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Höchstädt

05.08.2020

Ein preisgekrönter Physikprofessor stellt in Höchstädt aus

Friedrich Wagner, dessen Familie aus Pfaffenhofen stammt, vor zwei Ölgemälden, die er zu seiner Ausstellung in die Schlosskappelle Höchstädt mitgebracht hat. Schon seit seiner Jugend hat sich Wagner der Malerei gewidmet.
Bild: v. Weitershausen

Plus Friedrich Wagner zeigt seine Werke in der Schlosskapelle Höchstädt. Was seine Werke so besonders machen.

„Trotz Corona, Kultur und Kunst dürfen dem Virus nicht zum Opfer fallen“ finden die Verantwortlichen des Kulturforums der Stadt Höchstädt. Und so ermöglichen sie seit den Lockerungen des Lockdowns Kunst- und Kulturschaffenden, ihre kulturellen Einrichtungen als Plattform zu nutzen, um ihre Werke einem interessierten Publikum zu zeigen.

Er ist in Wertingen geboren

Bis einschließlich 27. August präsentiert der in Wertingen geborene Physiker und Künstler Professor Friedrich Wagner über 70 Bilder in der Höchstädter Schlosskapelle. Unter dem Ausstellungstitel „Es schließt sich der Kreis“ zeigt Wagner, wie er mit den verschiedenen Techniken Öl, Aquarell, Hinterglas- und chinesischer Tuschmalerei umzugehen versteht. Er stellt sich in seinen Werken Herausforderungen, die ihn und die Menschen in ihrer Lebenswelt betreffen. Er wagt den Versuch, klare Aussagen in ästhetische Formen zu fassen. Dies gelingt ihm in beeindruckender Form, wobei ihm die vier Maltechniken helfen, auf unterschiedlichste Weise in seinen Werken den positiven und negativen Einfluss des Fortschritts auf die Welt darzustellen.

Begonnen mit Malerei in Öl

Beispielhafte Themen hierfür sind: Urbanisierung, Verdrängung, Klimaerwärmung und die Transformation von Kulturlandschaften in Technologieparks. „Ich bin schon in früher Jugend mit der Malerei in Berührung gekommen“, sagt der Professor. Dabei sei er in seiner schulischen Mal- und Zeichenausbildung von seinem damaligen Kunstlehrer Armin Hirn an der Maria-Theresia Oberrealschule in München sehr gefördert und unterstützt worden. Des Weiteren habe er in den verschiedenen Techniken Malunterricht bei Christian Ecker, Stefan Wehmeyer und Bani Wang erhalten. Zur Anwendung der vier Maltechniken sagt der Künstler: Begonnen habe er mit der Malerei in Öl, was ihm jedoch nach einiger Zeit zu kopflastig, sprich intellektuell erschien, da in einem Ölbild immer Veränderungen vorgenommen werden können. Nicht so im Aquarell oder bei der Hinterglasmalerei. Darüber hinaus komme es bei der chinesischen Tuschemalerei auf Reispapier zu interessanten Farbverläufen.

Princeton, USA und St. Petersburg

Trotz der Liebe zur Malerei hatte er sich jedoch nach der Schule beruflich in eine vollständig andere Richtung orientiert. So arbeitete er nach seinem Physikstudium in der Energieforschung im Bereich der Kernfusion, vornehmlich in Garching bei München und in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch mehrere Jahre in Princeton, USA, und in St. Petersburg, Russland.

Lehrtätigkeiten übernahm er an den Unis in Heidelberg und Greifswald und an der TU München. Für seine Verdienste um die Plasma- und Fusionsforschung erhielt Friedrich Wagner neben Ehrungen und Auszeichnungen in den USA und in Russland im März 2009 die Stern-Gerlach-Medaille, die als höchste Auszeichnung für experimentelle Physik von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vergeben wird. Zwei Jahre zuvor hatte er bereits den Hannes-Alfvén-Preis erhalten. Mit Beginn seines Ruhestandes widmet sich der 76-jährige wieder verstärkt seinem Hobby, der Malerei. Insgesamt hat er bis jetzt rund 1300 Bilder katalogisiert und seit 1997 in zahlreichen Ausstellungen einem breiten Publikum gezeigt.

Täglich - außer Montag - geöffnet

In diesem Zusammenhang dankt er dem Höchstädter Kulturforum für die Ausstellungsmöglichkeit in den Räumen der Schlosskapelle. An den Sonntagen 9. und 16. August wird der Künstler anwesend sein, um Fragen zu seinen Bildern von Ausstellungsbesuchern zu beantworten. Die Ausstellung ist außer montags täglich von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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