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Geschichte

10.01.2015

Eine Auszeit im Kesseltal

Monika Linder bietet auch die Klangschalentherapie an.
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Monika Linder bietet auch die Klangschalentherapie an.

Seit über 700 Jahren gibt es die Stegmühle in Bissingen. Bis vor 15 Jahren war das Anwesen von Familie Linder ein offizieller Kurort. Heute werden dort Wellnesstage verbracht

Langsam fahren. Kurgebiet. Auf grünen Schildern sind die Hinweise schon von Weitem zu sehen – einmalig im Landkreis Dillingen. Die Verkehrszeichen sind rund um die Stegmühle in Bissingen angebracht. Seit 700 Jahren gibt es das geschichtsträchtige Gebäude schon. War es anfangs noch eine klassische Mühle, wurde es schließlich von Familie Linder als Kurhaus betrieben. Jahrelang konnten Patienten in Bissingen sich dort eine Auszeit nehmen, übernachten und sich behandeln lassen. Seit 15 Jahren geht das nicht mehr, Bissingen ist kein Kurort mehr. Die Schilder lediglich ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Und dennoch ist die Stegmühle bis heute ein Ort, um sich zu erholen, sich verwöhnen zu lassen. Denn Monika Linder führt die Familientradition weiter – und das mittlerweile seit 20 Jahren. 1995 eröffnete sie ihre Massagepraxis auf dem Anwesen der Eltern, auf der auch die Stegmühle steht. Bis 2012 haben ihre Eltern mit Mithilfe von Monika Linder in der alten Mühle auch eine Pension betrieben. „Aber das ist einfach nicht mehr möglich, die Arbeit ist zu viel“, so Linder. Denn ihre Massagepraxis ist ausgebucht – weil die 43-Jährige nicht nur klassische Behandlungen anbietet, sondern auch Wellnesstage organisiert. Bis Oktober ist der Terminkalender voll – weil die Kunden, so erzählt sie, die besondere Atmosphäre rund um die Stegmühle – auch ihre Massagepraxis hat sie so genannt – schätzen. Menschen und Touristen aus der ganzen Region kommen nach Bissingen, um sich dort eine Auszeit zu nehmen.

Denn nicht nur, dass das Anwesen rund um die alte Mühle in Bissingen weitläufig ist und idyllisch liegt. Wer bei Monika Linder ein Glas Wasser bekommt, hält eine kostbare Rarität in der Hand. „Wir haben im ganzen Haus eine eigene Quelle, die Johannesquelle. Wir versorgen uns komplett selbst. Erst kürzlich haben Prüfer festgestellt, dass das Wasser sehr wertvoll und besonders ist“, erklärt Monika Linder. Mehr noch: Das Wasser wirke entgiftend. „Das findet man so schnell nicht mehr“, erzählt sie. Vor allem ihr Vater, der vor einigen Wochen nach schwerer Krankheit starb, sei sehr stolz auf die eigene Quelle gewesen. „Gesunde Ernährung und das Thema Wasser sind uns immer schon sehr wichtig gewesen. Das gehört zu uns.“ Mutter Brigitte Linder ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt für ihre Heilfastenkuren. Und noch heute unterstützt sie Tochter Monika. Denn mittlerweile auch schon seit 1997 bietet sie in ihrer Massagepraxis Wellnesstage an. Bis zu zwölf Kunden verbringen einen Samstag komplett in Bissingen. „Wir starten mit einem gemeinsamen Frühstück und dann beginnt die Verwöhnung“, sagt Monika Linder und lächelt. Die Kunden können in die Sauna gehen, sich in einer Infrarot-Wärmekabine mit Sternenhimmel in eine andere Welt träumen, im Ruheraum ein Nickerchen machen oder auf einer Wärmebank die Füße verwöhnen lassen. Zusätzlich wenden Monika Linder und ihr siebenköpfiges Team verschiedene Massagetechniken an. Dabei ist der Chefin eines ganz wichtig: „Wir machen alles so naturbezogen wie möglich, das ist auch sehr selten“, so die 43-Jährige. Beispielsweise stellt sie in ihrer Praxis eigene Fangomischungen her – auch wenn dies sehr aufwendig sei. „Aber das ist es uns wert. Keine Chemie.“

Die Wellnesstage im Gesundheitszentrum Kesseltal von Monika Linder seien ein voller Erfolg, die Termine für das Jahr immer schnell ausgebucht. Aber nicht nur die Kunden seien begeistert und würden teils seit Beginn an immer regelmäßig kommen. „Es ist auch für uns immer ein toller Tag. Wildfremde Menschen werden in den Arm genommen. Es finden tolle Gespräche statt. Die Kunden schütten oft ihr Herz aus“, erzählt Monika Linder und kommt ins Schwärmen. Und dann ist es doch wieder so, als ob Bissingen noch ein Kurort wäre.

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