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Lutzingen

20.11.2017

Ein Pfarrhaus wird zum Tollhaus

Pfarrhaushälterin Hermine versucht mit allen Mitteln Domkapitular Dr. Jüngling bei Laune zu halten, um zu verhindern, dass ihr Pfarrer Alfons strafversetzt wird. Damit sorgt sie für verwirrende Turbulenzen auf der Bühne, die bei den Theaterbesuchern stürmische Lachausbrüche verursachen.
Bild: Horst von Weitershausen

Dem Himmel sei Dank für 30 Jahre Theatergruppe Lutzingen

 Vorhang auf und dem Himmel sei Dank, dass die Theatergruppe Lutzingen nach einem Jahr Pause ihr Publikum wieder mit überaus vergnüglichen Theaterabenden verwöhnen kann.

Zum einen liegt dies an dem von der Laienspielgruppe hervorragend inszenierten Dreiakter mit dem Titel „Dem Himmel sei Dank“ von Bernd Gombold. Zum anderen schienen die Darsteller auf der großzügigen Bühne des neuen IBL in Lutzingen in ihrem Spiel dermaßen beflügelt, sodass sich das ausverkaufte Haus am Samstagabend beinahe über die vollen zweieinhalb Stunden in das spaßige Geschehen auf der Bühne mit einbinden ließ.

Folge: Die Lachmuskeln der Besucher kamen nicht mehr zum Stillstand, und der Szenenapplaus wurde von mehr und mehr Begeisterungspfiffen und Bravorufen ergänzt. Es war aber auch ungemein erheiternd, weil die Bühnenakteure ihre Rollencharaktere dermaßen glaubhaft zu spielen wussten. Dadurch erhielten die Turbulenzen auf der Bühne, getragen von ungeheurem Spielwitz und unübertrefflichem Humor, eine solche Dynamik, dass nicht eine Sekunde an Stagnation oder Handlungsleerlauf während der gesamten Vorstellung aufkam.

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Im Gegenteil, Kurzweil und herrlicher Witz bestimmten die Aufführung, deren Inhalt damit beginnt, wie Pfarrer Alfons Teufel (Harald Sager) mit nicht ganz alltäglichen Methoden versucht, das dringend benötigte Geld für die Sanierung seiner Kirche aufzubringen. Dabei schreckt er sogar vor nächtlichem Kartenspiel im Pfarrhaus oder dem Verkauf von schwarzgebranntem Schnaps nicht zurück. Sein arbeitsscheuer, aber dafür um so geselligerer Mesner Johannes Höll (Stefan Schrettle) wird zwar von seiner resoluten Frau Emma (Karin Schweyer) auf Trab gehalten, ist dem Pfarrer aber zumindest beim Kartenspiel ein eifriger Helfer. Pfarrhaushälterin Hermine (Steffi Schadl) dient ihrem Chef treu und ergeben, will ihn jedoch wieder auf den richtigen Weg bringen.

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elfriede Engel (Georgine Schiefele) soll eigentlich Spenden für die Renovierung der Kirche sammeln, doch ihre einzige Sorge gilt ihrem guten Abschneiden bei den anstehenden Pfarrgemeinderatswahlen. Dabei scheut sie sich auch nicht, für ein paar Stimmen mehr ihre Nichte Uschi (Michaela Götz) ins Kloster zu schicken. Um eine weitere Geldquelle für die Kirchenrenovierung zu erschließen, beschließt der Pfarrer im Alleingang, die vielen leer stehenden Zimmer im großen Pfarrhaus zu vermieten.

Gerade als die ersten Übernachtungsgäste erwartet werden, bekommt der Pfarrer hohen Besuch. Der strenge Domkapitular Dr. Jüngling (Rainer Burggraf) vom bischöflichen Ordinariat kommt unerwartet und soll die ungewöhnlichen Vorgänge innerhalb der Pfarrgemeinde untersuchen und wieder für Ordnung sorgen. Er ist schockiert, mit welchen Methoden der Pfarrer Geld auftreibt und wer im Pfarrhaus alles ein- und ausgeht.

Um ihren Pfarrer nicht in noch größere Schwierigkeiten zu bringen, erzählt die Pfarrhaushälterin dem Herrn Domkapitular die abenteuerlichsten Geschichten. Dabei spielen auch Uschis Freund Siggi Bischof (Jochen Schieferle) und Aerobic- Lehrerin Heidi Blum (Marion Mittel) tragende Rollen. Nicht zu vergessen Hans Meßmer (Markus Weber), der über zwei Stunden mit großer Zurückhaltung versucht, ein Gespräch mit dem Pfarrer zu führen, und Heidemarie Rosenfeld (Rita Höchstätter), für die alles so furchtbar peinlich ist.

Ein charmanter, humorvolle Theaterabend, belohnt vom tosenden Schlussbeifall des Publikums.

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