eigenen Land nicht willkommen ist. Ein Lied, das auch sein Leben beschreibt. Farhad stammt aus Afghanistan und lebt seit 2012 in Augsburg. Dank einer Unterschriftenaktion und vielen Menschen, die ihn unterstützt haben, hat er eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Und kann nun mit seiner Musik Geld verdienen. „Aber es war sehr schwierig. Wirklich schwierig“, erzählt. Gemeinsam mit seiner Band Joyenda war er am Donnerstagabend für die musikalische Umrahmung bei der Ausstellungseröffnung des Bezirk Schwaben im Schloss Höchstädt verantwortlich – und passte mit seiner Geschichte zum Thema. Wie berichtet, können Besucher ab 2. April im Schloss die Ausstellung „Neustart: Heimatvertriebenen- und Flüchtlingskindheit“ anschauen. In vier Räumen werden dabei die Schicksale von Kindern und ihre verschwungenen Wege nach Schwaben erzählt – von heute und von der Zeit nach 1945. Stefanie Kautz, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bezirk Schwaben, hat die Ausstellung organisiert. Sie sagte: „Neustart bedeutet für jeden etwas anderes. Die Kinder in der Ausstellung haben aber eines gemeinsam: Ein Neuanfang in der Fremde.“ Bei ihren Recherchen, vor allem mit Menschen, die aus dem Sudetenland fliehen musste, habe sie unzählige, interessante Geschichten erzählt bekommen, überall sei sie herzlich aufgenommen worden. „Ich danke Ihnen für Ihre Gastfreundlichkeit und hoffe, dass Ihnen gefällt, was ich daraus gemacht habe“, so Kautz.

Mit involviert war auch die Augsburger Fotografin Christina Bleier, die sechs Flüchtlingskinder aus Afghanistan, dem Irak, Syrien, der Ukraine, Serbien und Mazedonien für die Ausstellung fotografierte – so, wie sich die Kinder sehen. Bleier: „Danke an die Familien, dass sie mich hinter ihre Kulissen haben schauen lassen.“

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert – auch seine Eltern stammen aus dem Sudetenland – sagte, dass es wichtig sei, dass diese Themen aufgegriffen werden, erst recht in einer gemeinsamen Ausstellung. Reichert: „Beide Gruppen brauchen unsere ganz besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit.“ Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Historie. Dem konnte sich Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl anschließen: „Das Thema Flüchtlinge/Heimatvertriebene ist ein Kennzeichen der Gegenwart. Eine Solidarität mit den Schwachen ist ein gutes Bild für die Gegenwart.“

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