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Dillingen

22.11.2017

Ein Meister an der Simon-Orgel

Andreas Käßmeyer erwies sich als veritabler Meister an der Simon-Orgel in der Katharinenkirche.
Bild: Gernot Walter

Andreas Käßmeyer beeindruckt in der Katharinenkirche. Das anspruchsvollste Werk kommt zum Schluss.

In seinem letzten der insgesamt vier Orgelkonzerte in diesem Jahr hat Andreas Käßmeyer erneut seine künstlerische Persönlichkeit ins rechte Licht gerückt. Sein Musikverständnis, die intime Kenntnis der klanglichen Möglichkeiten seiner „Hausorgel“ und seine Experimentierfreude mit bemerkenswerten Werken dienten einer Stunde hochkarätigen Musizierens.

In der Dillinger Katharinenkirche stand am Sonntagnachmittag wieder einmal Dietrich Buxtehude im Zentrum. Schließlich hat sich der evangelische Dekanatsbezirk Neu-Ulm im Jubiläumsjahr zum Ziel gesetzt, möglichst viele Orgelstücke des norddeutschen Komponisten aufzuführen. Der Geburtstag Buxtehudes jährt sich heuer zum 380., sein Todestag zum 310. Male. Andreas Käßmeyer hat diesmal vier der choralgebundenen Orgelwerke vorgestellt, die erstaunen durch formale Vielfalt und kompositorischen Reichtum.

Mit feiner Farbgebung betonte der Organist die Liedmelodie und geschickt das polyphone Eigenleben der Begleitstimmen. Hilfreich der Hinweis im Programmzettel auf entsprechende Nummern im evangelischen Gesangbuch, mit denen die Choralbearbeitungen nachvollzogen werden konnten.

Erst fünf Jahre nach seinem Tod sind 1902 die Choralvorspiele von Johannes Brahms erschienen. Aus dieser Sammlung brachte Andreas Käßmeyer fünf Beispiele zu Gehör. Im Gegensatz zu Buxtehude sind diese keine Vor-Spiele zu einem folgenden Choral, sondern sie ruhen meditativ in sich selbst. Darauf legte der Organist Wert mit trefflichen Registrierungen und strenger Beachtung der strukturellen Details.

Romantische Ausdrucksintensität erlebten die sechzig Zuhörer bei der as-Moll-Fuge von Johannes Brahms. Andreas Käßmeyer entwickelte das B-A-C-H-Motiv mit Engführungen und Vergrößerungen zu kontrapunktischer Spannungssteigerung im Sinne von Joseph Joachim, der mit dieser Fugenmusik „selige Ruhe, Trost, Hoffnung und Erhabenheit“ verband.

Mit zwei Buxtehude-Präludien und Fugen (g-Moll und fis-Moll) bereicherte der Organist das Programm. Dabei hob er wie schon in früheren Konzerten das Profil der Stücke hervor und suchte bravourös individuelle Lösungen.

Das anspruchsvollste Werk hat sich Andreas Käßmeyer bis zum Schluss aufgehoben: Wolfgang Amadeus Mozarts „Fantasie für Orgel“ f-Moll KV 608. Hier zeigte der Organist an der Simon-Orgel seine technische Meisterschaft.

Grandios bewältigte er das dreiteilig angelegte Werk. Die ouvertürenhaften Rhythmen, die kontrapunktischen Künste, der liedhafte Mittelteil, Doppelfuge, Sechzehntelbewegungen gelangen beispielhaft.

Zu Recht heimste Andreas Käßmeyer den verdienten Beifall des begeisterten Publikums und von Pfarrer Manuel Kleiner ein für ein vielfältiges Konzert, das der Organist erläuternd anmoderiert hatte.

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