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Landkreis Dillingen

15.11.2017

Einstecken, aufladen, wegfahren

Bei Dunkelheit und Regen wurde am Montagabend die neue Elektrotankstelle von LEW auf dem Parkplatz Weite Gasse offiziell in Betrieb genommen – der komplette Stadtrat und Vertreter des Betreibers waren mit dabei. Es ist nicht die erste Ladesäule in Höchstädt – aber die erste, die 24 Stunden nutzbar ist.
Bild: Simone Bronnhuber

In Höchstädt gibt es nun eine Elektrotankstelle, die jederzeit öffentlich zugänglich ist. Wie sie benutzt wird.

Es ist eine unauffällige weiße Säule. Das schwarze Kabel zieht sich locker aus der Verankerung. Deckel aufmachen, reinstecken, vollladen und losfahren. Ohne Bargeld, schnell und einfach. So soll die erste jederzeit öffentlich zugängliche Elektrotankstelle in Höchstädt gehandhabt werden. Rebecca Golling, Projektleiterin E-Mobility von den Lechwerken (LEW), erklärt: „Es ist selbsterklärend und für jeden nutzbar.“ Und das ab sofort. Am Montagabend ist der Stadtrat vor seiner Sitzung bei der offiziellen Inbetriebnahme der Ladesäule für Elektroautos auf dem Parkplatz Weite Gasse dabei. Für Höchstädts Zweiten Bürgermeister Stephan Karg ein freudiger Anlass: „Das ist für Höchstädt etwas Besonderes. Wir können damit Gästen aus nah und fern etwas bieten. Darauf können wir stolz sein.“ Der zentrale Standort in der Innenstadt sei zudem optimal. Karin Frank, Kommunalbetreuerin von LEW, sagt, dass die Donaustadt einen wichtigen Teil für den Klimawandel beitrage. Kommunen müssten bei dem Thema ihre Vorbildfunktion wahrnehmen – was Höchstädt tue. Ihre Kollegin Rebecca Golling ergänzt: „Es passiert in diesem Bereich wahnsinnig viel. Wir dürfen diese Innovationskraft nicht unterschätzen.“

Die Ladesäule verfügt über zwei Ladepunkte mit je einer Leistung bis zu 22 Kilowatt – zehnmal schneller als herkömmliche Haushaltssteckdosen, beschreibt die LEW ihre Tankstelle. Die Elektroautos können nicht kostenlos aufgeladen werden, die Bürger müssen dafür aber nicht zwingend einen Vertrag mit den Lechwerken eingehen. Golling erklärt, dass man entweder mithilfe einer App für Smartphones sein Auto freischalten lassen kann, man bequem per Paypal oder Kreditkarte abrechnet. „Wir haben darauf geachtet, dass es ein intelligentes Ladekabel ist. Sobald man es einsteckt, weiß es sofort, wer an der Tankstelle ist. So kann bequem abgerechnet werden und sie auch beispielsweise von anderen Familienmitglieder genutzt werden“, erklärt die Fachfrau. Insgesamt betreibt die LEW rund 150 öffentlich zugängliche Ladesäulen in ihrem Netzgebiet, unter anderem in Wertingen und in Lauingen.

Im Landkreis Dillingen gibt es bereits einige der Säulen, allerdings ist nur ein Teil davon öffentlich zugänglich und jederzeit nutzbar.

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Zum Beispiel gibt es in Höchstädt eine zweite Säule. Sie steht beim Autohaus Heppner, das selbst Elektroautos verkauft. Auf Nachfrage erklärt die Inhaberin, dass dort prinzipiell jeder E-Auto-Fahrer tanken kann. Möglich ist das aber nur, wenn ein Mitarbeiter vor Ort ist, also nur während der Geschäftszeiten. Auch das Autohaus Baumgärtner in Dillingen hat zwei Ladesäulen. Die stehen dort unter anderem, um Vorführwagen zu laden. Doch wenn sie frei sind, seien sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich, heißt es vom Autohaus. In Dillingen stehen auch Stromtankstellen der Donaustadtwerke Dillingen-Lauingen vor deren Zentrale. Die Stadtwerke betreiben auch die Ladesäule auf dem Lauinger Marktplatz.

Weil die Reichweite von Elektroautos mit der von Wagen mit Verbrennungsmotoren aktuell beileibe nicht mithalten kann, ist ein gutes Ladenetz für die Besitzer entscheidend. Um zu testen, wie gut das Netz aktuell tatsächlich funktioniert, startet unsere Zeitung in der nächsten Woche eine besondere Aktion. Wir leihen uns ein Elektroauto der Donaustadtwerke Dillingen-Lauingen und verwenden es im Alltag. Dazu gehören eine 50 Kilometer lange Pendlerstrecke und die Fahrten zu Terminen – auch zu Abendterminen, bei denen man auf Ladesäulen angewiesen sein wird, die auch nachts in Betrieb sind. Gerade weil die Bedingungen im Spätherbst dem Akku einiges abverlangen – schließlich fressen auch Licht und Heizung Strom–, soll sich in dem Versuch zeigen, wie bereit die Region für E-Autos ist. Der Versuch wird eine Woche dauern und in der Zeitung begleitet.

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