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Dillingen-Schretzheim

26.04.2018

Ein journalistisches Urgestein wird 90

Johannes Schmidt, Journalist aus Leidenschaft, wird heute 90. Mit im Bild Ehefrau Uta, die ihm immer den Rücken frei hielt.
Bild: Marion Buk-Kluger

Johannes Schmidt, Redakteur aus Leidenschaft, feiert heute in Schretzheim. Bis vor einem Jahr schrieb er auf seiner Schreibmaschine noch Berichte.

Johannes Schmidt war ein Leben lang ein Journalist aus Leidenschaft

Wenn Johannes Schmidt heute 90 wird, dann liegt ein langes, 65-jähriges Journalistenleben hinter ihm. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass beim Besuch in seinem Haus in Schretzheim so manche Anekdote erzählt wird. So etwa, wie ihn einst der bayrische CSU-Politiker Anton Jaumann und dessen Parteikollege und späterer Ministerpräsident Franz Josef Strauß als verantwortlichen Redakteur für das Parteiorgan „Bayernkurier“ gewinnen wollten. Auch auf Anraten seiner Frau – „meine große Liebe“, wie Schmid betont und diese fast verlegen macht – die der Ansicht war, dass er aufgrund seiner zu ehrlichen Art hier bestimmt nicht glücklich werden würde, lehnte er ab.

Zahlreiche Artikel und Fotos aus seiner aktiven Zeit hat der einstige Dillinger Redaktionsleiter im Privatarchiv, und je mehr er darin blättert, desto mehr sprudelt es aus ihm heraus.

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Der 1928 in Wiesengrund in Schlesien geborene Schmidt wäre gerne Förster geworden. Durch Vertreibung und Flucht kam aber alles ganz anders. Wobei er bereits als 13-Jähriger in der „geliebten, nie vergessenen“ Heimat für die dortige Tageszeitung Berichte über Sport veröffentlicht hatte. Und der Journalismus sollte tatsächlich seine Profession werden: 1948 begann er als freier Mitarbeiter der Augsburger Tagespost in Nördlingen, dann wurde er Volontär bei den Rieser Nachrichten, es folgten Wanderjahre nach Bad Mergentheim, München, Illertissen, Augsburg, Dillingen und Kempten. Er leitete zudem die Volkshochschule in Dillingen und war zuletzt Pressesprecher beim damaligen Augsburger Bischof Stimpfle. Er, der einst 1976 zum Gründungsteam der Wochenzeitung Extra zählte und als Blattmacher die jeweiligen Ausgaben des Rieser, Wertinger und Donau-Lech-Anzeigers betreute, würde wohl, wenn es ginge, heute noch schreiben. „Als unser Faxgerät den Geist aufgab, war Schluss“, erzählt Ehefrau Uta, die seine Arbeiten Korrektur las. Denn bis Sommer 2017 verfasste ihr Mann Artikel für die katholische Sonntagszeitung und sandte, was er auch auf seiner Schreibmaschine getippt hatte, an die Redaktionen. Ganz so wie er es einst gelernt hatte.

Seinen runden Geburtstag feiert das „Urgestein des Journalismus“, wie ihn Landrat Leo Schrell einmal nannte, heute nur im Kreise der Familie mit Ehefrau Uta, mit der er seit 60 Jahren verheiratet ist, sowie den drei Söhnen und deren Familien.

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