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Sportstadt Höchstädt

28.10.2017

Ein Vorsitzender, ein Projekt und tausende Stunden

Die Pläne stehen, die Zeichnungen hängen im Foyer der SSV Höchstädt. SSV-Vorsitzender Jakob Kehrle sagt, dass es Zeit wird, dass das „Projekt Zukunft“ fertig wird.
Bild: Simone Bronnhuber

Seit nunmehr neun Jahren gestaltet Jakob Kehrle mit seinem Team das Sportgelände um. An seiner Vision von der „Sportstadt Höchstädt“ hält er mit Überzeugung fest. Am morgigen Sonntag feiert der SSV-Motor seinen 60.

Große Pläne mit vielen Zeichnungen hängen an den Wänden im Foyer. Jakob Kehrle steht davor und schnauft. Er sieht es ganz genau vor sich, wie es aussehen wird. Dann, wenn endlich alles fertig ist. „Es reicht jetzt. Es ist allerallerhöchste Zeit, dass wir fertig werden – für den Verein und auch für mich ganz persönlich“, sagt er. Vor mehr als neun Jahren hat Jakob Kehrle das „Projekt Zukunft“ für den Höchstädter Sportverein auf die Beine gestellt und es seither als Vorsitzender federführend begleitet, betreut, vorangebracht, angeschoben, angepackt, organisiert … „Das Ehrenamt ziehst du nicht aus wie eine Unterhose“, sagt er und lacht. Am morgigen Sonntag feiert der Höchstädter seinen 60. Geburtstag. Seine SSV-Familie hat auch eine Überraschung vorbereitet, ihm aber noch nichts verraten, erzählt er und schmunzelt. „Der Rückhalt im Verein war und ist da. So ein Projekt kannst du nur machen, wenn es alle tragen. Aber jetzt wollen auch alle fertig werden, es reicht“, so Kehrle.

Dabei fehlt noch das Herzstück des gesamten Projektes: der Umbau der bestehenden Mehrzweckhalle. „Der ist zwingend nötig. Wir haben keinen Platz. Wir müssen mit unseren Kursen auswärts ausweichen und dafür auch Miete zahlen“, sagt Kehrle. Aktuell erarbeite er gemeinsam mit seinem Bauteam, ehrenamtlichen Helfern und Beratern den Kostenplan. Bis in zwei Wochen will er diesen auf die Bahn bringen, dann beim Bayerischen Landesportverband vorlegen und die Fördermittel, die laut Kehrle nach wie vor zugesichert sind, abrufen. „Dann werden wir uns mit der Stadt Höchstädt zusammensitzen und über die restliche Finanzierung reden. So ist es abgesprochen, daran halten wir uns.“

In dem Kostenplan sind nicht nur der Umbau der Mehrzweckhalle vorgesehen, sondern auch die komplette Fertigstellung, die im vierten Abschnitt den Neubau der Stockschützenarena und zum Abschluss die Außenanlage beinhaltet. „Ich kann über Kosten momentan noch nichts sagen. Wir wollen nur belastbare Zahlen vorlegen“, erklärt der SSV-Vorsitzende und betont, dass die Fördermittel des BLSV die Fertigstellung voraussetzen. „Es reicht jetzt. Der Sportverein ist am Ende. Wir befinden uns im zehnten Baujahr und haben schon 54000 ehrenamtliche Stunden und jede Menge Geld reingesteckt. Dass unser Konzept greift und richtig ist, sehen wir jeden Tag. Das Feedback ist enorm“, so Kehrle. Denn allein die Umbauarbeiten würden längst nicht das „Projekt Zukunft“ ausmachen. Vor allem die Neuausrichtung des Vereins stehe im Mittelpunkt: zukunftsorientierte Rahmenbedingungen, bedarfsgerechtes Sportangebot, Jugendarbeit, verbesserte Öffentlichkeitsarbeit, Rehasport, optimierte Beitragsstruktur, Seniorensport, Gesundheitssport und noch einiges mehr. Die SSV Höchstädt soll eine Anlaufstelle für alle Generationen sein. „Wir arbeiten parallel zum Bau schon an der Neuausrichtung. Die ist ganz wichtig und wir erfahren sehr viele Unterstützung dafür – sei es von Mitgliedern, Sponsoren oder Gästen. Wir bekommen viel Lob, das motiviert uns und auch mich persönlich“, so Kehrle. Trotzdem, und das betont er deutlich, muss irgendwann Schluss sein. Auch für ihn als Vorsitzenden. Es gebe schon mögliche Kandidaten für eine Nachfolge von Kehrle. „Ich möchte das Projekt auf jeden Fall zu Ende bringen und werde mich weiter für die SSV engagieren. Da gibt es genug zu tun, egal in welcher Funktion.“ Er wolle einen Wechsel an der Spitze vorbereiten, damit es für den Verein reibungslos weitergehe. Seit 16 Jahren ist der 60-Jährige Vorsitzender der SSV. Und der Sportverein ist längst nicht seine einzige „Baustelle“.

Sein Herz schlägt zudem für die Höchstädter Kolpingfamilie, 25 Jahre war er dort unter anderem im Vorstand aktiv. In diesem Jahr setzt er erstmals beim Theaterspielen eine Runde aus. Seit 1990 ist er außerdem im Höchstädter Stadtrat vertreten und mittlerweile schon in der dritten Periode im Kreistag aktiv. „Und in einigen anderen Verein bin ich noch Mitglied“, sagt er und lacht.

Seinen runden Geburtstag am morgigen Sonntag feiert er im Kreis seiner Familie. Im November, da hat auch seine Ehefrau den 60. Geburtstag, wird die große Party nachgeholt – natürlich in der Pfalz-Neuburg-Stub’n im Grünbeck-Sportpark der SSV Höchstädt.

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