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31.08.2017

Eine Grünfläche erblüht

Petra Hien ist sich sicher: Aus dem Colleg-Garten kann man viel machen.
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Petra Hien ist sich sicher: Aus dem Colleg-Garten kann man viel machen.

Projekt In Dillingen soll aus dem Colleg-Garten ein Eldorado für Insekten werden. Die Organisatoren haben schon einiges angestoßen und suchen jetzt weitere Mitstreiter

Dillingen Träge summt eine Biene im Dillinger Colleg-Garten heran und trinkt sich an der Blüte satt, bevor sie gemächlich weiterfliegt. Bis zur nächsten Blume ist es ein Stück. Aber nicht mehr lange. Noch, sagt Petra Hien, sei der Colleg-Garten ein ganzes Stück weit von dem entfernt, was er einmal werden soll. Doch schließlich haben sie und ihre Mitstreiter hier erst im Frühjahr mit der Umgestaltung angefangen. Los ging es mit dem Kriechthymian. In einer ersten Aktion haben sie 250 Pflänzchen in die Rasengittersteine aus Hartplastik gepflanzt, die in der Feuerwehrzufahrt liegen. Auf dem mageren Substrat soll er sich jetzt langsam ausbreiten – eben kriechen.

Neben den Thymianpflänzchen haben die Ehepaare Hien, Stanzel und Heinz gemeinsam mit Benedikt Rapp auch eine ganze Menge Blumensamen verteilt. „Das sieht vielleicht momentan auf dem mageren Boden noch etwas mickrig aus. Aber es wird schon“, ist Petra Hien überzeugt. In einer anderen Ecke des Colleg-Gartens haben sie einen Bereich mit speziellen Stauden angelegt, die besonders insektenfreundlich sind. Geißbart, Kissenaster, Bergkornblume oder Nesselkönig wachsen da. Doch bevor es so weit war, musste bei brütender Hitze erst einmal der Untergrund vorbereitet werden – eine schweißtreibende Arbeit.

Aber die 63-Jährige und ihre Mitstreiter sind sich sicher: es lohnt sich. Schließlich zeichne sich seit Jahren ab, dass es immer weniger Insekten und Vögel gibt. „Wenn man einen Kohlweißling sieht, dann freut man sich ja heute schon.“ Um für die Insekten ein neues Refugium zu schaffen, hat Petra Hiens Mann Joachim lange verschiedenste Firmen in Dillingen abgeklappert und versucht, sie davon zu überzeugen, aus den Grasflächen, die sie umgeben und die ständig gemäht werden müssen, bunte Blühinseln zu machen. Denn die Blumenstreifen, die man heute in vielen Gemeinden am Straßenrand findet, seien zwar schön anzusehen, blühen laut Petra Hien aber relativ spät im Jahr und bieten so keine durchgängige Nahrungsgrundlage für Insekten. „Die Idee der Blühinseln fanden alle toll, aber keiner hat sie verwirklicht.“ So seien sie schließlich auf die Stadt zugegangen, die dem Thema gegenüber offen war und den Colleg-Garten ins Spiel brachte.

Ein romantisch-verwunschenes Fleckchen Erde mitten in der Stadt, das viel Potenzial bietet. Eine große Blühwiese soll hier noch entstehen, die den Insekten ganzjährig Nahrung bietet. Doch dafür muss der Mutterboden zuerst einmal großflächig abgetragen und durch magereren ersetzt werden. Dann kommen Blumensaaten drauf, die von einer Spezialfirma extra nach Postleitzahlbereich zusammengestellt werden. An der Seite sollen blühende Büsche gepflanzt werden. Dazwischen Johannis- und Stachelbeersträucher, wo sich die Besucher für den kleinen Hunger zwischendurch mal was abzupfen können. Und auch Totholz, in dem sich die Insekten verstecken können.

Weiter vorne, bei der Fläche, die zum Parkplatz hinübergeht, sind daneben kleine Module geplant. Denkbar wäre hier ein Reisighaufen, ein spezieller Holzkeller für Käfer und Co. oder aber ein Palettenhochhaus für die kleinen Krabbler. „Damit können die Leute auch Ideen für zu Hause sammeln. Das soll hier ja auch ein Ort werden, wo die Menschen die Natur genießen und etwas lernen können.“

Auch für die menschlichen Besucher des Colleg-Gartens soll außerdem die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Ein paar Bänke zum Sitzen und Genießen hier und da, vielleicht ein Schachbrett, ein Kräutergarten. Doch all das, sagt Petra Hien, sei noch viel Arbeit. Deshalb würde man sich noch über Mitstreiter freuen. Erst kürzlich etwa hat sich eine Dame gemeldet, die sich gerne engagieren möchte. Sie ist jetzt Patin für eines der Beete, kümmert sich unter anderem darum, dass das Unkraut nicht überhandnimmt. Die Brennnesseln aber bleiben stehen. Denn auf denen legen gerne die Schmetterlinge ihre Eier.

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