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Gundelfingen

02.07.2018

Ein Ziel, dem noch mehrere folgen

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Die Stiftung von Siegfried und Elfriede Denzel (links im Bild) kommt für die Kosten des Baus, Unterhalt und Pflege der Wegkapelle auf. Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl und Architekt Hans Engel (4. und 5. von links) erklärten mehr zum Projekt.
Bild: Brigitte Bunk

Die erste von sieben Kapellen lockt Dutzende Menschen nach Peterswörth. Der Stifter erklärt, warum er die Kapellen bauen lässt.

Von Richtung Peterswörth, auch von Offingen her kommen viele Radler am neuen Treffpunkt an. „Was sind das für Leute? Wie lassen sie sich zum Anhalten bewegen?“ Das fragte sich Architekt Hans Engel, als er mit der Planung der ersten von sieben Wegkapellen begann. Sie liegt beim Radweg nahe dem Schönauhof, mit freiem Blick in die wunderschöne Riedlandschaft. Wie sich zeigt, hat der Architekt die Antworten gefunden. Gertrud und Heinz Jaintner aus Günzburg-Nornheim sind schon öfter mit dem Rad vorbeigefahren und haben auf der Tafel gelesen, wer die Kapelle gestiftet hat. So wollten sie auch an diesem Samstagnachmittag bei der Segnung dabei sein. Schnell haben sich die vielen Bänke gefüllt vor der Kapelle, deren Holz- und Glasbauteile in die Höhe streben. Durch die offene Bauweise auf dem kreuzförmigen Betonfundament fügt sie sich wunderbar in die Natur ein.

Die nächste Kapelle wird in Emersacker stehen

Warum sieben Begegnungspunkte mit Schwerpunkt im Landkreis Dillingen entstehen werden, erklärt Dr. Peter Fassl, stellvertretender Vorsitzender der Siegfried und Elfriede Denzel-Stiftung: „In sieben Tagen ist die Schöpfung geschehen.“ In früherer Zeit orientierten sich die Menschen auf ihrem Weg an Bildstöcken oder Kapellen. Heute sind Radwege die neuen Kommunikationswege und gewinnen durch E-Bikes immer mehr an Bedeutung. Deshalb hoffen die Stifter Siegfried und Elfriede Denzel aus Wertingen, dass ihr Projekt „Sieben Kapellen“ bald eine neue geistige Landkarte bildet. Oder wie es Siegfried Denzel ausdrückt: „Es ist schön, wenn man an eine Kapelle kommt und die anderen noch als Ziel vor sich hat.“ Die Nächste wird in der Nähe von Emersacker entstehen.

Die Kapellen bieten Schutz, Sitzplätze und regen zum Nachdenken an

Zusammen mit seiner Frau Elfriede möchte Siegfried Denzel den Menschen etwas von dem zurückgeben, was ihm im Leben geschenkt wurde. So entstand im Jahr 2016 die Stiftung. Denzel dankt allen, die mitgewirkt haben, vor allem seiner Frau, auch Abt Notker Wolf, der an diesem Nachmittag aus St. Ottilien gekommen ist. Glücklich und stolz zeigt sich Gundelfingens Bürgermeisterin Miriam Gruß, dass die Stiftung diesen Ort gewählt hat. „Ich wünsche mir, dass die Kapelle noch oft ein Ort der Begegnung sein wird, wo viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen.“ Dass es sinnvoll ist, in Zeiten, wo Kirchen leer stehen, neue Kapellen zu bauen, steht für Dr. Fassl fest: „Wir gehen zu den Leuten, die sich auf dem Weg befinden.“ Sie finden Schutz, wenn es regnet, und wenn es heiß ist, weht ein kühlender Luftzug durch das Schatten spendende Bauwerk mit zwei Sitzgruppen. Die Sprüche auf den Glasscheiben, die zum Innehalten anregen, findet Renate Hauf schön. Sie ist aus Peterswörth gekommen zur ökumenischen Segnung durch den evangelischen Pfarrer Frank Bienk und Stadtpfarrer Johannes Schaufler, musikalisch begleitet von einer Abordnung der Stadtkapelle Gundelfingen.

Dillingens Kreisheimatpfleger gefällt die Kapelle ausgezeichnet

Dr. Fassl weiß, dass diejenigen, die nichts mit Religion zu tun haben, besonders empfänglich sind für die Schönheit der Natur und der Kunst. So haben die Architekten freie Hand bei der Kapellengestaltung. Alle sieben betonten, dass die Anfrage eine große Ehre sei. Ebenso Alexander Gumpp: „Du baust im Leben nicht viele Kirchen und Kapellen.“ Die Binswanger Holzbaufirma Gumpp und Maier hatte die Gesamtplanung des Baus unter sich, bei dem weitere Firmen mitwirkten. Ausgezeichnet gefällt die Kapelle Dillingens Kreisheimatpfleger Alois Sailer: „Das Wichtigste in der Denkmalpflege ist: Das Kunstwerk muss zeitehrlich sein.“ Richard Sauter, der aus dem Günzburger Ortsteil Deffingen herradelte, meint: „Da könnten sie im Raum Günzburg auch eine bauen.“ Peterswörths Mesnerin Elisabeth Mantlik und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Gerhard Hörbrand können sich auch vorstellen, dass die Kapelle Station bei einem Bittgang werden könnte.

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