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Premiere

24.02.2015

Eine komplizierte Liebe

Die Schüler des Sailer-Gymnasiums Dillingen zeigten im Rahmen des P-Seminars ein sogenanntes „Matheater“.
Bild: Heppner

Schüler des Sailer-Gymnasiums vereinten Mathematik und Theater

Eine Premiere erwartete die Zuschauer am Sailer-Gymnasium, wo das P-Seminar von Shahram Behfar ein „Matheater“ zum Besten gab. „Mathe ist wie Liebe, eine einfache Idee, die aber ziemlich kompliziert sein kann“, wurde das Publikum belehrt. Zunächst präsentierte sich der leicht ergraute Studiendirektor a.D. Behfar in „vermathematisierter“ Gestalt und klagte sein Leid über seine schwäbisch sprechenden Schüler, die zwar nie Zeit hätten, seinen Berechnungen zufolge aber pro Jahr mindestens 41 Stunden allein deshalb sparten, weil sie die letzten Buchstaben von Wörtern nicht aussprechen.

Sogleich gab er seiner Nachhilfegruppe eine besonders anschauliche Lektion. Nach jahrelanger Monotonie sollte ein neuer Ansatz zur Anwendung kommen. Mit dieser Inspiration gelang es nun der „Blondine“, dem „Arethmophobiker“, dem „Hochbegabten“, dem „Vorlauten, dem „Schläfer“ und den beiden Jungs mit Migrationshintergrund, ihr Leben und vor allem die Liebe mit immer skurrileren mathematischen Rechnungen zu erläutern. Männer sind eben immer gleich, und Frauen ohne Zweifel immer ein Problem.

Dass dies eine Ehe schwierig machen kann, zumal wenn „Heins und Ivone“ überzeugt sind, jeweils die Nummer „eins/one“ zu sein, bewies ihr Gespräch vor dem Eheberater, dem es erst nach mehreren Anläufen gelang, eine Versöhnung herbeizuführen.

Eine Fülle von humorvoll dargestellten mathematischen Berechnungen strapazierte im Verlauf des Stücks die Gehirnzellen der Zuschauer. Am Ende ist jedoch aus allen etwas Anständiges geworden, aus der Blondine eine Managerin, aus dem Arethmophobiker ein Therapeut, aus dem Schläfer ein Börsenmakler, aus dem Vorlauten ein Nachhilfelehrer und aus dem Hochbegabten selbstverständlich ein Mathematikprofessor. Dass seine merkwürdige Beweisführung für die Gleichung 1=2 von seinen Studenten unter Protesten angezweifelt wurde, sollte nur Mittel zum Zweck sein: Man soll doch nicht alles hinnehmen, ohne es zu hinterfragen.

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