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Tag der Hauswirtschaft

21.03.2019

Eine Ausbildung, unzählige Wege

Wie vielseitig der Beruf der Hauswirtschafterin ist, zeigten die ehemaligen Schülerinnen (von links) Tanja Ehinger, Manuela Demharter, Anna Landes und Katharina Mair auf. Sie haben vor zwei beziehungsweise vier Jahren die Ausbildung an der Wertinger Landwirtschaftsschule gemacht und verschiedene Wege eingeschlagen.
Bild: Bunk

Ehemalige der Wertinger Hauswirtschaftsschule zeigen Möglichkeiten

Viel haben sie gelernt, beim einsemestrigen Studiengang Hauswirtschaft, da waren sich die vier Absolventinnen am Dienstag an der Wertinger Landwirtschaftsschule einig. Alle vier kamen aus absolut unterschiedlichen Lebenssituationen, hatten bereits eine Ausbildung samt Berufserfahrung in der Tasche, trafen sich dann zwei Jahre lang regelmäßig dienstags und donnerstags und lernten von der Pike auf, welche Arbeiten in Haus und Garten anfallen, wie sie fachgerecht organisiert und ausgeführt werden. Arbeits- und steuerrechtliche Themen standen ebenso auf dem Stundenplan wie Persönlichkeitsbildung.

Und wie sich ihr Berufsleben nach dem Abschluss entwickelt hat, erzählten die vier am Dienstag nicht nur Interessierten, die zum Schnuppertag gekommen waren, sondern auch den Studierenden, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung stehen. Zuvor hatten diese wiederum den Frauen, die vielleicht ab September zum neuen Kurs gehören, gezeigt, wie die Ausbildung abläuft.

Anna Landes aus Donauwörth, die vor vier Jahren ihren Abschluss in Wertingen gemacht hat, ist inzwischen in die Leitung des Hofladens Landes eingebunden. Die 28-Jährige erinnert sich: „Alle waren Meister, ich Bürokauffrau. Ich wollte mitreden können.“ So hat sie nach der Ausbildung in Wertingen noch die Meisterschule erfolgreich abgeschlossen. Für die 70 Unterrichtstage fuhr sie zusammen mit Katharina Mair aus Riedsend einmal pro Woche zur Meisterschule in Landsberg am Lech. Die 39-Jährige wiederum arbeitet weiterhin als Krankenschwester und hat 2017 ihren eigenen Partyservice gegründet.

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Viel Theorie wurde ihnen bei der Meisterausbildung vermittelt, erzählen sie, dabei geht es vor allem um Planung und Koordinierung. Anna Landes schmunzelt, als sie sagt: „Ich habe oft den Ordner der Wertinger Schule mitgenommen, weil wir vieles, was ich gebraucht habe, hier schon gelernt haben.“ Katharina Mair bestätigt: „Wir waren gut vorbereitet, das haben wir an den Kolleginnen gesehen.“

Manuela Demharter aus Steinheim hat inzwischen die Hauswirtschaftsleitung in einem gehobenen Privathaushalt inne. Die Aufgaben der 52-Jährigen ähneln denen im eigenen Haushalt, meint sie. Dazu gehört unter anderem der 14-tägliche Einkauf von Lebensmitteln, die Einteilung der Kollegen, die Absprache mit Handwerkern und dem Gärtner samt der zugehörigen Abrechnungen. Sie sagt: „Ich habe etwa ein Jahr gebraucht, bis ich den Blick für das Große und Ganze hatte.“ Auch ohne Meisterprüfung kann sie diese anspruchsvollen Aufgaben stemmen.

Tanja Ehinger aus Emersacker dagegen ist die Wissensvermittlung ein Herzensanliegen. Deshalb bietet die 41-Jährige Kurse im Netzwerk „Junge Eltern/Familie mit Kindern bis drei Jahren“ an. Eine größere Vision: ein Crashkurs für junge Leute – „überleben im Haushalt“. Eines ist ihr wichtig zu ergänzen: „Durch den Einblick in die Landwirtschaft habe ich viel gelernt, eine richtige Allgemeinbildung bekommen.“ Deshalb kann sie heute bei „Stammtischgesprächen“ mit Argumenten absolut dagegenhalten.

Bei der Frage nach dem Verdienst verweist Ballis auf den Durchschnittsverdienst, der vom Bayerischen Landesausschuss für Hauswirtschaft veröffentlicht wurde. Allerdings betont sie: „Das Gehalt ist sehr oft Verhandlungssache.“ Bildungsberaterin Siglinde Ballis freut sich über die vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten, welche die Absolventinnen haben. Als Meisterin, Dorfhelferin, Technikerin für Ernährungs und Versorgungsmanagement oder Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung könnten sie zum Beispiel arbeiten. Ihr Fazit: „Der Beruf beginnt mit der Hauswirtschaft und öffnet sich dann in unzählige Richtungen.

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