1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Ein besonderes Schmuckstück mit besonderer Aussicht

Oberbechingen

01.10.2019

Ein besonderes Schmuckstück mit besonderer Aussicht

Einen wunderschönen Blick ins Bachtal bietet die Kapelle von Frank Lattke, die bei Oberbechingen zu finden ist.
Bild: Brigitte Bunk

Plus Die vierte von sieben Kapellen der Siegfried-und-Elfriede-Denzel-Stiftung am Radweg zwischen Oberbechingen und Wittislingen ist eröffnet. Was Architekt Frank Lattke am meisten beeindruckt.

Als der Augsburger Architekt Frank Lattke zurückblickte auf das erste Mal, als er dort stand, wo jetzt die vierte von sieben Kapellen der Siegfried-und-Elfriede-Denzel-Stiftung steht, konnten die Gäste der Segnungsfeier seine Worte durchaus nachvollziehen. Vor allem diejenigen, die selbst zum ersten Mal am Radweg bei Oberbechingen standen am vergangenen Samstagnachmittag. Unter dem Hügel, dem Buschel mit der Keltenschanze, und oberhalb des Dattenhauser Rieds. Lattke gab zu: „Mir sind die Knie weich geworden, das kann gar nicht wahr sein, der Ort ist besonders.“

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Ein Zeichen in der Landschaft gesetzt

Er, der in der Landschaft von Augsburgs Westlichen Wäldern aufgewachsen ist, war tief beeindruckt von dem Standort, an dem man geschätzt 220 Grad in die Weite schauen kann. An die Stifter Siegfried und Elfriede Denzel aus Wertingen richtete er sich: „Danke, dass wir diese Freude miteinander haben durften.“ Die Freude, dass er als Architekt zusammen mit den Handwerkern auf Augenhöhe planen und arbeiten durfte, und miterleben, wie seine Ideen umgesetzt und sich durch Gespräche mit den Fachleuten weiterentwickelten. Weil ein Kirchenbau eine besondere Qualität habe. Noch dazu, wenn sieben Kapellen innerhalb des Projekts gebaut werden, die ein Zeichen in der Landschaft setzen. Ihm sei von Anfang an bewusst gewesen: „Diese Architektur muss Kraft haben, damit sie nicht aussieht wie eine Feldscheune. Aber nahe an dem Bild darf sie sein.“ Möglich wurde diese Freude durch das Vertrauen, das die Bauherren in ihn als Architekt setzten, weshalb Peter Fassl, Bezirksheimatpfleger und Vorsitzender der Stiftung, zu ihm sagte: „Machen Sie, und es wird gut.“ Diese Vorgehensweise gefällt auch Bezirkstagspräsident Martin Sailer besonders, der sich ebenso wie Bachhagels Bürgermeisterin Ingrid Krämmel bei den Grundstücksbesitzern, Walter und Monika Müller, bedankte.

Ein besonderes Schmuckstück mit besonderer Aussicht
30 Bilder
Die vierte von sieben Kapellen lädt zum Verweilen ein
Bild: Brigitte Bunk

Gleich zu Beginn der von den Wertinger Jagdhornbläsern musikalisch umrahmten Feier drückte Siegfried Denzel seine Zustimmung aus: „Ich gratuliere Ihnen, Sie haben ein Meisterwerk vollbracht.“ Und ihm war wichtig, zu betonen: „Ohne meine Frau Elfriede wäre diese Stiftung nicht möglich gewesen.“ Zeitweise fanden nicht alle Besucher Platz, die in den quadratischen Raum mit dem steilen hohen Sparrendach hineinwollten. Ihr Blick wanderte vom Weihwasserkessel zum Kerzenständer, zum von Gerold Sauter gefertigten Kreuz in die Höhe des Holzbauwerks und zu den hohen Fensterschlitzen, die nur aus bestimmten Winkeln einzusehen sind, ins Freie. Wer um die Kapelle herumging, wunderte sich, wie viele verschiedene Merkmale zu entdecken sind. „Das ist Handwerkskunst auf hohem Niveau“, betonte der Architekt lobend in Richtung der ausführenden Firmen, allen voran der Holzbaufirma Gumpp und Maier aus Binswangen. Bachhagels Bürgermeisterin Krämmel, die bei vielen organisatorischen Dingen geholfen hat, dankte er ebenso wie dem Landkreis und dem Bezirk Schwaben, die ihn „offen und positiv“ begleitet haben. Der Pfarrgemeinderat lud anschließend zu einem Imbiss ein. (Denzel-Kapelle - Nummer drei von sieben)

Ein Ort zum Ruhe einkehren

Nachdem die Besucher in der Regel eher in kleinen Gruppen oder gar allein unterwegs sind, finden sie hier wie die Pilger im 122. Psalm Friede, Geborgenheit und Glück, was der katholische Pfarrer Alois Lehmer den Vorbeikommenden im Rahmen der ökumenischen Segnung ebenso wünschte wie Pfarrerin Jutta Sperber. Die betonte: „Wir sind aufmerksamer, wenn wir ruhiger sind und deshalb dankbarer für Orte, an denen wir einkehren können.“

Lesen Sie auch:

Denzel will neue Kapelle in Oberbechingen bauen

Mit Holzhäusern von ganz unten nach oben

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren