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07.02.2017

Ein Ort der Erinnerung

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Der Siegerentwurf für die Umgestaltung des Kriegerdenkmals und seines Umfelds in Gundelfingen sieht die Öffnung des Gebäudes vor. Künftig soll ein Glaskubus durch das Denkmal gehen und es so dauerhaft öffnen.

Wettbewerb Der Siegerentwurf für das Gundelfinger Kriegerdenkmal schlägt eine Öffnung vor

Gundelfingen Acht Stunden lang haben die Jurymitglieder getagt, haben die acht Arbeiten, die sich mit der Umgestaltung des Gundelfinger Kriegerdenkmals und seines Umfelds beschäftigt haben, ganz genau unter die Lupe genommen. Es sei keine leichte Aufgabe, die sich die Stadt damit vorgenommen habe, sagt Professor Gerd Aufmkolk, Vorsitzender des Preisgerichts. Ein Kriegerdenkmal, das sei immer stark mit Gefühlen und Haltungen verbunden. Entsprechend sei auch die Aufgabe für die acht Arbeitsgemeinschaften, Kooperationen von Landschaftsarchitekten und Künstlern, nicht einfach gewesen. Sie waren in einem Realisierungswettbewerb mit ihren Entwürfen angetreten, um das sanierungsbedürftige Denkmal aus dem Jahr 1938 umzugestalten. Künftig, so Aufmkolk, solle es nicht nur zurückschauen, sondern auch in die Zukunft. „Es soll eine Botschaft aussenden, wie wichtig der Frieden zwischen den Völkern ist.“

Am Montag nun wurde bekannt gegeben, welcher Entwurf bei der Jury das Rennen gemacht hat. Ihn legt das Preisgericht dem Stadtrat zur Realisierung ans Herz. Der Siegerentwurf kommt von Künstlerin Cornelia Rapp und terra.nova, einem Büro für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung aus München. Er belässt laut Aufmkolk die Bleiche in ihren Hauptwegen im Wesentlichen so, wie sie ist, ohne massive Veränderung vorzunehmen. Was allerdings geändert wird, ist der Zugang von der Günzburger Straße her. Er soll nicht mehr über die Treppenstufen erfolgen, sondern über eine neu gebaute Brücke, die sich vom Römerstein über die Brenz auf die Insel spannt. Diese Lösung hatten viele Entwürfe vorgeschlagen. Am Denkmal selbst schaffe man mit ganz wenigen Eingriffen eine völlig neue Situation. So sollen unter anderem die Flügel eingekürzt werden, was die bisherige Barrierewirkung auflöst. Zudem werde das Prinzip von Vorder- und Rückseite aufgelöst. Denn weil ein blau gefärbter Glastubus durch das Gebäude stoßen soll, kann das immer offene Denkmal künftig dauerhaft von beiden Seiten aus betreten werden. Auf das Glas könnten Texte gedruckt werden. Im Hintergrund sollen weiterhin die Bilder der Gefallenen zu sehen sein, aber in digital aufbereiteter Form. Wie genau das Innere aussehen soll, wird das vom Stadtrat letztlich beauftragte Büro ausarbeiten.

Im Außenbereich sieht der Siegerentwurf einen verkleinerten Vorplatz vor. Außerdem sollen Kirschbäume gepflanzt werden. „Das ist dann nicht mehr wie ein Paradeplatz, sondern eher wie eine Grabanlage auf einem Friedhof“, sagt Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, der betont, dass diese Art der Gestaltung sehr gut zum ländlichen Charakter der Kleinstadt Gundelfingen passt. Mit Blick auf den hatte sich die Jury bewusst gegen Entwürfe entschieden, die auf der Bleiche starke Veränderungen mit großen Plätzen oder einer Uferpromenade vorgeschlagen hatten. Und weil man sich in Gundelfingen, im Gegensatz zur Anonymität der Großstadt, noch kenne, sollen auch die Namen der Gefallenen erhalten bleiben. „Hier, wo jede zweite Familie betroffen ist, ist das eine ganz andere Bindung“, sagt Fassl. Alle acht Arbeiten können nun bis Mittwoch, 22. Februar, im Mehrzweckraum im Haus der Senioren besichtigt werden. In der nächsten Sitzung werden dann die Stadträte über das weitere Vorgehen diskutieren. Der 2. Rang ging an die Landschaftsarchitekten und Stadtplaner lohrer.hochrein und die Künstlerin Dagmar Pachtner, Rang 3 an Nowak Partner Landschaftsarchitekten und Künstler Josef Zank.

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