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Hexenverbrennung

24.02.2017

Ein stürmischer Ritt für die Schwertgoschin

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Der Herr der Jahreszeiten bekam auch heuer wieder ungebetenen Besuch. Die Hexen bedrängten ihn mit viel Geheul und gackerndem Gelächter. Dafür wurden sie vom johlenden Publikum verspottet, besonders von den zahlreich erschienenen Kindern.

Wegen starken Windes brannte die Hexe heuer nur auf „Sparflamme“. Tausende waren bei den Traditionsveranstaltungen in Lauingen und Landshausen dabei

Einen so wilden Ritt zum Scheiterhaufen hat die Schwertgoschin wohl selten erlebt. Sie schwang wie wild hin und her, als starke Windböen an ihr zerrten. Fast wirkte es, als wolle sie wegfliegen. Doch natürlich konnte die Puppe der bösen Oberhexe auch heuer nicht ihrem Schicksal entrinnen. Sie endete gestern beim Lauinger Hexentanz traditionell auf dem Scheiterhaufen.

Der war allerdings nur halb so hoch wie die Jahre zuvor. So wollte die Freiwillige Feuerwehr Lauingens eine Gefährdung durch Funkenflug aufgrund des starken Windes vermeiden. Auch der Absperrbereich war mit über sieben Metern Abstand von Zuschauern zum Feuer sehr groß. Als die Puppe der Hexe Feuer fing, wurde der Wind dann wie auf ein gruseliges Kommando noch einmal stärker, sodass die Funken in den Himmel stiegen. Ein paar kleinere brennende Fetzen mussten die Feuerwehrleute mit Spritzwasser löschen.

Das stürmische, aber milde Wetter lockte tausende Faschingsfreunde auf den Marktplatz. Wie im vergangenen Jahr auch baute die Laudonia heuer auf ein althergebrachtes Konzept: Fasching im Freien. „Wir wollten die Fasnacht wieder mehr nach draußen verlagern“, sagte Alexander Wild, Zunftmeister der Laudonia.

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Das gelang. Schon weit vor dem Schauspiel um den Herrn der Jahreszeiten, der von den Hexen bedrängt wird und dem die Frühlingsgeister beistehen, um am Ende die Hexen im Tauziehen zu schlagen, war die Stimmung auf dem Marktplatz prächtig. DJ Papaoke beschallte die Menge zunächst mit Stimmungsmusik, dann hatte die mit der Laudonia befreundete Faschingsgesellschaft der „Alm Gugga“ aus Mönchsdeggingen ihren Auftritt. Über ein Dutzend Blechbläser intonierten Hits wie „Westerland“ von den Ärzten oder „Narcotic“ von Liquido sehr eigenwillig und fantasievoll, was auf viel Gegenliebe beim Publikum stieß.

Unter der musikalischen Begleitung der ebenfalls befreundeten Syrgensteiner Hüttengeister betraten dann die Hexen das Parkett der Bühne. Deren wüstes Treiben brachte vor allem die Kleinen zum Johlen. Und auch nachdem die Oberhexe Barbara Schwertgoschin zu einem Häufchen Asche verkohlt war, feierten die vielen, oft fantasievoll verkleideten Faschingsfreunde noch auf dem Marktplatz. Später verlagerte sich die Feier in die Stadthalle, wo bis spät in die Nacht gefeiert wurde.

Auch in Landshausen ging es den krummnasigen Zauberinnen an den Kragen. Über 400 verfolgten dort das Urteil über die Bachtalhexen. Der Waldschrat hielt den Hexen vor, auf der noch nicht freigegebenen, unnützen Umgehungsstraße den Kreisel beschädigt zu haben. Ein anderer Anklagepunkt: Verbotene Entsorgungs-und Entrümpelungsaktionen durch Hehlerei von gefälschtem Plunder.

Dann wurde die Hexe in Prozession auf den aus sicherheitstechnischen Gründen außerhalb des Hexendorfes gelegenen Scheiterhaufen geführt und verbrannte lichterloh. (mit Karl Aumiller)

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www.donau-zeitung.de/bilder

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