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Lauingen

27.12.2018

Ein großer Schimmel rettet den Bürgermeister

In der Albertus-Magnus-Stadt verewigt: Der Riesenschimmel ist am Schimmelturm in Lauingen abgebildet.
Bild: Bernhard Weizenegger, Archiv

Die bekannteste Lauinger Sage erzählt, wie ein Riesenpferd über die Stadtmauer sprang. Aber warum?

In den Tagen rund um den Jahreswechsel widmen wir uns alten Sagen aus dem Landkreis Dillingen. Einige sind einem größeren Leserkreis bekannt – etwa die Erzählung von den Dillinger Biberstehlern – andere kennen nur wenige. Den Anfang macht heute die Sage vom Lauinger Schimmel. Entnommen sind die Erzählungen aus dem Buch „Sagen des Landkreises Dillingen“, das Alois Marb, Hans Bäuml und Martin Griffig im Jahr 1971 im Selbstverlag herausgegeben haben.

Zu Lauingen erhebt sich am Marktplatz ein hoher, schlanker Turm, der Schimmelturm. Eigentlich heißt er Imhofturm, aber niemand nennt ihn so. Seinen volkstümlichen Namen hat er von dem Bild des springenden Pferdes, das an einem der unteren Stockwerke zu sehen ist. Das gleiche Ross ist auch am Gasthaus „Zum Schimmel“ in der Herzog-Georg-Straße an die Hausfront gemalt. Es war zur Zeit des Albertus Magnus, als im unteren Brunnental ein außergewöhnliches Schimmelfohlen zur Welt kam. Aus dem Füllen wurde ein gewaltiges Ross: Fünfzehn Schuh (fast fünf Meter) soll es lang gewesen sein. Und merkwürdig: Niemand durfte sich ihm nähern, nur von einem kleinen verkrüppelten Knecht ließ es sich pflegen und reiten.

Der Knecht wollte dem Lauinger Bürgermeister helfen

Einmal wurde der Lauinger Bürgermeister plötzlich schwer krank. In der ganzen Stadt war aber kein Arzt. Wer sollte helfen? In der Not dachte man an den heilkundigen Pater Severin in Donauwörth. Der allein konnte Hilfe bringen. Wie aber sollte man ihn über sechs Wegstunden weit schnell genug herbeiholen? Da bot der Knecht seine Hilfe an. Er und sein Schimmel wollten es schon schaffen. Sofort schwang er sich auf das riesige Tier und sprengte durch die Straßen, dass die Funken stoben. Da versperrte ein mit Heu beladener Wagen das Stadttor gegen Dillingen. Schnell besonnen riss das Knechtlein das Pferd zur Seite, feuerte es an, und mit gewaltigem Sprung setzten Ross und Reiter über Stadtmauer und Graben hinweg. In wildem Galopp ritt der Knecht nach Donauwörth, nahm den Klosterbruder hinter sich aufs Pferd und sprengte zurück nach Lauingen. Die Hilfe kam eben noch zur rechten Zeit. Ein heilkräftiger Trank rettete dem Bürgermeister das Leben. Zum dauernden Gedenken ließen die Lauinger das Bild des Wundertieres an den Hofturm malen.

Die Sage weiß noch von einem weiteren Riesensprung des Lauinger Schimmels zu berichten. Als in einem ungewöhnlich heißen Sommer die Donau zu einem schmalen Rinnsal geworden war, ging der Knecht die Wette ein, mit seinem Schimmel über die Donau zu springen. Er schaffte den Sprung und gewann die Wette. (dz)

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