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Wertingen

22.03.2020

Einkaufen in Zeiten von Corona

Verändern die Ausgangsbeschränkungen in Bayern das Einkaufsverhalten in Wertingen? Kommt es zu Hamsterkäufen? Wir haben nachgefragt.
Bild: Matthias Balk/dpa/Symbol

Plus Haben die Wertinger ihr Einkaufsverhalten durch die Ausgangsbeschränkungen verändert? Wir haben am Samstag nachgefragt.

Wird sich das Einkaufsverhalten der Menschen nach Bekanntgabe der Ausgangsbeschränkungen in Bayern von Freitag ändern? Werden sie gerade deswegen verstärkt unterwegs sein oder stattdessen vielmehr zu Hause bleiben?

Am Samstag-Vormittag gegen 11 Uhr ist in Wertingen tatsächlich gefühlt weniger los, als sonst zum Wochenendeinkauf, natürlich spielte auch der Regen eine Rolle. Hörte man sich jedoch bei einigen Kassiererinnen um, berichten die stattdessen von verstärkter Frequenz am Abend zuvor. „Viele glaubten wohl, jetzt dürfen sie überhaupt nicht mehr aus dem Haus“, heißt es in einer Bäckerfiliale. Gleich zur Ladenöffnung sei zwar etwa der Supermarkt in der Industriestraße noch gut besucht gewesen, doch im Laufe des Vormittags wurden dort die Kunden deutlich weniger.

Die Vorräte hätten auch vor der Corona-Krise gereicht

Einer von ihnen ist Franz Reichart, der gerade seine Einkäufe im Auto verstaut. „Wir werden unser Verhalten nicht ändern, ich gehe dann, wenn ich Zeit habe, um Lebensmittel zu besorgen“, so der 53-Jährige, der im vier Personen-Haushalt plus Hund in Bocksberg lebt. „Unsere Vorräte sind immer ausreichend, waren es auch vor dieser Situation schon“, fährt er fort. Er selbst ist im Getränke-Lieferdienst und kann derzeit über zu wenig Arbeit nicht klagen, im Gegenteil: Es sei mehr geworden.

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Mit dem kleinen Körbchen gegen Vorurteile

Auch Birgit Schmid aus Höchstädt läuft über den durchaus weniger frequentierten Parkplatz. „Ich bin wie immer mit meinem kleinen Körbchen hier, auch damit die Leute sehen, ich horte nicht.“ Milch, Fisch, Obst stehen auf ihrem Zettel, mehr braucht sie nicht. Nächste Woche wird sie wieder zum Einkaufen gehen.

Auch Birgit Schmid aus Höchstädt kauft lieber öfter ein, statt einen Hamsterkauf zu tätigen.
Bild: Marion Buk-Kluger

„Ich lebe im Einpersonenhaushalt, meine Kinder kommen zwar noch zweimal die Woche zum Essen, doch ich habe gar nicht die Möglichkeit, auf Vorrat zu kaufen, besitze nur ein kleines Gefrierfach.“ Zwei Wochen im Voraus Lebensmittel, die eingefroren und gekühlt werden müssen, zu besorgen, kommt bei ihr also nicht in Frage.

Und so wird die 52-Jährige vor oder nach der Büroarbeit in ihrem Fitnessstudio in Geratshofen wie üblich zwei bis dreimal die Woche ihre Besorgungen in Wertingen erledigen, schnell und effektiv.

Georg Egger ist auch zum ganz normalen Samstagseinkauf unterwegs. Der Versicherungsmakler in Wertingen kauft üblicherweise drei- bis viermal die Woche seine Lebensmittel ein.

Georg Egger aus Wertingen kauft drei- bis viermal die Woche ein und will den Rhythmus auch beibehalten.
Bild: Marion Buk-Kluger

„Ich versuche, einfach meinen ganz normalen Rhythmus beizubehalten, halte Abstand und benehme mich genauso rücksichtsvoll wie bisher schon.“ Von großen Ansammlungen hält sich der 66-Jährige zudem fern. Dennoch glaubt er, dass sich die Einschränkungen in Deutschland noch verschärfen werden. Und dann könnte sich in puncto Einkaufsverhalten und -möglichkeiten eventuell doch noch einiges ändern.

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