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Dillingen

13.07.2019

„Ein Stück Kindheit kehrt zurück“

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Magische Momente in der Königstraße: Otto Dacapo (links) und sein Kompagnon verzauberten Kinder und Eltern beim Straßenkünstlerfest.
Bild: Veh

Weil Dillingen erneut Glück mit dem Wetter hat, lockt das Straßenkünstlerfest wieder Tausende von Besuchern in die Königstraße. Ein Auftritt ist der Hammer, und eine andere Nummer macht Kindern und Eltern gleichermaßen glücklich.

Irgendwie komisch. Für einen Augenblick ist es still in der Königstraße, denn Otto Dacapo, so der Künstlername des Allgäuers, kündigt Scharen von Kindern an, dass gleich Seifenblasen in die Luft steigen werden. Dann tauchen er und sein Kompagnon mit Stäben in die Lauge ein, und schließlich fliegen Hunderte dieser kunstvollen Gebilde in den Abendhimmel. „Ich habe keine Botschaft, die Buben und Mädchen sollen nur Spaß haben“, sagt Dacapo, der eigentlich Otto Weizenegger heißt und aus Leutkirch stammt. Und nicht nur die Kinder haben richtig Spaß, sondern auch die Eltern. „Das ist einfach schön, ein Stück Kindheit“, sagt die Dillingerin Sonja Pammer, während ihre Töchter Hannah und Mia fasziniert das Spektakel verfolgen. Es ist nur eine von vielen Szenen beim Straßenkünstlerfest, das am Samstagabend erneut Tausende von Besuchern nach Dillingen lockt.

Kulturring-Vorsitzender hat ein Lächeln im Gesicht

Angesichts der düsteren Wetterprognosen hat die Kreisstadt erneut Glück. Das Schloss-Open-Air mit den Drum Stars und Stormy Monday muss zwar am Freitagabend in den Stadtsaal verlegt werden, am Samstagabend lässt sich aber bereits immer wieder die Sonne blicken. Dem Kulturring-Vorsitzenden Werner Bosch, dessen Verein das Straßenkünstlerfest veranstaltet, zaubert dies ein Lächeln ins Gesicht. „Jetzt hoffen wir nur noch, dass es am Sonntagabend nicht regnet.“ Denn der Münchner Oratorienchor führt mit Unterstützung des Bona-Chors und des Percussion-Ensembles Stuttgart sowie mehrere Solisten Carl Orffs Carmina Burana auf. Auch Oberbürgermeister Frank Kunz ist glücklich, dass das Wetter mitspielt. „Ich freue mich für die Veranstalter“, sagt Kunz und meint damit neben dem Kulturring auch die Steinheimer Faschingsfreunde, die das Schlossbeben im Innenhof des Dillinger Wahrzeichens ausrichten. Präsident Martin Stadtrecher ist nicht bange. Falls es regnet, haben die Faschingsfreunde „riesige Schirme und Pavillons“ auf Lager. Aber es regnet nicht. Und so heizt DJ Van der Bunk im Schlossinnenhof der Menge ein, die immer größer wird.

Nach der Nachprimiz zum Event in die Königstraße

In der Königstraße hat inzwischen das Straßenkünstlerfest richtig Fahrt aufgenommen. Auch Gottesdienstbesucher, die Florian Stadelmayrs Nachprimiz in der Basilika gefeiert haben, sind anschließend bei diesem Familienspektakel dabei. Viel Beifall erhalten die Tänzerinnen der Gruppe Perizada. Sie begeistern die Gäste mit ihren orientalischen und indischen Tänzen. Die etwa 25 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen der vier Tanzgruppen haben sich monatelang auf das Event vorbereitet.

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Die Band Stormy Monday legt den Rolling-Stones-Klassiker Sympathy for the Devil auf, während Flatpix mit Songs wie Hotel California und Fürstenfeld große Gefühle weckt. Und wer die Festmeile Richtung Mitteltorturm verlässt, wird von den The Out Island Boys zum Bleiben animiert.

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Dillinger Straßenkünstlerfest lockt Tausende an
Bild: Berthold Veh

Voll in ihrem Element sind die Stelzenkünstler Ingo und Martin von Kaskaderos-Entertainment, die Kinder in Bann ziehen. Ingo formt aus Luftballons Einhörner, Katzen, Mäuse und Hunde. Die kleine Theresa, die Nichte der Fristingerin Susanne Ahle, will ein Schwert. „Kein Problem“, sagt Ingo – und erfüllt den Wunsch. Später zeigen die Beiden eine Jongliernummer. Susanne Ahle ist ganz begeistert. „Ein ganz tolles Fest ist dieses Straßenkünstlerfest“, sagt sie. Da sei alles so ungezwungen und für jeden etwas dabei.

Die Grenzen der Schwerkraft ausgetestet

Etwa bei „Thomy – der Weltenbummler“. Bei dem Straßenkünstler können sich Kinder kreativ betätigen und bunte Klebebänder an eine Wand kleben – eine Art Kunstwerk. „Kinder erleben hier, dass sie etwas Schönes machen können“, sagt Thomy der Weltenbummler. Der gelernte Chemiefacharbeiter hat bereits vier der insgesamt sechs Dillinger Straßenkünstlerfeste mitgemacht. Zu den Topacts zählen Frank Schmidpeter und Pierre Pütz aus Nürnberg: Das Duo Ingravido liefert eine starke Akrobatik-Show ab. „Menschliche Fahne“, so heißt die Nummer, bei der Streetworker Schmidpeter und Chemie-Doktorand Pütz die Grenzen der Schwerkraft austesten. Die Beiden treten als nicht besonders motivierte Gerüstbauer auf, und schweben auf einmal vertikal oder kopfüber über dem Boden. „Es ist eine Sache der Kraft, wir trainieren schon fünf Mal in der Woche“, verrät Schmidpeter. Die Künstler werden von den Besuchern zu Recht gefeiert. Und dem Duo Ingravido ist anzumerken, dass ihm der Auftritt in Dillingen selbst großen Spaß macht. Pütz sagt: „Einfach gigantisch, dieses Straßenfest ist der Hammer.“ Dazu tragen die Beiden maßgeblich selbst bei.

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