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Kirche

15.01.2020

Ein indisches Ordensfest in Bissingen

Pater George Vadakkinezhath, Pater Mani Kuzhykandam und Domvikar Martin Riß aus Augsburg (von links) waren die Hauptzelebranten beim Festgottesdienst der Ordenskongregation der Karmeliter der Unbefleckten Empfängnis Mariens in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bissingen.
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Pater George Vadakkinezhath, Pater Mani Kuzhykandam und Domvikar Martin Riß aus Augsburg (von links) waren die Hauptzelebranten beim Festgottesdienst der Ordenskongregation der Karmeliter der Unbefleckten Empfängnis Mariens in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bissingen.

Karmeliterorden der Unbefleckten Empfängnis Mariens feiert 150. Jubiläumsjahr. Im Kesseltal wird an einen Heiligen erinnert, dessen Wirken bis heute in viele Länder der Erde ausstrahlt

Die Kongregation der Karmeliter der Unbefleckten Empfängnis Mariens (CMI: Carmelites of Mary Immaculate) ist der älteste Orden in Indien. Er geht auf den im Jahre 1805 in Kainakari in der Provinz Kerala geborenen Priester Kuriakose Elias Chavara zurück. 1829 zum Priester geweiht, wurde Pater Chavara im Jahre 1855 zum ersten Generalprior des damals noch jungen Ordens ernannt. Zu Ehren des am 3. Januar 1871 verstorbenen, 1986 von Papst Johannes Paul II. selig und 2014 von Papst Franziskus heilig gesprochenen Geistlichen wurde am Festsonntag der Taufe des Herrn ein großes Ordensfest des indischen Karmeliterordens in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bissingen gefeiert.

Damit wurde ein Festjahr eingeläutet, in dem in den kommenden Monaten des indischen Heiligen gedacht werden soll, dessen Wirken bis heute in viele Länder der Erde ausstrahlt, wie Ordensrat Pater Mani Kuzhykandam CMI den vielen Gläubigen erläuterte, die ebenso wie mehr als 20 Priester zu dem Gottesdienst nach Bissingen gekommen waren. Musikalisch im Wechsel und äußerst beeindruckend gestaltet wurde der Festgottesdienst vom Doppelquartett Bissingen, geleitet von Roman Bauer, und einem sehr ausdrucksstarken Chor indischer Ordensfrauen.

Dass als Hauptzelebrant eigens Domvikar Martin Riß aus Augsburg und nach eigener Aussage sehr gerne ins Kesseltal gekommen war, darf als Zeichen der großen Wertschätzung der Diözese Augsburg gegenüber der Arbeit des indischen Karmeliterordens in Pastoral, Seelsorge und Verkündigung gewertet werden. Bissingen war im Übrigen ausgewählt worden, weil der Ortsgeistliche, Pater George Vadakkinezhath, einer der drei Ordensräte des CMI in Deutschland ist. Dieser verwies darauf, wie segensreich Pater Kuriakose Elias Chavara vor mehr als 150 Jahren als Reformer in Indien gewirkt habe. Domvikar Martin Riß spannte anschließend in seiner Festpredigt einen Bogen vom Tauffest als Bestätigung des Glaubens und Verbindung aller Christen zum heiligen Chavara, dessen Leitspruch er zitierte: „Der Tag, an dem du etwas Gutes getan hast, ist ein gewonnener Tag in deinem Leben!“

Diesen Leitspruch machte sich auch Bürgermeister Stephan Herreiner in seiner Schlussansprache zu eigen. Es sei eine Ehre für die Pfarreiengemeinschaft Bissingen, das Ordensfest des Karmeliterordens der Unbefleckten Empfängnis Mariens zum 150-jährigen Bestehen ausrichten zu dürfen, sagte er und wandte sich an alle anwesenden Patres und Ordensfrauen mit den Worten: „Wir schätzen Ihren Dienst hier bei uns in Deutschland und weltweit! Sie tragen nicht nur zur Missionierung und Glaubensverkündung bei, sondern durch Erziehung und Nächstenliebe vor allen Dingen auch zur Befriedung der Welt!“

Dass dies aktuell in 31 Ländern der Erde durch die indischen Karmeliter geschehe, erläuterte abschließend Pater Mani. Er schilderte den Ordensgründer Pater Chavara als einen Mann, der inmitten einer Wendezeit in Indien mit vielerlei Problemen für die dortige Erneuerung der Kirche, für die planmäßige Ausbildung der Priester und auch für die Befreiung der Frauen stand. Pater Mani dankte auch im Namen der beiden anderen Ordensräte, Pater George und Pater Joseph Vattathaha CMI, den Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten der Pfarreiengemeinschaft Bissingen, aus deren Reihen viele den anschließenden Empfang im Pfarr- und Jugendheim mit vorbereitet hatten, den Besuchern des Festgottesdienstes und nicht zuletzt den zahlreichen Ministrantinnen und Ministranten, die ebenfalls zu der Ordensfeier gekommen waren.

Vor dem Empfang jedoch gab Domvikar Martin Riß allen anwesenden Gläubigen noch einen Spruch aus seiner nordschwäbischen Heimatstadt Gundelfingen mit auf den Weg: „Leut seid’s gscheit, haltet’s zsamm und habt’s a Freud!“ Ein Spruch, mit dem sicherlich auch der heilige Chavara vor 150 Jahren gut hätte leben können.

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