1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Ein Streifzug durch 70 Jahre CSU

Kreisverband

26.11.2015

Ein Streifzug durch 70 Jahre CSU

Vieles erreicht, aber auch einige Rückschläge erlebt

Partei feiert Jubiläum. Höchste Ehrung für Norbert Schön

Seiner Gründung vor 70 Jahren gedachte der CSU-Kreisverband in einer festlichen Versammlung mit über 200 Anhängern im Gasthof „Adler“ in Aislingen. Als Festredner erinnerte Vizelandrat Alfred Schneid an den beeindruckenden Inhalt des Programms, das sich die Dillinger CSU unter Führung von Studienprofessor Dr. Hans Müller am 7. Oktober 1945 gegeben hatte. Dr. Müller war der letzte Fraktionsvorsitzende der Bayerischen Volkspartei im Landtag gewesen; er war nach ihrer zwangsweisen Auflösung von den Nazis verhaftet und nach Dillingen strafversetzt worden. Schon vier Jahre vor dem Grundgesetz formulierten die Gründer der Vorläuferpartei der CSU, die sich anfangs in Dillingen „Bayerische Heimatpartei“ nannte, ihre bemerkenswerten Grundsätze: „Wenn wir einen Staat des inneren Friedens, der sozialen Gerechtigkeit und der Freiheit schaffen, in dem jeder Bürger vor dem Gesetz gleich ist, einen Staat, der mit allen Menschen in Frieden und gegenseitiger Achtung leben will, dann werden wir wirtschaftlich vorwärtskommen und das Vertrauen der Welt gewinnen.“

Schneid stützte sich in seinem Vortrag auf die verdienstvolle Arbeit von Reinhard Oberdorfer, der zum 50-jährigen Jubiläum die Gründungsphase erforscht hatte und damals feststellte: „Die Geschichte hat dieses Programm bestätigt. Sorgen wir über alle Parteigrenzen hinweg dafür, dass es auch künftig so bleibt und dass Feinde unseres freiheitlichen Rechtsstaates keine Chance haben!“

Der Referent streifte auch die Anfänge der Lauinger CSU, als „Christlich-demokratische Partei“ am 21. Oktober 1945 gegründet und am 8. Dezember 1945 mit Dillingen vereinigt, von wo aus die Ortsgruppen in Höchstädt, Lutzingen, Unterbechingen, Weisingen, Wittislingen und Zöschingen entstanden, die sich alle bis Februar 1946 endgültig der CSU Bayern anschlossen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die CSU im damaligen Kreis Wertingen kam, wie der frühere Stadtarchivar Jürgen Fiedler zum 60. Jubiläum erforscht hatte, erstmals am 31. Oktober 1945 um 19 Uhr im Wohnzimmer des Seilermeisters Johann Baur zusammen, hielt ihre erste öffentliche Versammlung am Sonntag, 9. Dezember 1945, um 13.30 Uhr mit 450 Besuchern ab und erreichte bei der Kreistagswahl am 28. April gleich 26 von 28 Sitzen.

In seinem Referat nannte Schneid viele erfolgreiche Weichenstellungen, an denen die CSU führend beteiligt war, wie Westbindung, soziale Marktwirtschaft, Schulreform, dynamische Rente, Strukturwandel, europäische Einigung, deutsche Einheit. Er erinnerte an ehemalige Mandatsträger wie Hans Schütz, Karlheinz Lemmrich, Walter Althammer, Doris Meyer und Hans Raidel im Bundestag, an die Bezirksräte Wilhelm Lachenmayr, Josef Winklhofer und Helmuth Zengerle sowie an zahlreiche inzwischen verstorbene zuverlässige Parteifreunde, die von der Versammlung zuvor auf Bitte von Kreisvorsitzendem Georg Winter mit einer Schweigeminute stehend geehrt worden waren.

Schneid stellte fest: „Um viel, was für uns selbstverständlich ist, musste von CSU-Mandatsträgern hart gerungen werden; für Ideen, Einsatz, Anträge, Resolutionen und erfolgreiche Verhandlungen sagen wir ihnen heute: Danke“. Der Referent erwähnte auch Rückschläge, benannte als neue Herausforderungen Globalisierung, Digitalisierung, Terrorgefahren, Finanzprobleme und Flüchtlings-Integration, zeigte aber zugleich Optimismus, dass schwierige Situationen bewältigt werden können.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren