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22.08.2020

Ein Stahlhelm und seine Folgen

Als Kind setzten amerikanische Soldaten ihm einen Stahlhelm auf.
Bild: privat

Mit 78 Jahren flitzt er noch immer durchs Zusamstädtle Wertingen. Ohne Stahlhelm, dafür noch immer oftmals mit Papieren unterm Arm und schwäbischen Redensarten auf der Zunge

Die Soldaten hatten sich im Sommer 1945 kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Kindergarten seiner Heimatstadt eingenistet und dort ein „Casino“ für die Soldaten eingerichtet. Mit Süßigkeiten lockten sie den Dreieinhalbjährigen zu sich, setzten ihm einen Stahlhelm auf und drückten auf den Auslöser ihrer Kamera. Das Foto – im Miniformat – ist eines der wenigen, die aus seiner Kindheit existieren.

Der Dreieinhalbjährige verbrachte zu dieser Zeit seine Tage gemeinsam mit seiner Mutter auf dem landwirtschaftlichen Anwesen von deren Eltern, das gleich neben dem Kindergarten lag. Während die Mutter auf dem Hof und in der elterlichen Kohlenhandlung mithalf, wagten die Kinder immer wieder den Blick hinüber zu den amerikanischen Soldaten. Dort waren sie gerne gesehen und machten so manchen Spaß mit, wie das Aufsetzen des Stahlhelms. „Damals wurde der Grundstein für meine Laufbahn als Reserveoffizier gelegt“, sagt der 78-Jährige heute schelmisch.

Streiche aus seiner Jugend kann er genügend erzählen. Und auch in seiner Umgebung, in der Zusam-stadt und dem gesamten Landkreis Dillingen ist dem leutseligen Wertinger kaum etwas entgangen. Stadtrat, Kreisrat, Museumsreferent und aktiv bei der Volkshochschule Zusamtal – seine Erfahrungen als Reserveoffizier hat er in allen Bereichen mit eingebracht.

Den Stahlhelm hat der heute Gesuchte längst eingetauscht gegen eine dicke Aktentasche, mit der er selbst im Ruhestand noch immer gesichtet werden kann – vorzugsweise auf seinem altbewährten Fahrrad. Seine beruflichen Kenntnisse als Rechtspfleger und einstiger Geschäftsleiter des Amtsgerichts Dillingen sind auch heute noch gefragt. Dank seines Durchblicks landen noch immer Menschen mit Fragen bei ihm.

Direkt an der Zusam aufgewachsen, genießt er im Alter weiterhin die Nähe zu dem Wertinger Flüsschen und springt an heißen Sommern gerne direkt von seinem Garten aus hinein. Das Grün, sein Obstgarten, die Äpfel und das Mosten liebt er ebenso wie das Erforschen der Worte.

Schwäbisch schwätzend macht der leidenschaftliche Sprachwissenschaftler sich immer wieder auf die Suche nach dem Ursprung so mancher Dialektworte und Straßennamen und hält Vorträge beispielsweise über „Redensarten“.

Seine vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten – viele Jahre errichtete und leitete er das Wertinger Heimatmuseum und ist noch immer als Stadtführer unterwegs – gaben den Ausschlag für so manche Auszeichnung. So wurde er jüngst zu Beginn dieses Jahres mit der Verfassungsmedaille in Silber des Bayerischen Landtags geehrt. Über Auszeichnungen wie diese freut sich der 78-Jährige zwar, gibt sich gleichzeitig sehr bescheiden. Viel wichtiger ist ihm der Kontakt mit den Menschen, von denen er in Wertingen und weit über die Zusamstadt hinaus gar viele kennt. Und viele kennen somit auch ihn, der noch immer mit seinem Fahrrad durchs Städtle flitzt.

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